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Pressemitteilungen

VdK-Präsidentin: „Studie des Wirtschafts-Instituts bestätigt Forderung nach einer Bürgerversicherung“
Es wird eine Beitragssenkung von einem Prozent prognostiziert
Jetziges System sei zutiefst ungerecht und unsolidarisch, kritisiert Verena Bentele

Eine Gesundheitskarte steckt im Portemonnaie

Gesundheitskarte

13.07.2021© Gesundheitskarte

Berlin. Der Sozialverband VdK sieht sich durch die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in seiner Forderung bestärkt, die privaten und gesetzlichen Krankenkassen in einer einheitlichen Krankenversicherung zu vereinen. „Nun kommt auch ein arbeitgeberfinanziertes Institut endlich zu dem Schluss, dass alle Versicherten profitieren, wenn es nur noch eine Krankenversicherung für alle gibt. Die prognostizierte Beitragssenkung um ein Prozent ist bemerkenswert, da sonst immer nur von Beitragserhöhung die Rede ist“, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele.

Das arbeitgeberfinanzierte IW hat in einer Studie nachgerechnet, was eine Bürgerversicherung tatsächlich für die Versicherten in Deutschland bedeuten würde. Die Studie, die am Dienstag bekannt wurde, kommt zu dem Schluss: Die Lasten würden in einem solchen Modell anders verteilt als bisher, die Gruppe der heute gesetzlich Versicherten könnte sich auf geringere Beiträge einstellen – allerdings nur für sechs Jahre. Dann würde der Kassenbeitrag wieder auf das Niveau von heute steigen.

„Das jetzige System von gesetzlicher und privater Krankenversicherung ist zutiefst ungerecht und unsolidarisch. Das müssen wir endlich mit einer Versicherung für alle ändern“, sagte Bentele weiter. Das würde das System zumindest einige Jahre entlasten, wie ja auch das IW nun bestätigte. Um es dauerhaft zu stabilisieren, müssten unterschiedliche Finanzierungsmodelle, die nicht zulasten der unteren Einkommen gehen, geprüft werden, sagte Bentele: „Alle Ideen müssen auf den Tisch. Auch ein Steuerzuschuss für alle sogenannten versicherungsfremden Leistungen wie Mutterschaftsgeld gehört dazu. Zu klären ist auch, ob es über 100 gesetzliche Krankenkassen geben muss.“ Hier sieht die VdK-Präsidentin Einsparmöglichkeiten. Eine kapitalgedeckte Finanzierung, wie sie das IW unter anderem vorschlägt, sieht sie dagegen kritisch. „Die Finanzkrise von 2009 hat deutlich gezeigt, dass diese nicht krisensicher ist“, so Bentele.

Der VdK ist überzeugt, dass eine einheitliche Krankenversicherung, in die alle einzahlen, dem Solidarsystem entspricht. „Wir wollen Alt nicht gegen Jung und Arm nicht gegen Reich ausspielen“, sagt Bentele. „Für den VdK ist es Ausdruck von gelebter Solidarität, wenn die Besserverdienenden einer Gesellschaft ihren Beitrag für ein gutes System für alle leisten. Und wer als junger Mensch die Älteren unterstützt, profitiert selbst im Alter.“

VdK-Präsidentin: "Vielen Älteren bleibt wegen kleiner Renten nichts anderes übrig, als noch zu arbeiten"
Sozialverband VdK bekam in Corona-Zeit viele Zuschriften von Rentnern, die nicht über die Runden kamen
Forderung nach Renten, die zum Leben reichen und höherem Rentenniveau

Putzen da zu kleine Rente

12.07.2021© zu kleine Rente

Ein Rollwagen mit Putzmitteln
Sinnbild für prekäre Jobs im Alter: Viele Menschen über 67 müssen weiter arbeiten, um über die Runden zu kommen, zum Beispiel als Putzkraft. | © pixabay.de

VdK-Präsidentin Verena Bentele ist überzeugt, dass viele der mehr als eine Millionen alten Menschen, die noch jenseits der 67 arbeiten, dies nicht freiwillig tun und kritisiert das niedrige Rentenniveau: "Wir wissen aus sehr vielen Zuschriften während der Coronazeit, dass vielen Älteren wegen ihrer kleinen Renten gar nichts anderes übrig bleibt, als noch zu arbeiten. Als dann wegen des Lockdowns die Minijobs und die selbstständige Beschäftigung wegfielen, konnten sie mit der kargen Rente nicht über die Runden kommen und haben uns verzweifelt um Rat gefragt. Denn Kurzarbeitergeld bekommen sie nicht."

Am Wochenende war eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag bekannt geworden, der zufolge immer mehr Ältere in Deutschland einer Beschäftigung nachgehen. So waren im vergangenen Jahr 1,04 Millionen Beschäftigte 67 Jahre oder älter. Fast 600.000 hatten noch im Alter ab 70 einen regelmäßigen Job.

Bentele fordert daher: "Wir brauchen Renten, die zum Leben reichen. Das Rentenniveau muss dauerhaft auf über 50 Prozent angehoben werden. Und die Grundrente muss ausgebaut werden, indem die Zugangshürden abgebaut und die Zuschläge so erhöht werden, dass sie eine Rente über dem Grundsicherungsniveau garantieren."

VdK-Präsidentin: „Alle Abgeordneten sollten in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen“
Sozialverband begrüßt fraktionsübergreifende Initiative zur Altersversorgung von Abgeordneten
Es sollte ein erster Schritt hin zu einer Rentenversicherung für alle sein

05.07.2021

Abgeordnete einzahlen© 05.07.21

Der Sozialverband VdK Deutschland begrüßt den Vorstoß von Abgeordneten mehrerer Fraktionen, Schluss zu machen mit dem Sonderstatus der Bundestagsabgeordneten bei der Altersversorgung. „Das ist eine wichtige Initiative, die wir sehr begrüßen. Die Abgeordneten haben offenbar erkannt, dass diese Privilegierung der Sonderentschädigung vor den Wählerinnen und Wählern kaum noch zu rechtfertigen ist“, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele. „Deswegen ist es auch nur konsequent, wenn die Abgeordneten in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und dann ihre Rente nach den gleichen Kriterien ausgezahlt bekommen, wie jeder andere Bürger auch. Das wäre ein wichtiger Schritt hin zu einer Rentenversicherung für alle, die das System auf Dauer stabilisiert und das Vertrauen darin stärkt“, sagte Bentele weiter.

Die Abgeordneten Carsten Linnemann (CDU), Ralf Kapschack (SPD), Johannes Vogel (FDP), Matthias M. Birkwald (Linke) und Markus Kurth (Grüne) hatten in einer gemeinsamen Erklärung gefordert, „anstatt im Rahmen einer Sonderregelung Altersversorgung zu erhalten, sollten Bundestagsabgeordnete selbst für ihr Alter vorsorgen.» Der Bund gibt für die Altersentschädigung an ausgeschiedene Mitglieder des Bundestags mehr als 50 Millionen Euro aus Steuermitteln im Jahr aus, was immer wieder kritisiert wurde. Die bisherige Entschädigung treffe „auf wenig Verständnis und Akzeptanz in der Bevölkerung und sei nicht mehr zeitgemäß“, so die Abgeordneten in ihrer Erklärung. Die Altersentschädigung ist im Grundgesetz festgeschrieben und soll die Unabhängigkeit der Parlamentarier sichern. Ein Abgeordneter erwirbt bereits nach einem Jahr im Bundestag einen Pensionsanspruch von rund 250 Euro im Monat. Die Ansprüche steigen schrittweise. Nach 27 Mitgliedsjahren erreichen sie den Höchstbetrag von 67,5 Prozent der Abgeordnetenentschädigung. Die Parlamentarier erinnern an acht Jahre alte Reformempfehlungen einer Expertenkommission zum Abgeordnetenrecht. Allerdings war sich die Kommission damals nicht einig. So geht es auch den Abgeordneten, die nun eine Reform nach der Bundestagswahl fordern.

