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Achtung: Trickbetrüger am Telefon!

Die Betrüger trachten derzeit immer wieder danach, vor allem ältere Menschen um ihr Geld zu bringen. Sie stellen sich am Telefon als Mitarbeiter der gesetzlichen Rentenversicherung vor und versuchen, unter verschiedenen Vorwänden persönliche Daten zu erfahren oder Geldüberweisungen zu veranlassen.
Wie die Deutsche Rentenversicherung Hessen berichtet, fordern sie Versicherte und Rentner zudem mit gefälschten Briefen zu Geldzahlungen auf. Deren Empfänger sollen eine im Schreiben genannte Telefonnummer anrufen. Wer dies tut, dem wird eine Kontoverbindung für die geforderte Überweisung genannt.
Die Deutsche Rentenversicherung Hessen rät daher zur Vorsicht: Wenn Sie sich bei Schreiben oder Anrufen nicht sicher sind, ob sich tatsächlich die Deutsche Rentenversicherung Hessen an Sie gewandt hat, nehmen Sie am besten direkt Kontakt zum kostenfreien Servicetelefon der Rentenversicherung unter 0800 1000 4800 auf und fragen dort nach. Die Deutsche Rentenversicherung Hessen betont, sie fordere niemals telefonisch zu einer Zahlung auf.
Die kostenlose Broschüre „Vorsicht Trickbetrüger“ zeigt die häufigsten Vorgehensweisen der Betrüger auf und erklärt, wie sich Versicherte und Rentner vor Trickbetrug schützen können. Interessierte erfahren außerdem, wo sie weitere Informationen und Hilfe bekommen können. Sie können den Ratgeber auf den Internetseiten der Deutschen Rentenversicherung : herunterladen

Falsche Polizisten zocken ältere Menschen am Telefon ab, LKA warnt: Massiver Anstieg der Betrugsmasche -
letztes Jahr entstand ein Schaden von 10 Mio. Euro

Kurz nach 22 Uhr. Das Telefon klingelt. Auf dem Display erscheint die 110. Wer schreckt da nicht auf und nimmt den Hörer ab. Es meldet sich ein Kommissar - jedenfalls gibt er vor ein solcher zu sein. Der Polizist, der in Wirklichkeit gar keiner ist, warnt vor einem kurz bevorstehenden Einbruch und fordert die Person am anderen Ende der Leitung auf, Wertgegenstände und Bargeld "vorübergehend" und nur zum Schutz an einen vermeintlichen Kollegen zu übergeben. Eine verhängnisvolle Masche, die sich so oder mit ähnlichen Gesprächstaktiken derzeit leider unendlich oft abspielt.

Mit fatalem Ausgang für die Opfer. Erst kürzlich fiel eine Frau auf diesen Schwindel herein und verlor 500.000 Euro. Über drei Wochen lang bezog ein falscher Beamter die ältere Dame vermeintlich in seine Ermittlungen mit ein. Durch seine dem Anschein nach umsichtige Art entlockte er auch sensible Daten der Frau wie Kreditkartennummer oder das Passwort für ihr Online-Banking und kundschaftete ihr gesamtes Vermögen aus. Im Jahr 2017 entstand allein in NRW ein Schaden von über 10 Mio. Euro. "Die Kreativität und Dreistigkeit der Täter kennt leider keine Grenzen", sagt Klaus Kisters vom Landeskriminalamt NRW (LKA NRW) gegenüber der VdK-Redaktion, "die Anrufer erhöhen immer weiter den psychischen Druck auf ihre Opfer, damit die keinen klaren Gedanken mehr fassen können." In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Geschädigten verneunfacht.
Boshafte Lügengeschichten
Besonders perfide: Wenn am Telefon dem falschen Polizisten sogar tatsächlich mal nicht geglaubt wird, tischen die Täter boshafte Lügengeschichten auf und binden weitere, fingierte Amtsträger wie BKA-Beamte oder Staatsanwälte mit ein. Lutz Hohaus vom LKA NRW erläutert: "Einen Tag später ruft dann ein angeblicher Staatsanwalt an und sagt: 'Gegen Sie liegt eine Strafanzeige vor, weil sie in diesem Fall nicht kooperieren.' Oder ein angeblicher Bankangestellter meldet sich: 'Sie müssen unbedingt auf die Polizei hören - sonst droht ihnen akute Gefahr.'" Die betroffenen Menschen würden so auf perfide Art und Weise "weichgekocht".

