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Kaffeenachmittag 11.10.2013

Am Freitag, den 11. Oktober 2013 trafen sich die Mitglieder und Freunde des VdK Ortsverbands Gruol-Heiligenzimmern im Gasthaus "Hirsch" in Haigerloch-Gruol zu einem weiteren gemütlichen Kaffeenachmittag. Erfreulicherweise fanden auch einige Mitglieder aus Heiligenzimmern und Weilstetten den Weg nach Gruol. Die Tische im Gasthaus waren gedeckt und der Kaffee war bereits vorbereitet.
Unsere 1. Vorsitzende Rita Gärtner begrüßte die Anwesenden und wünschte Ihnen einen gemütlichen Nachmittag.
Nach dem Kaffee begann Herr Franz Bausinger aus Hechingen-Stetten, den wir zu diesem Kaffeenachmittag eingeladen hatten, mit seinem Vortrag: "Sprichwörter, deren Ursprung und alt bekannte Bauernregeln". Herr Bausinger beschäftigt sich mit den Bräuchen und der guten alten Zeit. Er meinte, bei der Fahrt in die Zukunft braucht man einen Rückspiegel. Er verstand es, viele alte Weisheiten, geläufige Sprichwörter und Redewendungen, die bei vielen an Bedeutung und Sinn in Vergessenheit geraten sind, wieder in Erinnerung zu bringen. Oft hingen sie mit alten Bräuchen und dem Handwerk zusammen. Franz Bausinger verstand es, die Sprüche in verständlicher und humorvoller Art an die Gäste weiterzugeben.

Beispiele:
"Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" -- Das ist ein aus vorindustriellen Zeiten stammender Grundsatz der alten Mühlenordnung.
"Sein Bündel packen" -- Der Ausdruck bezieht sich auf das landwirtschaftliche Personal, das am Bünde­lestag zu Lichtmess eingestellt und an Martini wieder entlassen wurde.
Knechte und Mägde über den Winter durchzufüttern, fiel den Bauern nicht ein, und so galt alljährlich im November der Imperativ aus dem Volkslied: "Muss i denn, muss i denn zum Städele hinaus".
Die Aufforderung "Die schöne Hand geben, die Linke kommt vom Herzen" bezieht sich auf die Zeiten, als mancher Adlige sich neben der Ehefrau zur Rechten auch noch eine Gespielin zur "Linken" hielt. Gerne die Zofe, die ihm buchstäblich mehr am Herzen lag als die Angetraute.
Viele Volksweisheiten sind hintergründig und im Wortsinne "be-denklich":
"Wenn die Katz im Saustall Junge hat, sind das noch lange keine Sauen" -- spricht oder richtiger: sprach einst der Volksmund.
"Von den Faulen kann man mehr lernen als von den Gescheiten" -- in dieser Aussage steckt eine wichtige Erkenntnis über das Wesen der Innovation: Der Erfinder des Fahrrads, so Bausinger, sei einfach zu faul zum Laufen gewesen.
Bei manchen Ausdrücken ist ihre ursprünglichen Bedeutung heute nicht mehr transparent:
Mit einem Eigenbrötler war einst der Unbeweibte, der Ledige gemeint, der sein Brot allein essen musste. Heute nennt man so jemanden "Single". Dass so ein Eigenbrötler mit der Zeit zum komischen Kauz wurde, ergab sich aus der Situation. Komplett gewandelt hat sich auch der Sinn des "Heiligs Blechle" gemeint war nicht die Stoßstange, sondern die Bettlerblechmarke, welche die Heiligenpflege ausgab und die der ortsansässige Bettler vorzeigte, um von den Mönchen eine Suppe zu bekommen. Das Prinzip des Tafelladens, wenn man so will.
Bausingers abschließender Ratschlag an die Jungen lautete: "Träume nicht dein Leben; lebe Deinen Traum! " und den Alten empfahl er, ja nicht zu vergessen, dass sie auch einmal jung waren.

Die Mitglieder bedankten sich mit einem Applaus.
Im Anschluss übergaben die 1.Vorsitzende Rita Gärtner und das Ausschussmitglied Norbert Kost Herrn Bausinger ein kleines Geschenk.
Bei angenehmer Unterhaltung ließ man nun den Nachmittag ausklingen.

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