Kapschack, Birkwald und Kurth von SPD, Linken und Grünen plädieren dafür, dass die Bundestagsabgeordneten Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung werden. Geben solle es eine ergänzende Absicherung, vergleichbar mit der Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst. Der CDU-Abgeordnete Linnemann und der FDP-Politiker Vogel hingegen wollen, dass die Abgeordneten frei über die Form ihrer Altersversorgung entscheiden können.

Einmütig fordert die Gruppe: Der Bundestag solle zu Beginn der kommenden Wahlperiode eine interfraktionelle Arbeitsgruppe einsetzen, die einen Reformvorschlag erarbeitet.

VdK-Landesvorsitzende Mascher zum Tod des langjährigen DGB-Bayern-Vorsitzenden Jena
Das Portraitfoto zeigt VdK-Ehrenpräsidentin Ulrike Mascher

01.07.2021

01.07.21© Ulrike Mascher

Ulrike Mascher | © Monika Keiler
„Mit großer Bestürzung haben wir erfahren, dass Matthias Jena überraschend und viel zu früh verstorben ist. Als Vorsitzender des DGB Bayern war Matthias Jena dem Sozialverband VdK Bayern als Mitstreiter für soziale Gerechtigkeit eng verbunden. Insbesondere im Sozialen Netz Bayern, einem Zusammenschluss aller großen sozialen Organisationen in Bayern, war er eine treibende Kraft, um gemeinsame Positionen für eine soziale Politik in Bayern zu erarbeiten und gegenüber der Staatsregierung zu vertreten. Ganz persönlich habe ich Matthias Jena als stets zugewandten und aufmerksamen Partner in unseren gemeinsamen Themen erfahren. Der Sozialverband VdK Bayern wird ihn als soziale Stimme in Bayern sehr vermissen. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie."

04.05.2021
Gemeinsame Pressemitteilung: Sozialverträgliche Mobilitätswende nicht länger aufschieben
Bündnis diskutiert mit Kanzleramt über Forderungen zum Verkehr der Zukunft
Ein Wimmelbild mit Menschen, die mobil sind auf dem Fahrrad, mit der Bahn, mit Rollator, die an Autos arbeiten
© Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende

Ein Zusammenschluss aus Gewerkschaften, Sozial- und Umweltverbänden und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beschäftigt sich mit Unterstützung der Stiftung Mercator mit der Frage, wie unsere Mobilität in Zukunft aussehen soll. Klimakonform und sozial gerecht – auf 53 Seiten beschreiben die Beteiligten ihre gemeinsame Vorschläge (Bündnis sozialverträgliche Mobilitätswende_Broschüre.pdf). Diese Handlungsempfehlungen von DGB, IG Metall, ver.di, SoVD, VdK, AWO, VCD, BUND, EKD und NABU haben Vertreterinnen und Vertreter des Bündnisses jetzt im Rahmen eines Arbeitsgesprächs an das Bundeskanzleramt übergeben.

Daseinsvorsorge, Lebensqualität und Gesundheit, Mobilitätswirtschaft und ein allgemeiner Kulturwandel sind die vier Handlungsfelder. Alle Beteiligten haben unterschiedliche Ansätze in Bezug auf den Verkehrssektor. Das vorhandene Potenzial für den Klimaschutz ist immens. Seit drei Jahrzehnten fehlt jedoch der politische Wille, Treibhausgasemmissionen einzusparen. Antworten werden auch in anderen Bereichen dringend gesucht. Gesundheit und Lebensqualität leiden unter Schadstoff- und Lärmemissionen sowie unter der Flächenkonkurrenz. Nicht alle Menschen in Deutschland haben gleichberechtigt Zugang zur Mobilität, Sparmaßnahmen im öffentlichen Nahverkehr führen zu schlechten Arbeitsbedingungen und auch die Automobilwirtschaft steht vor erheblichen Umbrüchen.

Vom Dialog mit dem Kanzleramt erwarten sich die Initiatoren ein entschlosseneres Handeln der jetzigen, aber auch der kommenden Bundesregierung. Dabei versteht sich das Bündnis als Anlaufstelle für die Gestaltung der Mobilitätswende. Das aktuelle Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum deutschen Klimaschutzgesetz – wonach die Bundesregierung zu viele Lasten in die Zukunft verschiebt - unterstreicht die Dringlichkeit des Ansinnens. Die Möglichkeiten, mobil zu sein, sind sonst ebenso bedroht wie die Freiheitsrechte.
16.02.2021
Mit Geduld die Veränderung meistern
Im Alter tauschen Eltern und Kinder die Rollen – für beide Seiten nicht einfach
Symbolfoto: Frau streichelt einer Seniorin im Rollstuhl das Gesicht

16.02.2021

16.02.2021© Pflege

Wenn Mutter und Vater alt werden, steht ein Rollenwechsel an. Die einst von der Hilfe der Eltern abhängigen Kinder übernehmen die Verantwortung für die zunehmend gebrechlich werdenden Senioren. Nicht immer fällt diese Veränderung leicht. Die psychologische Psychotherapeutin Dr. Helga Lauchart gibt Tipps, wie sie gelingen kann.

Der Rollenwechsel im Alter ist für beide Seiten eine enorme Umstellung. Für die Kinder waren die Eltern lange Zeit die Starken. Im Erwachsenenalter begegnen sich die Generationen meist auf Augenhöhe. „Wenn das Kräfteverhältnis jedoch kippt, müssen die erwachsenen Kinder ihre gefühlte Schutzglocke aufgeben. Das ist nicht immer angenehm“, sagt Lauchart.

Aber auch die Eltern haben mit dem Verlust ihrer Autonomie und Kompetenz zu kämpfen, weiß die Psychotherapeutin aus dem bayerischen Unterwössen. Wer zuvor schon Probleme hatte, Hilfe anzunehmen, tut sich nun noch schwerer. „Es ist schmerzlich, sich einzugestehen, dass ich nicht mehr alles kann“, so Lauchart. Viele Senioren schämen sich dafür – insbesondere vor den Menschen, die ihnen am vertrautesten sind. Auch Lauchart hat diese Erfahrung mit ihren Patienten gemacht: „Gegenüber den eigenen Kindern wird der Kontrollverlust oft schlimmer empfunden als gegenüber Fremden“, erklärt sie.

Nicht selten kommt es vor, dass die Eltern ihre Gebrechlichkeit gegenüber den Kindern anfangs noch kaschieren. Beispielsweise verschweigen sie einen Sturz oder überspielen die zunehmende Vergesslichkeit. Auch Lauchart hat diese Erfahrung gemacht: „Der größere Teil der Senioren neigt dazu, sich besser darzustellen, als sie tatsächlich sind.“ Auch vor sich selbst haben sie oft große Probleme, zuzugeben, dass manche Verrichtungen im Alltag nicht mehr möglich sind. Wer das Problem erst einmal erkannt habe, dem falle es leichter, Hilfe einzufordern.

Die Psychologin rät den Kindern, diesem schmerzhaften Rollenwechsel mit Geduld und Verständnis zu begegnen. Ideal sei, anfangs kleine Hilfen anzubieten. Dabei sollte man die Eltern noch so viel wie möglich selbst machen lassen. Ein Zuviel an Hilfe sei genau so problematisch wie gar keine Unterstützung.
„Weichspüler“ verwenden

Wenn ernsthafte Themen zur Sprache kommen müssen, biete es sich an, erst von jemand anderem in einer ähnlichen Lage zu sprechen und dann auf die eigene Situation überzuleiten, empfiehlt die Expertin. So könne man beispielsweise erzählen, die Eltern von Bekannten hätten eine Patientenverfügung erstellt, und dann nachfragen: Wie ist das eigentlich bei Euch? „Bei heiklen Themen kommt man an die Eltern besser ran, wenn man einen ,Weichspüler‘ verwendet“, betont Lauchart.

Liegt allerdings eine ernsthafte Gefährdung vor, sollte man eine deutliche Sprache wählen. Am besten gelingt das, wenn alle an einem Strang ziehen. „Zum Beispiel kann man eine Familienkonferenz einberufen, um den Eltern klarzumachen, dass sich alle Sorgen machen und dass sie so nicht weiterleben können“, schlägt die Psychotherapeutin vor. Sollten sich die Eltern weigern, ihre Schwächen zuzugeben und Hilfe anzunehmen, könne man sich überlegen, wer mit ihnen reden und sie überzeugen kann.

