Url dieser Seite: http://vdk.de/ov-buehlertal/ID148189
Sie befinden sich hier:

1947

Kriegsteilnehmer ergriffen Eigeninitiative und gründeten einen Verband, der ihnen in den nächsten Jahrzehnten beistand und bis heute existiert.

Ehrenvorsitzender Josef Kreuz * 1923 berichtet
Aufarbeitung eines Stücks Dorfgeschichte mit Hilfe von Zeitzeugen.

Schon bald kam es zu Kontakten mit Bühl und Umgebung, die von der misstrauischen Besatzungsmacht gestört wurden. So wurde das Vorhaben im Stillen vorangetrieben. Die Besatzung ließ erst Mitte 1947 einen Zusammenschluss zu, mit der Auflage, dass das Wort Krieg tabu sei.
Im Oktober 1947 fand in Bühl unter starker Beteiligung von Bühlertal eine Kundgebung statt. Es wurde der Kreisverband der
Körperbeschädigten ausgerufen, gleichzeitig beschlossen die Bühlertäler ihre eigene Ortsgruppe zu gründen.
Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland änderte sich langsam das Leben der Betroffenen zum Besseren. Für den Personenkreis der Kriegsbeschädigten, Kriegerwitwen und Kriegswaisen wurde das Bundesversorgungsgesetz ( BVG ) verkündet. Aus heutiger Sicht war es gut durchdacht, und so hat es heute noch seine Gültigkeit.
Das BVG ist Richtschnur für alle Gegebenheiten im Kriegsopferbereich. Es regelt von der Antragstellung einer Anerkennung über den Untersuchungsmodus bis zum Bescheid und bis zum Tod des Kriegsbeschädigten alle Möglichkeiten.
Bühlertal hatte bei den Kriegsbeschädigten viele Schwerstbeschädigte, wie Hirnverletzte, Doppelamputierte, Gesichtsentstellte u.a. in seinem Ortsverband.
Bei einer Minderung der Erwerbstätigkeit ( MdE ) von 50Für den Laien war die Materie fast unüberschaubar. Das Gesetz sah zwar bei Unstimmigkeiten einen Rechtsweg vor, aber wie konnte man den begehen.
Inzwischen war der 1947 gegründete Verband in den bundesweit tätigen Verband der Kriegsopfer aufgegangen. Hier gab es geschulte Sozialreferenten und Sozialanwälte, die den Mitgliedern unentgeltlich zur Verfügung standen. Es kam zu vielen Widersprüchen, Klagen und Berufungen bis zum Sozialgericht. Der Alleinstehende hatte da kaum Chancen.
Nach dem Gesetz können Schwerkriegsbeschädigte mit 60 Jahren in Rente / Pension gehen, wenn mindestens 40 Arbeits- / Dienstjahre vorlagen. Auch hier kam es oft zu Unstimmigkeiten mit den Versicherungsanstalten. Der VdK öffnete sich, nahm Rentner als Mitglieder auf.
Der Ortsverband Bühlertal feierte 1972 sein 25 jähriges Bestehen. Er zählte 202 Mitglieder. Über 50 Männer und Frauen wurden als Gründungsmitglieder geehrt. Dazu kamen noch etliche, die in Bühl beim Reichsbund organisiert waren.
Natürliche Abgänge ließen die Mitgliederzahlen schrumpfen. Ein Ende der Schicksalsgemeinschaft war absehbar.
Zwischenzeitlich war die Sozialgesetzgebung weitergegangen und das Behindertengesetz verkündet worden. Aufgabe war es, behinderte Menschen besser in den Arbeitsprozess einzugliedern und eine gewisse Hilfs- und Sozialfunktion auszuüben. Es ist im Vergleich zum BVG kein Leistungsgesetz. Anträge auf Anerkennung einer Behinderung gehen zu den Versorgungsämtern. Hier wird heute nach den Vorlagen des BVG medizinisch verfahren und dann werden Bescheide erteilt, die über den Grund der Behinderung ( GdB ) aussagen. Da es auch hier zu heftigen Protesten seitens der Antragsteller kam, erkannte der Sozialverband VdK die Möglichkeit, an jüngere Mitglieder zu kommen. Er erweiterte seine Aufgaben und nahm auch diesen Personenkreis auf. Äußerlich änderte er sein Logo.
Mitte der 90er Jahre setzte in den Verbandsführungen ein Generationswechsel ein. Jüngere Behinderte waren bereit, Verantwortung zu übernehmen.
Bühlertal feierte 1997 sein 50 jähriges Bestehen. Bei der 50 Jahrfeier lebten noch 22 Gründungsmitglieder bei einem Mitgliederstand von 115 Personen. Auf Bundesebene kam es zu gravierenden Änderungen. Man betrachtete sich als moderner Dienstleister und firmiert seither unter dem Namen Sozialverband VdK . Er ist für alle Bürger offen, berät und vertritt in allen Belangen des Sozialrechts, wie Renten.-, Behinderten.-, Krankenkassen.-, Pflegeversicherung u.a. Bei anwaltlichen Vertretungen muss der Kläger heute eine Schutzgebühr entrichten.
2000 übergab Josef Kreuz den Ortsverband in jüngere Hände.
1. Vorsitzender Rudi Wolf, 2. Vorsitzende und Geschäftsführerin
Uschi Bäuerle, Frauenbeauftragte Eva Braun und Kassiererin Lilli Wolf leiten nunmehr die Geschicke des Ortsverbandes.
Die Einschnitte in den Sozialgesetzen lassen immer mehr Bürger den Weg zum VdK finden. So hat Bühlertal im Jahr 2006 fast 200 Mitglieder, davon sind 16 Kriegsbeschädigte und 21 Kriegerwitwen. Es leben noch 9 Gründungsmitglieder.

2014 , nach Neuwahlen ergaben sich folgende Änderungen:
1. Vorsitzende wurde Uschi Bäuerle,
2. Vorsitzender Erwin Flandrich,
Kassier Manfred Bäuerle.

Zum 01.01.2014 haben wir an Mitgliedern:
49 Behinderte, 17 Fördernde Mitglieder, 6 Hinterbliebene, 6 Kriegs- / Wehrdienstopfer, 51 Rentner / Pensionäre und 91 Sonstige Mitglieder.
Insgesamt 220 Mitglieder.

Bisherige Vereinsvorsitzende:

1947 - 1951 Ewald Kohler
1951 - 1962 Wilhelm Küpper
1962 - 1964 Komm. Vorstand
1964 - 2000 Josef Kreuz
2000 - 2014 Rudi Wolf
2014 - Uschi Bäuerle

Bildrechte einblenden

Bildrechte auf der Seite "https://www.vdk.de/ov-buehlertal/ID148189":

    Liste der Bildrechte schließen