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SICHER IST SICHER!

Rechtzeitig für Unfall und Krankheit vorsorgen
Wer denkt schon gerne an eine schwere Erkrankung oder gar an den Tod. Doch im Koma und auch nach einem Schlaganfall oder einem Unfall ist es oft zu spät, Wünsche zu formulieren. Deshalb müssen Entscheidungen über ärztliche Hilfen vorher getroffen werden - in einer Patientenverfügung.

Seit die Weltöffentlichkeit am Sterben der amerikanischen Wachkomapatientin Terri Schiavo Anteil genommen hat, steigt das Interesse an der Frage, wie man sich für den Ernstfall absichert. Denn heute ist es möglich, unheilbar Kranke mit Hilfe der Intensiv- und Apparatemedizin sehr viel länger am Leben zu erhalten als noch vor Jahren. Die Frage ist nur, ob man das möchte. Jeder kann deshalb in gesundem Zustand formulieren, welchen lebenserhaltenden oder -verlängernden Maßnahmen man unter welchen Bedingungen zustimmt und welchen nicht: Dies geschieht in Form einer Patientenverfügung. In ihr lässt sich bis ins Detail festlegen, was geschehen soll, wenn man im Sterben liegt und entscheidungsunfähig ist.

Die Akzeptanz der Patientenverfügung hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Inhaltlich sollte sie so aufgebaut sein, dass vor allem folgende Fragen beantwortet werden: In welchen Situationen soll die Patientenverfügung gelten? Was sollen Ärzte beachten? Es kann der Wunsch sein, alle lebenserhaltenden Maßnahmen zu unterlassen oder aber auch, dass alles medizinisch Mögliche getan wird, den Patienten am Leben zu erhalten. Vor dem Abfassen einer Patientenverfügung lautet das oberste Gebot: reden. Man sollte sich bei einem Arzt seines Vertrauens ausführlich informieren und man sollte mit Angehörigen und Freunden sprechen. Die Patientenverfügung sollte beim Hausarzt liegen, in der Krankenakte und bei den Betreuern. Je konkreter sich die Patientenverfügung auf einen bestimmten Fall bezieht, desto eher kann sie im Ernstfall den Hinterbliebenen helfen und desto stärker wird sie die Ärzte an den eigenen Willen binden. Da aber nie auf alle Details im vorhinein eingegangen werden kann, empfehlen Fachleute, auch eigene Wertvorstellungen zusätzlich aufzuschreiben. Notare raten zur notariellen Beurkundung, dies ist aber nicht zwingend. Da im Notfall zuerst im Portemonnaie nachgesehen wird, sollte dort ein Hinweis stehen, wo man die Patientenverfügung aufbewahrt.

Person des Vertrauens
Während das Wissen um eine Patientenverfügung bereits verbreitet ist, ist die Vorsorgevollmacht weniger bekannt. Experten raten zu einer Patientenverfügung plus Vorsorgevollmacht. Denn im Ernstfall braucht man auch einen Vertrauten, der einer Patientenverfügung Geltung verschafft, sie durchficht. Nur eine Vorsorgevollmacht räumt weitgehende Vertretungsbefugnisse ein. Hierzu ist allerdings eine absolute Vertrauensperson notwendig. Und man sollte sich bei Juristen gründlich informieren. Denn die Befugnisse können so weitgehend ausgestaltet werden, dass der Bevollmächtigte selbst Häuser verkaufen und sogar eigenständig über eine medizinische Behandlung entscheiden kann.

Eine Vorsorgevollmacht greift etwa dann, wenn jemand nach einem Schlaganfall oder Unfall das Bewusstsein verloren hat oder wenn eine Altersdemenz eigene Entscheidungen unmöglich macht. Auch wenn die Patientenverfügung mit einem Arzt zu besprechen ist, die Vorsorgevollmacht fällt in den Aufgabenbereich von Juristen. Wieweit die Vollmacht reicht, lässt sich genau festlegen. Sie lässt sich auf verschiedene Bereiche wie finanzielle, behördliche oder gerichtliche Angelegenheiten erstrecken.

Anders als die Vorsorgevollmacht greift eine Betreuungsverfügung nur dann, wenn es zu einem gerichtlichen Verfahren kommt, weil eine Person nicht mehr in der Lage ist, die eigenen Angelegenheiten zu regeln. Liegt eine Betreuungsverfügung vor, so wird die darin genannte Person gerichtlich zum Betreuer bestellt. Dieser Betreuer steht allerdings unter der Kontrolle des Vormundschaftsgerichts. Der Inhaber einer Vorsorgevollmacht hingegen darf seine Entscheidungen auch ohne gerichtliche Zustimmung treffen. In Einzelfällen kann es passieren, dass trotz bestehender Vorsorgevollmacht eine Betreuerbestellung notwendig wird, beispielsweise, weil die Angelegenheiten in der Vollmacht nicht erfasst sind. Deshalb lassen sich Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung in der Weise verbinden, dass die bevollmächtigte Person gerichtlich zum Betreuer bestellt werden soll, wenn eine Betreuung notwendig wird.

Ratgeber Betreuungsverfügung

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Neben der Patientenverfügung und der Vorsorgevollmacht gehört die Beetreuungsverfügung zu den drei Vorsorgedokumenten. Doch was genau ist eine Betreuungsverfügung? In unserem Video-Ratgeber zeigen wir Ihnen die wichtigsten Informationen rund um die Betreuungsverfügung.© VdK-TV

VdK-TV: Wie erstellt man eine Patientenverfügung? (UT)

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Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung: Was ist was und warum sind diese Verfügungen sinnvoll? Das erklären wir in unserem Video. Vor allem aber zeigen wir, welche Vorteile eine Patientenverfügung hat: Sie legen darin fest, wie Sie in medizinischen Notfallsituationen, wenn Sie sich selbst nicht mehr äußern können, behandelt werden möchten. Im Video geben wir Tipps, wie man eine Patientenverfügung aufsetzt, sie formal gestaltet und welche Inhalte sie umfassen soll oder kann.© VdK-TV

VdK-TV: Was ist eine Vorsorgevollmacht? Was muss man beachten? UT

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In unserem Beitrag erklären wir die Vorsorgevollmacht im Unterschied zur Patientenverfügung und zeigen die wichtigsten Regeln für die Vorsorgevollmacht.© VdK-TV

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