Etwas Besonderes ist der Rollenwechsel, wenn man sich dafür entscheidet, die eigenen Eltern zu pflegen. „Mit den Eltern verbindet uns eine gemeinsame Geschichte. Diese kann gut oder schlecht sein“, so Lauchart. Sie empfiehlt, sich im Vorfeld genau zu überlegen, ob man die häusliche Pflege zeitlich und finanziell stemmen kann. Ratsam ist es, bei einer solchen Entscheidung die eigene Familie mit einzubeziehen. Und natürlich den Pflegebedürftigen selbst: „Denn nicht jeder wünscht sich, im Alter von den eigenen Kindern versorgt zu werden.“

09.02.2021
Pflegereform jetzt!
VdK fordert mit 22 anderen Verbänden endlich die Pflegereform 2021 anzupacken.

Pflege

09.02.2021© Pflege

Das Bündnis für Gute Pflege, ein Zusammenschluss von 23 Verbänden und Organisationen mit insgesamt rund 13,6 Millionen Mitgliedern, fordert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf, unverzüglich einen Referentenentwurf zur Reform der Pflegeversicherung vorzulegen. Vor allem die finanziellen Eigenanteile für Pflegebedürftige in der Langzeitpflege sind endlich zu begrenzen.

Bereits Anfang Oktober vergangenen Jahres hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Rahmen eines Interviews mit der „Bild am Sonntag“ eine Pflegereform angekündigt. Passiert ist seitdem jedoch nichts. Damit es noch vor dem Ende der Legislaturperiode eine tragfähige Lösung gibt, muss die Bundesregierung jetzt handeln.

Eine bedarfsgerechte Personalausstattung in der ambulanten und stationären Langzeitpflege sowie eine Deckelung der Eigenanteile von pflegebedürftigen Menschen sind die dringlichsten Baustellen einer unbedingt notwendigen Pflegereform. Zugleich muss die Pflegeversicherung auf solide finanzielle Füße gestellt sowie nachhaltig und generationengerecht für die Zukunft ausgestaltet werden.

Pflegebedürftige Menschen müssen mittlerweile in der stationären Pflege durchschnittlich 2.068 Euro pro Monat an Eigenanteil für die Pflegeleistungen, Investitionskosten sowie Unterkunft und Verpflegung aufbringen. Dies ist von einem großen Anteil der Pflegebedürftigen nicht mehr zu leisten. Es muss verhindert werden, dass dadurch noch mehr Menschen in die Sozialhilfe gedrängt werden. Die Kosten für eine qualitativ hochwertige und am Bedarf orientierte Pflege mit Beschäftigten, die für die verantwortungsvolle und oft auch belastende Arbeit tariflich gut zu bezahlen sind, müssen solidarisch getragen werden.

VdK-Präsidentin Verena Bentele: „Die Bundesregierung muss bei der Pflege aus ihrem Winterschlaf erwachen. Auch wenn Herr Spahns ganze Aufmerksamkeit der Pandemiebekämpfung gilt, so hat er doch selbst den ersten Aufschlag für eine Pflegereform 2021 gemacht. Nun heißt es auch liefern und nicht nur Ankündigungspolitik zu betreiben.“

27.01.2021
Bentele: „Geldbeutel der Heimbewohner wird immer schmaler“ – Sozialverband VdK kritisiert steigende Eigenanteile in Pflegeheimen

Verband der Ersatzkassen veröffentlicht Zahlen zu steigenden Eigenanteilen bei stationärer Pflege
Bentele: „Gute Pflege muss uns als Gesellschaft mehr wert sein.“

Pflege

Pflege© Pflegeheim

VdK-Präsidentin Verena Bentele hat die steigenden Eigenanteile in Pflegeheimen scharf kritisiert. Bentele betonte anlässlich der Veröffentlichung aktueller Zahlen des Verbands der Ersatzkassen (vdek) am Mittwoch in Berlin: „Der Griff in den Geldbeutel der Heimbewohner bei stationärer Pflege wird immer tiefer. Das muss ein Ende haben. Wir fordern noch bis zur Wahl ein Finanzierungsentlastungsgesetz für diese Personen. Die Zuzahlung zu den Pflegekosten muss auf Null sinken. Es kann nicht sein, dass immer mehr pflegebedürftige Personen in die Sozialhilfe gezwungen werden, weil sie in einem Pflegeheim leben.“

Die Daten der Ersatzkassen zeigen, dass die Eigenanteile in der Pflege steigen. Zwar hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgeschlagen, die Zuzahlung zu den Pflegekosten bei 700 Euro einzufrieren. Jedoch machen die Pflegekosten nur einen Teil der Gesamtkosten für einen Heimplatz aus. Hinzu kommen Kosten fürs Personal, Verpflegung und Unterbringung und Investitionskosten, die der Heimbewohner oder seine Angehörigen aufbringen müssen.

Bentele erläuterte: „Es war zu erwarten, dass gerade die pflegebedingten Kosten sich erhöhen. Schließlich beinhalten sie auch die Personalkosten. Wir finden es absolut richtig, dass die Gehälter der Beschäftigten in der Pflege steigen. Jedoch den Kostenaufwuchs allein den Pflegebedürftigen aufzubürden ist nicht hinnehmbar. Gute Pflege muss uns als Gesamtgesellschaft mehr wert sein.“ Nach Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft stiegen die Gehälter der Beschäftigten in der Pflege allein von 2014 bis 2019 um 22,5 Prozent.

Die Daten der Ersatzkassen zeigen aber auch, dass von einer Reform nach den Vorschlägen des Bundesgesundheitsministers vorwiegend die Bewohner der westlichen Bundesländer profitieren. Während ein Baden-Württemberger mit einem derzeitigen Eigenanteil von 1121 Euro bei der Spahn-Deckelung auf 700 Euro deutlich spart, wirkt sich die Deckelung bei einem Thüringer mit derzeitigem Eigenanteil von 554 Euro gar nicht aus. Bentele: „Diese Ungleichbehandlung darf nicht sein!“

Der VdK fordert deshalb die komplette Gegenfinanzierung der Pflegekosten. Pflegebedürftige seien mit den Kosten für Unterkunft und Verpflegung und den Investitionskosten genug belastet.

12.01.2021
Sozialverband VdK begrüßt Vorstoß von Arbeitsminister Heil. Bentele: „Hartz-IV-Reform ist längst überfällig“
Erleichterter Zugang zu Hartz IV soll gesetzlich verankert werden
Corona-Krise hat gezeigt: Hilfe ist auch mit weniger Bürokratie möglich

Das Bild zeigt einen Wecker

Der Sozialverband VdK hat den Plan von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil begrüßt, den Zugang zu Hartz IV deutlich zu erleichtern. VdK Präsidentin Verena Bentele betonte am Dienstag in Berlin: „Die Vermögensprüfung bis 60 000 Euro auszusetzen und die tatsächlichen Wohnkosten anzurechnen ist ein längst überfälliger Schritt.“

Bentele unterstrich: „Die Corona-Krise hat gezeigt, dass es bei Hartz IV auch ohne das bisher übliche Bürokratie-Monster geht. Der VdK fordert schon lange, dass endlich die echten Mietkosten angerechnet werden. Auch der Wegfall der Vermögensprüfung bis 60 000 Euro ist richtig. Beides macht Hartz IV ein Stück menschenwürdiger. Viele Menschen, darunter viele Solo-Selbstständige, würden von den Neuerungen profitieren. Hartz IV würde damit zu dem, was es eigentlich sein soll: Ein echtes Auffangnetz für alle, die in Krisen schnelle und unbürokratische Hilfe brauchen. Damit schafft man Vertrauen in die soziale Mindestsicherung und nimmt den Menschen Ängste. Ohne Angst vor dem Verlust der Wohnung ist die Suche nach einem neuen Job wesentlich einfacher."
Kassenbeiträge steigen: VdK fordert mehr Solidarität
Bundesrat beschließt Erhöhung für 2021
Bentele: Auch Private müssen einzahlen

Das Foto zeigt ein Stethoskop, Pillen und daneben Geldscheine und Münzen
© pixabay.de

Der Bundesrat hat der Erhöhung des durchschnittlichen Zusatzbeitrages der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) zugestimmt. Das heute, am 18.12.2020, verabschiedete Gesetz zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege (GPVG) sieht vor, dass die Krankenkassen mit höheren Beiträgen im Jahr 2021 Ausgabensteigerungen auffangen können. Außerdem erhält die GKV im kommenden Jahr einmalig einen ergänzenden Bundeszuschuss aus Steuern in Höhe von 5 Milliarden Euro. Aus den Finanzreserven der Krankenkassen werden 8 Milliarden Euro in die Einnahmen des Gesundheitsfonds überführt. Damit reagiert der Gesetzgeber auf ein Defizit bei den GKV von rund 16 Milliarden Euro.

