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"Wenn es den VdK nicht gäbe...." Grußwort 2. Bürgermeister Gerd Zimmer

Jahreshauptversammlung des Ortsverbandes Hausen-Kersbach am 11.03.2012 in der Sportgaststätte Hausen

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Vorsitzender Hammer, sehr geehrter Herr Eismann, herzlichen Dank für die Einladung zur heutigen Jahreshauptversammlung des VdK hier in Hausen.

Der Bürgermeister lässt sich wegen überschneidender Termine entschuldigen. Ich habe also die angenehme Aufgabe, die Gemeinde Hausen heute vertreten zu dürfen.
"Wenn es den VdK nicht schon geben würde, müsste man ihn in der heutigen Zeit erfinden."
In einer Zeit, in der sich soziale Kälte über unser Land legt, wie der Mehltau auf die Blätter der Rosen, tritt der VdK dafür ein, dass gerade die Menschen, die gehandicapt sind, nicht hinten runterfallen. In einer Zeit, in der alles auf Leistung, Effizienz und der Erzielung von Synergien ausgerichtet wird, fallen diejenigen, die sowieso schon Probleme haben, schnell aus unserem mittlerweile durchlöcherten sozialen Netz. In einer Zeit, in der eine globale Finanz- und Wirtschaftskrise die Märkte und Länder durchschüttelt, in der sich einige Wenige schamlos bereichern, fallen diejenigen, die sich selber nicht mehr helfen können, in ein schwarzes soziales Loch. In einer Zeit, in der einige wirtschaftsnahe Institute über die »Rente mit 72« laut nachdenken, um damit im Prinzip für alle, die nicht so lange arbeiten können, eine verkappte Rentenkürzung zu erreichen versuchen? Meine Damen und Herren, gut, dass es da den VdK gibt. Den VdK, der mit dem Schlagwort »Solidarität macht stark« auftritt. Den VdK, der sich in seiner über 60-jährigen Geschichte als Gesamtverband vom Kriegsopferverband zu einem modernen Sozialverband entwickelte. In den ersten Jahren noch mit dem Grundgedanken der Hilfe zur Selbsthilfe. Später dann als Verband, der sich allen wesentlichen Feldern im gesamten sozialen Bereich widmet und als modernes Dienstleistungsunternehmen für seine Mitglieder da ist. Sie kümmern sich um die Rentner, Sie kümmern sich um die behinderten und chronisch kranken Menschen, Sie kümmern sich um die Kriegs- und Wehrdienstopfer, Sie kümmern sich um die Interessen derer, die sonst im Mahlstrom der Sozialabbau-Lobbyisten hinten runterfallen. Sie sind die starke sozialpolitische Lobby. Ihre Mitglieder genießen vielfältige Leistungen, wie von der Rechtsberatung rund um das Sozialrecht bis zur Vertretung bei Widerspruchsverfahren und falls notwendig dem Einschreiten des Klageweges durch alle rechtlichen Instanzen. Dafür treten Sie ein. Sie treten als »Anwalt der Betroffenen« auf. Meine Damen und Herren, dieser Gedanke ist erfolgreich. Mit über 1,6 Millionen Mitgliedern ist der VdK in diesem Land eine Kraft, die nicht so einfach zur Seite geschoben werden kann. Gut, dass der VdK als Mahner in dieser Gesellschaft auftritt und seinen Zeigefinger auf die Unzulänglichkeiten unseres Sozialstaates legt und dabei parteineutral auftritt. Gut, dass sich der VdK bei wichtigen gesetzlichen Vorhaben aktiv beteiligt und dafür sorgt, dass sich die Sozialschredderer nicht auf der ganzen Linie durchsetzen können. Sie kämpfen dagegen an, dass der Begriff Sozialstaat zu einer Leerformel verkommt. Gerechtigkeit und Solidarität sind das Fundament unseres Sozialstaates. Und wir haben das vergleichsweise hohe gesamtgesellschaftliche Wohlstandsniveau in Deutschland nicht trotz sondern wegen der Sozialstaatlichkeit erreicht. Deshalb gibt es auch in Zukunft keine Alternative dazu, dass bei den zentralen Lebensrisiken, die jede und jeden von uns morgen treffen können, der Grundsatz bleibt, dass die Stärkeren für die Schwächeren einstehen müssen. Meine Damen und Herren, vielleicht hilft die derzeitige Krise, dass den Mahnern am schleichenden Abbau unseres Sozialstaates, wie dem VdK, endlich mehr Gehör geschenkt wird. Dass nicht mehr nur auf die gehört wird, die sich darin ergehen, weiter zu kürzen und abzubauen. Erste Zeichen dafür sind für mich erkennbar. Ich habe das Gefühl, die Menschen merken langsam, dass es nur mit einem Miteinander geht. Dass sie sich nicht von den »Unsolidarischen« auseinander dividieren lassen dürfen. Wir brauchen das soziale Deutschland. Den vorsorgenden Sozialstaat, der stärker als bisher die Ursachen sozialer Probleme angeht, anstatt nur die Symptome zu kurieren. Wir brauchen den VdK. Ich bedanke mich im Namen der Gemeinde Hausen, im Namen der Bürgermeister und der Gemeinderäte für die von ihnen geleistete Arbeit und darf Ihnen dafür meine Anerkennung aussprechen. In diesem Sinne wünsche ich Ihrer heutigen Jahreshauptversammlung einen guten Verlauf.
Herzlichen Dank

Jahreshauptversammlung des Ortsverbandes Hausen-Kersbach am 11.03.2012 in der Sportgaststätte Hausen

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