Auch kommt es vor, dass ein weiterer Betrüger - während sein Komplize mit dem Opfer spricht - bei der richtigen Polizei anruft und vorgibt, in der Gegend würde jemand mit einem Messer in der Hand herumlaufen. Folge: Die richtige Polizei fährt mit Blaulicht heran. Parallel nutzt der Täter am Telefon dies aus und betont dem Opfer gegenüber: "Sie hören es ja, unsere Kollegen sind schon unterwegs." Für die Betroffenen klingt die Geschichte fortan gar nicht mehr so merkwürdig.
Täter agieren aus Callcentern Wen sich die falschen Polizisten aussuchen, entscheiden diese willkürlich - jeden kann es treffen, aber fast immer sind es ältere Menschen. Häufig wird im Telefonbuch nach alten, deutschen Vornamen wie Hildegard, Heinz oder Elfriede gesucht. Oder die Banden haben Datenklau betrieben - etwa, weil sie einige Zeit in Firmen mit großem Kundenstamm gearbeitet haben - zum Beispiel in Hotels, bei Fluggesellschaften oder Telefonanbietern.

Bei den falschen Polizisten handelt es sich nach Angaben des LKA NRW insbesondere um deutsch-türkische Täter, die perfekt Deutsch sprechen und aus Callcentern agieren, die in der Türkei angesiedelt sind. Festnahmen der Drahtzieher ist also schwierig. "Von daher müssen wir dringend präventiv arbeiten. Die Vorgehensweise der Täter muss allen potentiellen Opfern und in deren sozialem Umfeld bekannt sein", sagt Klaus Kisters vom LKA. Denn er weiß nur zu gut: Wenn die Geschädigten ihr ganzes Erspartes einem angeblichen Boten übergeben haben und später begreifen, was passiert ist, stürzen sie in ein Loch und verlieren auch Vertrauen in den Staat und seine Institutionen. Ein Opfer sagte kürzlich: "Ich schäme mich so, ich habe alles verloren."

Der Sozialverband VdK NRW unterstützt die Präventionsarbeit des LKA NRW und hat in allen Geschäftsstellen in Nordrhein-Westfalen wichtige Hinweise ausgelegt und Poster ausgehangen. Darüber hinaus wird es regelmäßige Kooperationen auch bei weiteren Betrugs maschen geben - wir berichten darüber in Ihrer VdK-Zeitung.
Wichtige Tipps: Wenn Sie selbst angerufen werden!

  • Falls Sie in Ihrem Telefondisplay die Rufnummer der Polizei (110) ggf. mit einer Vorwahl sehen sollten, dann handelt es sich NICHT um einen Anruf der Polizei. Bei einem Anruf der Polizei erscheint NIE die Rufnummer 110 in Ihrem Display. Legen Sie sofort auf!
  • Wählen Sie anschließend selbst die 110. Schildern Sie der Polizei den Sachverhalt.
  • Die Polizei erfragt telefonisch keine Bankdaten, keine Vermögensverhältnisse und auch keine Inhalte von Schließfächern oder Tresoren ab.
  • Übergeben Sie unbekannten Personen NIEMALS Geld oder Wertsachen. Die Polizei wird Sie NIEMALS auffordern, Wertsachen und Geld an einen vermeintlichen Polizisten oder Boten zu übergeben.

Noch mehr Infos und Hinweise auf der Internetseite des LKA NRW: Polizei warnt

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