Der VdK sieht das kritisch und fordert einen kompletten Systemwechsel.

VdK-Präsidentin Verena Bentele sagt dazu: „Die Finanzierung von großen Herausforderungen im Gesundheitswesen zeigt ein strukturelles Problem auf. Es ist nicht mehr die Zeit für kurzfristige Taschenspielertricks, um die Finanzierung sicherzustellen, sondern es bedarf grundlegender Reformen.“

Der Sozialverband kritisiert, dass hauptsächlich die gesetzlichen Krankenkassen und ihre Beitragszahler zur Kasse gebeten werden. Privat Versicherte profitieren von Maßnahmen für eine funktionierende Gesundheitsversorgung oder von Corona-Schutzimpfungen und –masken. Private Krankenversicherer beteiligen sich aber zu wenig an der Finanzierung. Das ist zu einseitig.

Bentele weiter: „Wer die Sozialversicherungsbeiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern dauerhaft bei 40 Prozent halten will, muss auf eine solidarische Krankenversicherung für die gesamte Bevölkerung umstellen. Hier müssen auch diejenigen einzahlen, die bisher in der privaten Krankenversicherungen sind. Nach dem Solidarprinzip erbringen die großen gesetzlichen Krankenversicherungen verlässlich Leistungen für viele sozial benachteiligte Menschen, chronisch Kranke und Menschen mit Behinderungen. Die Beiträge der Gering- und Normalverdiener sichern nicht zuletzt die medizinische Infrastruktur in Deutschland.“

Osteoporose: Früherkennung ist wichtig Bereits ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko – Experte empfiehlt Knochendichtemessung und viel Bewegung

Weltweit sind fast jede zweite Frau und jeder fünfte Mann ab 50 Jahren von Frakturen betroffen, die auf Osteoporose (Knochenschwund) zurückzuführen sind. Hierzu gehören Knochen- und Wirbelbrüche. Oft sind Handgelenk, Wirbelsäule oder die Hüfte in Mitleidenschaft gezogen. Besonders schwerwiegend ist ein Oberschenkelhalsbruch. Die VdK-Zeitung sprach mit Prof. Dr. Uwe Maus, Experte bei der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. (DGOU) und leitender Arzt für Endoprothetik und Osteologie an der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf.
Das Foto zeigt ein älteres Pärchen beim Wandern, beide haben Nordic-Walking-Stöcke
"Bewegung hilft immer." - Regelmäßiger Sport hilft, Stürzen vorzubeugen und auch im Alter Balance, Muskelkraft, Ausdauer und Beweglichkeit zu erhalten. | © pixabay.de

Wie leicht können Knochen und Wirbel bei älteren Menschen brechen?

Sie können durch einen Sturz oder Stoß verursacht werden, auch durch einen Unfall. Da sich in höherem Alter die Knochenstruktur verändert, reichen oft schon Alltagsbelastungen, wie das Heben eines Gegenstands, Bücken oder auch ein minimaler Sturz, für einen Knochenbruch aus. In Bezug auf Rippenbrüche kann es teilweise schon beim Husten zu einem oder mehreren Rippenbrüchen kommen.

Muss man immer wieder mit neuen Frakturen rechnen?

Insbesondere bei einer Osteoporose, also einem meistens altersbedingten Rückgang der Knochendichte und der Knochenstruktur mit der Folge einer verstärkten Knochenbrüchigkeit, ist das Risiko für weitere Brüche sehr stark erhöht. Dabei lässt sich durch einen Wirbelbruch auch ein erhöhtes Risiko für andere Brüche, wie zum Beispiel der Bruch des Schenkelhalses, nachweisen. Daher gehört zur Behandlung eines Knochenbruchs auch die Abklärung, ob eine Osteoporose vorliegt. Der erste Knochenbruch sollte immer als Alarmzeichen für Osteoporose beachtet werden. Zur Abklärung gehört die Erfassung von Risikofaktoren, beispielsweise Cortison­einnahme oder Nikotinkonsum, und eine Knochendichtemessung. Anhand dieser Parameter kann die Osteoporose diagnostiziert und eine Behandlung eingeleitet werden.

Besonders gefürchtet ist der Oberschenkelhalsbruch.

Bei einem Oberschenkelhalsbruch, also einer Schenkelhalsfraktur, ist der Knochen genau im Übergang vom Hüftkopf zum Schaft des Oberschenkelknochens gebrochen. Der Oberschenkelhalsbruch gehört zu den häufigen osteoporosebedingten Brüchen im Alter. Meist ist ein Sturz die Ursache, etwa aus dem Bett oder vom Stuhl. Für manche alte Menschen bedeutet ein Oberschenkelhalsbruch das Aus ihres selbstständigen Lebens, und laut Statistik wird jeder fünfte ältere Mensch nach so einem Bruch zum Pflegefall. Genau deshalb ist es so wichtig, die Osteoporose frühzeitig zu behandeln.

In Deutschland leiden 6,3 Millionen Menschen an Osteoporose. Wie kann man sie behandeln?

Die Behandlung besteht aus der ausreichenden Aufnahme von Vitamin D und Kalzium, regelmäßiger körperlicher Belastung und Bewegung und der Einnahme eines Medikaments zur Verhinderung weiterer Knochenbrüche.

Kann man einer Osteoporose vorbeugen?

Osteoporose ist der Rückgang der Knochenmasse und der Knochenstruktur durch das Alter und, insbesondere bei Frauen, durch die Hormonumstellung in den Wechseljahren. Um das Risiko zu verringern, kann man in jüngeren Jahren vorbeugen. Wer für seine Knochenfitness sorgt, profitiert auch noch im hohen Alter davon. Dazu gehört die Vermeidung von Risikofaktoren. Nikotinkonsum, Mangelernährung, geringe körperliche Belastung, die Einnahme bestimmter Medikamente sind Faktoren, die zu einem erhöhten Risiko für eine Osteoporose führen können.

Menschen erreichen etwa um das 30. Lebensjahr ihre maximale Knochendichte, bevor diese dann langsam zurückgeht. Daher ist es wichtig, bereits bis zu diesem Zeitpunkt durch Sport, insbesondere Krafttraining, Ernährung mit ausreichend Vitamin D, Kalzium, aber auch Eiweiß, eine möglichst hohe Knochenmasse aufzubauen. Und dann natürlich auch weiterhin zu erhalten.

Können ältere Menschen ihre Knochen noch stark machen?

Bewegung hilft immer. Der Aufbau von Knochenmasse ist nicht nur in jedem Alter möglich, sondern auch nötig. Denn feste Knochen sind das Fundament für ein stabiles Muskel-Skelett-System. Bereits ab dem 50. Lebensjahr nehmen Balance, Muskelkraft, Ausdauer und Beweglichkeit ab, sodass mit zunehmendem Alter das Risiko steigt, zu stürzen. Dem können Senioren mit gezieltem Kraft- und Balance-Training entgegenwirken. Mit regelmäßiger Bewegung kann das Sturzrisiko deutlich gesenkt werden. Schon Tanzen und Spazierengehen sind wirksam.
VdK-TV: Osteoporose - wenn der Knochen brüchig wird
Acht Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Knochenschwund. Mehr als 80 Prozent davon sind Frauen, besonders in den Wechseljahren sind sie anfällig für dieses Leiden. Starke Rückenschmerzen sind meist ein erstes Alarmsignal, aber auch Oberschenkel und Handgelenk können betroffen sein. Die Knochendichte ist messbar, das Verfahren müssen die meisten Patienten allerdings selbst bezahlen.

