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Ratgeber Depression

Depression kann jeden treffen.
Depression in verschiedenen Facetten
Depressionen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen. Insgesamt erkranken in Deutschland ca. 5,3 Mio. Menschen im Laufe eines Jahres an einer behandlungsbedürftigen, unipolaren Depression, von der allerdings nur eine Minderheit eine optimale Behandlung erhält.

Depression im Alter
Im Alter werden Depressionen oft verkannt

Depression gehört neben dementiellen Erkrankungen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter. Zudem steigt das Suizidrisiko mit zunehmendem Alter, insbesondere bei Männern, an. Grundsätzlich unterscheidet sich die Altersdepression nicht von einer Depression in jüngeren Jahren, doch gibt es einige Besonderheiten, die dazu führen können, dass Depression im Alter oft nicht oder spät erkannt wird.

Neben den klassischen Symptomen einer Depression treten bei der „Altersdepression“ alterstypische Besonderheiten auf:

Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, neigen dazu, bestehende Probleme stärker und als bedrohlicher wahrzunehmen. Während in jüngeren Lebensabschnitten z. B. berufsbezogene Probleme im Vordergrund stehen, sind es bei älteren Menschen häufig gesundheitsbezogene Probleme.
So werden beispielsweise bestehende Rückenschmerzen oder Ohrgeräusche im Rahmen einer Depression als zunehmend unerträglich empfunden,
Die mit Depression einhergehenden Konzentrations- und Auffassungsstörungen nicht selten mit der Sorge verknüpft, möglicherweise an einer Alzheimer Demenz erkrankt zu sein. Wird durch den Arzt nicht nach den psychischen Symptomen einer Depression, wie Hoffnungslosigkeit, Suizidgedanken, Schuldgefühlen etc. gefragt, kann die Depression als eigentliche zugrundeliegende Erkrankung übersehen werden. Ohne die entsprechende Diagnose, kann auch die Erkrankung nur ungenügend behandelt werden.
Betroffene richten ihre Aufmerksamkeit und Sorgen häufig auf bestehende körperliche Beschwerden, zu denen auch Schmerzen unterschiedlichster Art oder Schlaf- und Verdauungsprobleme gehören. Zudem haben ältere Patienten oft Schwierigkeiten, psychische Erkrankungen als eigenständige Erkrankung wie andere (körperliche) Erkrankungen zu akzeptieren.

Diagnostik
Die Diagnostik einer Depression wird von einem Arzt oder Therapeuten vorgenommen. Speziell für ältere Patienten ist der Fragebogen „Geriatrische Depressionsskala“ (GDS) entwickelt und inzwischen auch im deutschen Sprachraum untersucht worden.

Kommt es bei einem Menschen im höheren Alter zum erstmaligen Auftreten einer depressiven Erkrankung, so ist in besonderer Weise auf mögliche körperliche Erkrankungen zu achten, die mit dieser einhergehen können. Mit einer Untersuchung des Gehirns (z.B. durch MRT) oder einer sorgfältigen Labordiagnostik werden z.B. Schilddrüsenerkrankungen ausgeschlossen.

Depressive Störungen können im Alter durch auftretende Sprech- und Denkhemmung (d.h. Denken und Sprechen werden als „gebremst“ oder „blockiert“ wahrgenommen), durch Konzentrationsstörungen und durch Klagen der Patienten über Gedächtnisstörungen zudem Ähnlichkeiten mit einer Demenz aufweisen (depressive Pseudodemenz). Depressive Patienten sind aufgrund der Konzentrationsstörungen leicht überfordert, was sich in Aussagen wie „ich weiß nicht“ äußern kann.

Dies erfordert im Alter nicht selten die Abgrenzung von einer Demenz. Depressive Patienten sind in der Regel nicht desorientiert, das heißt, sie können auf Nachfragen beispielsweise das Datum und die Uhrzeit richtig angeben. Bei Demenzerkrankten ist dies häufig nicht mehr der Fall. Bei der Schilderung ihrer Beschwerden spürt man bei depressiven Patienten den mit dieser Krankheit einhergehenden Leidensdruck, während Patienten mit einer Demenz ihre Beschwerden häufiger bagatellisieren oder dazu neigen, die Defizite zu verstecken. Auch die Untersuchung des Gehirns mit dem EEG oder mit Bildgebungsverfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) können wichtig für die Diagnosestellung sein.

Quelle : Stiftung Deutsche Depressionshilfe online 22.12.2018

Psychologe, Psychiater, Psychotherapeut – Wo liegt da eigentlich der Unterschied?
Juliane Hug: Ein Psychologe ist jemand, der einen Diplom- oder Masterabschluss in Psychologie an einer Universität erworben hat. Er kann z.B. in der Forschung arbeiten, als Schulpsychologe oder in der Versorgung psychisch erkrankter Menschen. Der Begriff Psychiater wiederum ist eine Kurzform für „Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie“. Er hat Medizin studiert und im Anschluss eine mehrjährige Ausbildung als Facharzt absolviert. Wenn man Medizin studiert, kann man sich spezialisieren, z.B. auf Chirurgie oder Innere Medizin oder eben Psychiatrie und Psychotherapie. Ein Psychiater kann im Unterschied zu einem Psychologen zum Beispiel krankschreiben oder Medikamente verordnen. Ein Psychotherapeut hat nach dem Medizin- oder Psychologie-Studium eine spezielle Weiterbildung zum Psychotherapeuten absolviert hat. Diese dauert in Deutschland zwischen drei und fünf Jahre und im Anschluss kann der approbierte Psychotherapeut in den von der Krankenkasse zugelassenen Richtlinienverfahren (Kognitive Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie oder Psychoanalyse) behandeln. Je nachdem, ob dieser Psychotherapieausbildung ein Medizin- oder Psychologiestudium vorausging, lautet die Bezeichnung ärztlicher bzw. psychologischer Psychotherapeut.

Wie finde ich gute Psychotherapeuten? In Deutschland gibt es den so genannten Psychotherapie-Informationsdienst. Auf www.psychotherapiesuche.de können Patienten mithilfe einer Suchmaske schauen, welche niedergelassenen Therapeuten im Umkreis arbeiten.Ähnliche Suchverfahren oder Listen von Therapeuten findet man bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) jedes Bundesländes. Diese haben auch Terminservicestellen, die in eine erste psychotherapeutische Sprechstunde vermitteln. Sollte infolge eine Psychotherapie notwendig sein, so kann der Patient selber entscheiden, ob „die Chemie“ mit dem gewähltem Psychotherapeut stimmt. Dafür gewähren die Krankenkassen in Deutschland bis zu vier sogenannte probatorische Sitzungen. Das sind Probe-Sitzungen, in denen Patient und Therapeut in Erfahrung bringen, ob sie zusammen arbeiten können.

Quelle : Stiftung Deutsche Depressionshilfe online 08.02.2019

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