Digitaler Nachlass:
So treffen Sie Vorsorge
Ein Großteil der Deutschen nutzt das Internet regelmäßig und hinterlässt dabei Spuren im Netz: Online-Shopping, Internetbanking, soziale Netzwerke und andere digitale Plattformen werden immer beliebter. Doch was passiert eigentlich mit den Daten eines Menschen nach dessen Tod? Wie kann man Vorsorge treffen für seinen digitalen Nachlass?
Symbolfoto: Hände einer älteren Person tippen auf einer Notebook-Tastatur; auf dem Bildschirm sieht man Google-Symbole
Wer stirbt, hinterlässt nicht nur in der analogen Welt Spuren. Doch wie kümmert man sich um seinen digitalen Nachlass? (Symbolfoto) | © imago/Ulrich Roth
Nischenthema digitales Erbe

Digitaler Nachlass ist ein junges Thema, das noch recht wenig Beachtung findet – obwohl über 80 Prozent der Deutschen regelmäßig online sind und dabei verschiedene Internetdienste nutzen. Doch was geschieht nach dem Tod mit all den E-Mails, Diskussionsbeiträgen, Online-Profilen, den Texten, Videos und Bildern – kurzum: den Daten, die jemand zu Lebzeiten im Internet veröffentlicht und hinterlassen hat? Wir haben bei Sabine Landes von digital.danach nachgefragt. Das unabhängige Internetportal bietet Informationen rund um die Themen digitaler Nachlass, digitale Trauerkultur und Vorsorge.
Was versteht man eigentlich unter digitalem Nachlass?
Das Portraitfoto zeigt Sabine Landes.
Sabine Landes von digital.danach | © Foto: Ludwig Harren

Sabine Landes: Digitaler Nachlass kann man als die Summe all unserer digitalen Spuren verstehen, die wir sowohl auf Speichermedien als auch im Netz hinterlassen. Er setzt sich ganz individuell zusammen. Von der Hardware über Dateien (Bild, Ton, Film), Lizenzen (Games, Software) bis hin zu allen Arten von Accounts und Interaktionen im Netz gehört alles dazu. Dabei geht es sowohl um das Ordnen und Verwalten von Dokumenten und Passwörtern, als auch um die zwischenmenschliche Ebene, etwa digitale Kommunikation, Kontakte und Beziehungsgeflechte.
Wer ist davon betroffen und sollte sich mit dem Thema beschäftigen?

Sabine Landes: Das Thema betrifft jeden, der in einer digitalen Gesellschaft wie der unseren lebt: Das ist jeder, der selber beruflich oder privat digital unterwegs ist, das ist aber auch jeder, der Angehörige und/oder Freunde hat, die viel digital unternehmen. Also selbst, wenn man persönlich nicht ins Internet geht, kann einen das Thema betreffen: Nämlich spätestens dann, wenn man einen digitalen Nachlass erbt und verwalten muss.
Was kann passieren, wenn ich mich nicht um meinen digitalen Nachlass kümmere?

Sabine Landes: Im Zweifelsfall immer das, was man nicht möchte: Daten, Fotos, Infos, Dokumente digitale Währungen und dergleichen, die man gerne weitergeben wollte, gehen verloren, weil die Vertrauten keine Zugangsdaten haben oder nicht wissen, wo die Dinge liegen. Oder Dinge, die man gerne gelöscht haben wollte, sind noch sichtbar oder fallen Menschen in die Hände, die nichts davon hätten wissen sollen.
Welche Schritte sind notwendig, um meine Wünsche zum digitalen Nachlass festzuhalten?

Sabine Landes: Der wichtigste Schritt ist, sich erst einmal einen Überblick über die eigenen digitalen Werte und Aktivitäten zu verschaffen: Was mache ich digital? Was habe ich digital? Was ist mir wichtig? Was wäre für meine Freunde und Familienmitglieder wichtig, wenn ich nicht mehr da bin? Hat man sich einen Überblick verschafft und entschieden, was mit den Daten und Accouts jeweils passieren soll, empfiehlt es sich, diese Ideen und Wünsche festzuhalten, zum Beispiel in einer Anleitung. Informieren sollte man dann vertraute Menschen, von denen man sich vorstellen kann, dass sie diese Wüsche im Ernstfall umsetzen.
Muss ich meinen "digitalen Willen" von einem Notar beglaubigen lassen?

Sabine Landes: Nein, das muss man nicht. Es empfiehlt sich aber dann, wenn man rechtlich abgesichert sein möchte, zum Beispiel wenn man selbstständig ist und das Geschick des Unternehmens von digitalen Werten abhängt. Auch wenn man schon vermutet, dass es unter den Hinterbliebenen Streitereien geben könnte, empfiehlt sich der Gang zum Notar.
Muss der digitale Nachlassverwalter ein Angehöriger oder Erbe sein?

Sabine Landes: Nein, das muss er nicht. Man kann zum Beispiel auch eine Freundin oder einen Freund beauftragen oder auch einen professionellen Nachlassverwalter wie einen Anwalt.
Kann ich auch festlegen, dass Daten vor meinen Angehörigen geheim gehalten oder gelöscht werden?

Sabine Landes: Ja, natürlich!
Kann es passieren, dass ein Internetdienst sich weigert, meinen Wünschen zu entsprechen?

Sabine Landes: Ja, das kann natürlich passieren, zum Beispiel gibt es E-Mail-Dienste oder Cloudspeicher-Dienste, die Hinterbliebenen den Zugang zum Account verweigern, auch wenn ich mir wünsche, dass sie meine Mails oder Daten dort verwalten. Hier kann ich vorbeugen, indem ich meinen Vertrauten einfach die Logindaten hinterlasse. So müssen diese gar nicht erst mit Unternehmen verhandeln, die sie eventuell abweisen, sondern loggen sich einfach ein.

„Ehrenamt besser wertschätzen!“ „Ehrenamt ist für die Gesellschaft unverzichtbar. Daher müssen wir ehrenamtliches, bürgerschaftliches Engagement in Vereinen besser würdigen und besser belohnen!“, betont der Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg e.V., Hans-Josef Hotz.
© VdK

H.J. Hotz

20.10.2020© H.J. Hotz

Anlässlich des morgigen Internationalen Tag des Ehrenamts appelliert Hotz an die Politik, endlich einen zeitgemäßen, geeigneten und verlässlichen Rechtsrahmen für die gemeinnützige Tätigke... Mehr ansehen
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Berlin 01.12.2020
Inklusionsbarometer Arbeit 2020: Menschen mit Behinderung droht Jobverlust durch Corona
Drohenden Arbeitsplatzverlust verhindern und Teilhabe sichern
Verena Bentele: „Menschen mit Behinderung brauchen mehr Unterstützung, um nicht arbeitslos zu werden."

Das Bild zeigt ein Barometer
© Unsplash

Auf dem Arbeitsmarkt wirkt sich die Corona-Pandemie besonders hart für Menschen mit Behinderungen aus. Laut Inklusionsbarometer 2020, das Aktion Mensch heute veröffentlicht hat, sind im Oktober 2020 13 Prozent mehr Menschen mit Schwerbehinderung arbeitslos als zur selben Zeit im Vorjahr. Dazu sagt VdK-Präsidentin Verena Bentele:

„Menschen mit Behinderungen leiden besonders unter der Pandemie. Das zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt. Im Oktober 2020 waren 173709 schwerbehinderte Menschen ohne Arbeit. Wir als VdK befürchten, dass die Zahlen durch die Pandemie weiter steigen. Da ist das Ende noch nicht erreicht. Bisher fängt das Kurzarbeitergeld noch einiges ab und der besondere Kündigungsschutz sorgt für eine zeitliche Verzögerung. Sind Menschen mit Behinderung aber erst einmal arbeitslos, bleiben sie das meist länger als Menschen ohne Behinderung.“
Viele Beschäftigte mit Vorerkrankungen können ihre Tätigkeit nicht im Homeoffice ausüben oder ihnen fehlen die barrierefreien technischen Voraussetzungen. Manch Arbeitgeber verweigert die Arbeit im Homeoffice auch. Dann bleibt den Betroffenen oft nur die unbezahlte Freistellung. Verena Bentele sagt weiter:

„Unbezahlt freigestellt zu sein ist für die Betroffenen keine Option. Sie wollen arbeiten und sind auf ihr Einkommen angewiesen. Oft bedeutet es aber auch, dass sie gekündigt werden und ihren Job verlieren. Für diese Menschen sollte es eine Lohnersatzleistung geben. Wir dürfen keine Abstriche machen, die auf Kosten der Menschen mit Behinderung gehen.“

27.11.2020
Raus aus dem Sessel! Kinos, Cafés und Vereine geschlossen? Wie man trotzdem aktiv bleibt

Nichts gegen gepflegte Faulheit und den inneren Schweinehund. Doch irgendwann sind alle Rezepte ausprobiert, alle Filme geguckt und alle Viere lang genug ausgestreckt. Raus aus dem Sessel! Aber wie? Die Erfahrungen während des Lockdowns im Frühjahr haben gezeigt, dass viele Menschen ein Ziel brauchen, um spazieren zu gehen. Ein paar Tipps.
Das Foto zeigt einen Mann, der durch hohes Gras geht
© pixabay.de

Noch mehr Speck im Winter zulegen? Nein, danke. Jetzt ist die richtige Zeit, um den nächsten Trimm-Dich-Pfad auszuprobieren oder täglich eine halbe Stunde stramm spazieren zu gehen.

Für den Kunst- oder Naturgenuss kann man durch Skulpturen-Parks in der Nähe wandeln oder Waldlehrpfade begehen.
Hundeliebhaber können im örtlichen Tierheim nachfragen. Dort wartet garantiert ein Hundchen auf ein Herrchen oder Frauchen, das regelmäßig mit ihm Gassi geht.
Vogelfreunde besuchen Futterstellen in Parks. Tipp: Vom 8. bis 10. Januar findet zum elften Mal die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt. Es gilt, in einer Stunde an einem Ort Vögel zu zählen und dem NABU zu melden (www.nabu.de).
Brief- und Postkartenschreiber müssen kurz um den Block zum Briefkasten laufen. Der Aktionsradius lässt sich erhöhen, wenn man einen Briefkasten sucht, der weiter entfernt steht. Und wenn Briefmarken und -papier verbraucht sind, ist ein Spaziergang zum Postamt nötig.
Das Besondere im Alltäglichen: Warum nicht einmal die eigene Umgebung neu erkunden? Das eigene Viertel wiederzuentdecken, kann spannender sein, als man denkt. Gibt es besonders hübsche oder hässliche Fassaden? Was stellen die Nachbarn auf ihre Balkone oder ins Fenster? Gibt es interessante Notizen, die an Straßenlaternen kleben oder im Supermarkt aushängen?
Auch ein Spaziergang am Abend kann schön sein, wenn Straßenlaternen und Beleuchtungen in Wohnungen und Häusern das Tageslicht ablösen. Im Regen zaubert das Spiel von Kunstlicht und Dunkelheit eine besondere Stimmung.

Mit allen Sinnen

Genauso lässt sich die Gegend mit anderen Sinnen erfahren: Wie fühlt sich die Hausmauer an, wenn man sie mit geschlossenen Augen berührt? Wie unterschiedlich fühlen sich Baumrinden an? Rau, glatt, weich, kalt, feucht?
Wie duftet meine Straße? Laufe ich an einer Apotheke vorbei, verströmt sie einen ganz bestimmten Geruch, den jeder kennt. Auch der Ofen der Pizzeria um die Ecke duftet. Vielleicht denkt man dabei an die letzte Italienreise? Man kann die Erlebnisse in ein Tagebuch schreiben. Eindrücke handschriftlich festzuhalten, trainiert Gedächtnis und Feinmotorik.

Berlin 26.11.2020
Mehr Personal in der Pflege: Qualität muss gesichert sein
20.000 neue Stellen für Pflegehilfskräfte geplant
VdK-Präsidentin Bentele: „Einen Abbau von Fachkräftestellen lehnen wir entschieden ab“

26.11.20

26.11.20© Rolli

Das Foto zeigt mehrere Rollatoren, die nebeneinander stehen
© pixabay.de

Heute, am 26.11.2020, stimmt der Bundestag über das Gesetz zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege (GPVG) ab. Unter anderem sieht es vor, dass 20.000 zusätzliche Vollzeitstellen im Pflegehilfskraftbereich geschaffen werden. Der VdK begrüßt dies grundsätzlich als wichtige Sofortmaßnahme in der vollstationären Pflege und in der Kurzzeitpflege, kritisiert aber die Umsetzung. Die Neuerung darf weder zu qualitativen Verschlechterungen in der Versorgung noch zum Abbau von Fachkräften führen.

VdK-Präsidentin Verena Bentele sagt dazu:

„Dass 20.000 zusätzliche Stellen in der Pflege geschaffen werden, ist auf den ersten Blick positiv. Wir weisen seit Jahren auf den Notstand in der Pflege hin und befürworten eine Verbesserung der Personalsituation in den Pflegeheimen. Allerdings sehen wir kritisch, dass der Fokus auf Pflegehilfskräfte gelegt wird. Das Gesetz darf keinesfalls dazu führen, dass sich die Versorgungsqualität in vollstationären Einrichtungen verschlechtert. Es muss außerdem verhindert werden, dass mehr Pflegehilfskräfte eingestellt, dafür aber Fachkräfte-Stellen abgebaut werden. Das lehnen wir entschieden ab!“

Der Sozialverband VdK befürchtet für die Zukunft massive Versorgungsdefizite und fordert einen Personalmix, der eine qualitativ hochwertige Versorgung ermöglicht. Positiv ist, dass die 20.000 zusätzlichen Stellen vollständig über einen Vergütungszuschlag finanziert werden sollen.

VdK-Präsidentin Bentele: „Es ist richtig und wichtig, dass durch das Gesetz keine zusätzlichen Kosten für Pflegehaushalte entstehen. Denn Pflegebedürftige und pflegende Angehörige dürfen nicht noch weiter finanziell belastet werden. Ihre Schmerzgrenze beim Eigenanteil ist längst überschritten – durchschnittlich 2000 Euro monatlich müssen Betroffene für das Pflegeheim selbst aufbringen. Das ist nicht zu stemmen. Wir fordern hier eine echte Reform statt immer wieder kleine Nachbesserungen. Die Pflegeversicherung muss in eine Vollversicherung umgewandelt werden.“
Berlin, 20.11.2020
Erfolg für VdK-Rentenkampagne: CDU fordert Rente für alle
CDU-Rentenpapier fordert Erwerbstätigenversicherung für alle
Bentele: "Positiv, dass die CDU VdK-Forderungen aufgreift."

Der VdK sieht sich durch das aktuelle CDU-Rentenpapier in seiner Rentenkampagne #rentefüralle bestätigt: „Der VdK freut sich sehr, dass die CDU die Forderung nach einer Erwerbstätigenversicherung aufgreift. Bereits in seiner Rentenkampagne #rentefüralle hat sich der Verband dafür starkgemacht, dass künftig auch Beamte, Selbständige und Politiker in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Der VdK bewertet es als positiv, dass nun auch Teile der CDU auf diesen Zug aufspringen“, sagt Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverband VdK Deutschland.

16.11.2020
Sozialverband VdK:
„Wegen Corona Briefwahl-Hürden absenken!“
Neuer Landesvorsitzender Hotz erinnert an COVID-19-Risikogruppen

„Wegen der Corona-Pandemie müssen die Hürden für die Briefwahl gesenkt werden!“, fordert der Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK, Hans-Josef Hotz. Hotz ruft die Regierungsparteien im Südwesten mit Blick auf die Landtagswahl am 14. März 2021 dazu auf, das Landeswahlgesetz entsprechend zu ändern.
Neuer Landesvorsitzender Hans-Josef Hotz
Neuer Landesvorsitzender Hans-Josef Hotz | © visupixel, David Vogt

H.J. Hotz

20.10.2020© H.J. Hotz

Der VdK Baden-Württemberg begrüßt den Vorschlag von Städte- und Gemeindetag, mit dem Versand der Wahlbenachrichtigungen gleich die Briefwahlunterlagen mitzusenden. Dies erleichtere die Briefwahl und sorge dafür, dass auch die vielen Menschen aus COVID-19-Risikogruppen ohne Infektionsrisiken ihr Wahlrecht ausüben könnten, gibt der neue VdK-Landeschef zu bedenken.

Er erinnert in diesem Zusammenhang an die mehr als 20 Prozent Baden-Württemberger im Alter 65 plus sowie an die vielen auch jüngeren Bürgerinnen und Bürger mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder auch der Atemwegserkrankung COPD, zudem an die Familienangehörigen von Risikogruppen. Hans-Josef Hotz betont: „Es darf nicht dazu kommen, dass wahlberechtigte Menschen aus Angst vor einer Coronavirusinfektion der Stimmabgabe an der Wahlurne fernbleiben“.

Denn auch bei bestem Corona-Management in den Wahllokalen bleibe, so Hotz, ein Restrisiko bei der Stimmabgabe vor Ort. „Die Corona-Pandemie wird das Leben in Bund und Land auch im Frühjahr 2021 noch erheblich beeinflussen und beeinträchtigen. Dem müssen wir bei der Wahl am 14. März Rechnung tragen“, bekräftigt der Vorsitzende des Südwest-VdK, der 245 000 Mitglieder zählt, darunter viele Ältere, chronisch Kranke und Menschen mit Behinderung. Zugleich hebt Hans-Josef Hotz hervor: „Eine große Wahlbeteiligung stärkt die Demokratie und ist für Staat und Gesellschaft gerade auch in diesen Krisenzeiten sehr wichtig“.

12.11.2020
Altersbezüge: Rentner müssen 2021 mit Nullrunde rechnen
Aber: 2022 steigen die Bezüge wohl wieder
Bentele: „Sicherheit in schwierigen Zeiten“

Das Bild zeigt eine Null

Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Rente aus. Im kommenden Jahr müssen sich die Rentnerinnen und Rentner im Westen Deutschlands auf eine Nullrunde einstellen. Im Osten Deutschlands steigen die Renten minimal um 0,72 Prozent. Diese Zahlen gab die Deutsche Rentenversicherung (DRV) bekannt. Durch die Pandemie sinkt die Lohnsumme, was sich auf die Rentenhöhe auswirkt. Die gute Nachricht: Die Renten sinken nicht. Grund dafür ist die auch vom Sozialverband VdK 2009 erkämpfte Rentengarantie. Ohne die Garantie wäre im kommenden Jahr eine Kürzung der Renten fällig, laut DRV um über vier Prozent. Der Sozialverband VdK

„Gerade in Krisenzeiten muss klar sein, dass die Renten geschützt sind. Das schafft Sicherheit in wirtschaftlich schwierigen Jahren. Klar ist aber auch: Eine Nullrunde ist kein Grund zum Feiern. 2021 verlieren die Rentnerinnen und Rentner Kaufkraft durch steigende Krankenkassenbeiträge und Lebenshaltungskosten. Deshalb brauchen wir eine grundlegende Reform der Rentenanpassungsformel: Kürzungsfaktoren wie der Nachholfaktor müssen ersatzlos gestrichen werden. Zudem fordern wir ein Rentenniveau von dauerhaft mindestens 50 Prozent. Außerdem muss der steuerliche Grundfreibetrag auf mindestens 12.600 Euro angehoben werden. Geringe Renten dürfen nicht auch noch besteuert werden.“

Für das Jahr 2022 ist die Deutsche Rentenversicherung optimistisch. Laut DRV können die Renten dann im Westen um 4,8 Prozent angehoben werden, im Osten um 5,6 Prozent, weil im kommenden Jahr die Lohnsumme wieder steigen könnte. Das wirkt sich dann ein Jahr später auf die Rente aus.

10.11.2020
Altersarmut: Immer mehr Rentner überschuldet
23 Prozent mehr Senioren zahlungsunfähig als im Vorjahr
VdK-Präsidentin Bentele: Deutliches Warnsignal

Immer mehr ältere Menschen können ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen: Bei den über 70-Jährigen stieg die Zahl überschuldeter Senioren im Jahresvergleich um 23 Prozent auf 470.000. Diese Zahlen hat die Wirtschaftsauskunftei Creditreform heute im sogenannten Schuldneratlas 2020 veröffentlicht. Demnach vervierfachte sich in den letzten sieben Jahren die Überschuldungsquote bei Menschen über 70 Jahren. Der Sozialverband VdK ist alarmiert. VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte dazu:

„Diese Entwicklung ist dramatisch. Wir sehen ein deutliches Warnsignal. Altersarmut ist in Deutschland ein Massenphänomen. Weit vor dem Monatsende stehen viele Senioren vor der Frage, von welchem Geld sie ihre Lebensmittel bezahlen sollen. An Rücklagen für unvorhergesehene Ereignisse ist gar nicht zu denken. So sieht kein Altern in Würde aus.“

Laut Bentele muss der Gesetzgeber die gesetzliche Rente stärken. Die im Juli beschlossene Grundrente sei ein Schritt in die richtige Richtung, aber es müssten weitere Maßnahmen folgen:

„Unsere Rentenniveau muss in Zukunft bei mindestens 50 Prozent liegen. Und damit niemand später in der Altersarmut landet, muss ein deutlich höherer Mindestlohn von mindestens 13 Euro her. Nur armutsfeste Löhne garantieren Renten, die zum Leben reichen.“

Der aktuelle Schuldneratlas 2020 bestätigt noch keinen messbaren Einfluss der Corona-Pandemie auf die Überschuldung der Menschen. Für den VdK ist das aber keine positive Nachricht. Verena Bentele:

„Die Folgen von Corona werden die Menschen finanziell zeitverzögert spüren. Zurzeit federn die staatlichen Hilfsmaßnahmen das Schlimmste noch ab. Wir rechnen aber im kommenden Jahr damit, dass noch mehr Menschen ihre Rechnungen nicht mehr zahlen können.“

Steuererleichterung für Menschen mit Behinderung
Bundestag verdoppelt Pauschbeträge
Das Bild zeigt einen Taschenrechner und Geldscheine
© imago images / CHROMORANGE

Die Bundesregierung entlastet Menschen mit Behinderung. Der Behinderten-Pauschbetrag wird verdoppelt. Der entsprechende Gesetzentwurf wurde heute im Bundestag beschlossen. Demnach kann künftig jeder Steuerpflichtige ab einem Grad der Behinderung (GdB) von 20 einen Pauschbetrag geltend machen, weil die komplizierten Voraussetzungen bei niedrigen GdB gestrichen werden. Der Sozialverband VdK begrüßt die Steuererleichterung. VdK-Präsidentin Verena Bentele dazu:

„Das ist ein überfälliger Schritt, den wir seit Jahren fordern. Während andere Steuerpauschbeträge in den letzten Jahren stetig angepasst wurden, herrscht beim Nachteilsausgleich für Menschen mit Behinderung seit 45 Jahren Stillstand. Es ist für uns ein Erfolg, dass sich das nun endlich ändert.“

Der VdK begrüßt auch, dass künftig auch bei der Pflege einer Person mit Pflegegrad 2 ein Pflege-Pauschbetrag in Höhe von 600 Euro und bei der Pflege einer Person mit Pflegegrad 3 ein Betrag von 1.100 Euro steuerlich geltend gemacht werden kann. Bei Pflegegrad 4 und 5 soll der Pflegepauschbetrag künftig von 924 Euro auf 1.800 Euro erhöht werden. Der VdK fordert die Bundesregierung weiterhin auf, eine regelmäßige Dynamisierung der Pauschbeträge festzuschreiben, damit die Betroffenen nicht wieder so viele Jahre auf eine Anpassung warten müssen.

Berlin, 27.10.2020
Pflegepolitik: Für eine gute und bezahlbare Pflege
VdK warnt vor Einsamkeit und Überlastung in der Pflege
Bentele: „Wer auf Lösungen von gestern setzt, verspielt die Zukunft.“

Seit März haben Pflegebedürftige große Sorge, dass sie isoliert von Familie und Freunden sind. Außerdem arbeiten die Beschäftigten in der Pflegebranche in der Corona-Krise am Limit. Damit sind nur zwei der vielen pflegepolitischen Herausforderungen benannt, die am Vormittag auch in einer Videokonferenz der Mitglieder der „Konzertierten Aktion Pflege“ (KAP) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Sprache kamen. Für den Sozialverband VdK nahm die Präsidentin Verena Bentele an dem virtuellen Treffen teil. Der VdK unterstützt die Bemühungen der KAP, den Pflegeberuf attraktiver zu machen und die Zahl der Auszubildenden bis 2023 um 10 Prozent zu erhöhen. Auch die Digitalisierung in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen voranzutreiben, ist dem VdK ein Anliegen. Verena Bentele warnt aber vor zusätzlichen finanziellen Belastungen der Pflegebedürftigen und vor steigenden körperlichen und seelischen Belastungen der pflegenden Angehörigen. Bentele sagte der Bundeskanzlerin, den zuständigen Bundesministern Franziska Giffey und Hubertus Heil sowie der Staatssekretärin Sabine Weiß aus dem Gesundheitsministerium:

"Isolation für pflegebedürftige Menschen ist genauso gefährlich wie das Coronavirus. Für die Angehörigen sehen wir die Gefahr vor allem darin, dass sie noch weniger Entlastungsangebote haben als ohnehin schon."

Wichtig ist dem VdK auch, dass die Kosten der Pflege nicht weiter steigen für die Pflegebedürftigen. Der VdK plädiert für eine Pflegevollversicherung, die sämtliche pflegebedingten Kosten abdeckt: „Das wäre ein Systemwechsel, der jetzt angepackt werden sollte. Wer auf Lösungen von gestern setzt, verspielt die Zukunft. Bundeskanzlerin Angela Merkel muss die Pflege zur Chefsache machen", sagte Bentele weiter.

Zur Finanzierung einer Pflegevollversicherung sind nach den Vorstellungen des VdK Steuerzuschüsse und ein Solidarausgleich zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung notwendig, um die Mehrkosten der Pflegeversicherung auszugleichen. In den Pflegeheimen sind Pflegebedürftige und ihre Angehörigen schon jetzt an der Grenze ihrer finanziellen Belastbarkeit oder weit darüber hinaus. Das zeigt sich an der stetig wachsenden Zahl der Empfänger von Hilfe zur Pflege. 2017 waren 375.504 Pflegebedürftige auf solche ergänzenden Sozialleistungen angewiesen. Das sind 6,8 Prozent mehr als 2007.

An der Konzertierten Aktion Pflege (KAP) sind rund 70 Verbände sowie Vertreter der Bundesregierung beteiligt. Ein gemeinsames Ziel lautet unter anderem, den Arbeitsalltag von Pflegekräften zu verbessern.

Neuer VdK-Landeschef würdigt seinen Amtsvorgänger: „Roland Sing hat vieles für den VdK und die soziale Sache erreicht“
Mit viel Applaus der Delegierten, großem Dank, Präsent – und im Beisein des stellvertretenden Ministerpräsidenten Thomas Strobl (MdL) – wurde Roland Sing am 22. Oktober, beim 18. Ordentlichen Landesverbandstag, als langjähriger Landesvorsitzender verabschiedet. Sein Amtsnachfolger an der Spitze des VdK Baden-Württemberg, Hans-Josef Hotz, den die Delegierten zuvor gewählt hatten, überreichte Sing in Anerkennung seiner großen Verdienste um den Sozialverband VdK in der Stuttgarter Porsche-Arena auch feierlich die Ernennungsurkunde zum Ehrenvorsitzenden des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg.

Landesverbands-Ehrenvorsitzender Roland Sing, der neue VdK-Landeschef BW Hans-Josef Hotz und der neue Landesverbandsgeschäftsführer Thomas Schärer am 22. Oktober 2020 im Foyer der Porsche-Arena in Stuttgart (von links). | © Matthias Busse

Seit 2011 hatte Roland Sing den Landesverband mit viel Herzblut, sozialem Gespür, ungeheurem Elan und mit großem Fachwissen geführt. Schon in den Jahren 2004 bis 2011 hatte er als Landesvize und Vorsitzender des Bezirksverbands Nordwürttemberg die Geschicke des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg maßgeblich mitgelenkt. Darüber hinaus hatte der Sozialexperte jahrelang als Vizepräsident des VdK Deutschland auch auf der Bundesebene Zeichen gesetzt. Beim Landesverbandstag verzichtete der mittlerweile 79-Jährige auf eine erneute Kandidatur für den Landesvorsitz.

Sings Nachfolger Hans-Josef Hotz würdigte seinen Vorgänger mit den Worten: „Herr Sing hat mit seiner beispiellosen Arbeit maßgeblich dazu beigetragen, dass sich der VdK in Bund und Land zum größten Sozialverband mit weit über zwei Millionen Mitgliedern deutschlandweit und mit mehr als 240 000 Mitgliedern im Südwesten entwickelt hat. Er sorgte wesentlich dafür, dass heutzutage immer mehr Menschen aller Altersgruppen und aller Bevölkerungsschichten auf den Sozialverband VdK setzen“. Ebenso sei es Roland Sing maßgeblich zu verdanken, dass der Sozialverband VdK als Gesprächspartner – und dies stets auf Augenhöhe – von Politik, Verwaltung und Medien geschätzt werde, hob der neue VdK-Landesverbandsvorsitzende hervor.

Roland Sing bei seinem letzten Rechenschaftsbericht als Landesverbandsvorsitzender am 22. Oktober 2020 in der Porsche-Arena. | © Matthias Busse
Nachhaltige Führungsarbeit

Zugleich dankte Hans-Josef Hotz Roland Sing für dessen gut eineinhalb Jahrzehnte währende zukunftsweisende und nachhaltige Führungsarbeit. Er bezog sich dabei auch auf Sings aktive und oft auch leitende Mitwirkung in etlichen Gremien innerhalb und außerhalb des VdK. Er zollte ihm Respekt für dessen regelmäßige Vortragstätigkeit und Veranstaltungspräsenz und vor allem auch für Roland Sings stete Medienpräsenz im Namen des VdK und der sozialen Sache. „Den Belangen der Älteren, der Rentnerinnen und Rentner, der Pflegebedürftigen, der pflegenden Angehörigen, der Menschen mit Behinderung und der armen Menschen hat Herr Sing öffentlich Gehör verschafft.Dank Roland Sings beharrlichem Einsatz wurden viele Gesetzesverbesserungen für diese Personengruppen entschieden vorangebracht“, sagte Hans-Josef Hotz in seiner Laudatio.
Erzielte Erfolge

Er verwies hier auf die volle Berücksichtigung der demenzkranken Menschen in der sozialen Pflegeversicherung seit 2017. Für diese Gesetzesreform hatte Sing rund ein Jahrzehnt kämpft. Nicht weniger unermüdlich war sein Einsatz für die Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung, für die Anhebung des Rentenniveaus und gegen Altersarmut. Hier gehörte Roland Sing im Frühjahr 2017 zu den Unterzeichnern der Bündnisvereinbarung von „Bündnis gegen Altersarmut in Baden-Württemberg“, das mittlerweile 38 Mitgliedsorganisationen zählt. Der Renten-, Pflege- und Gesundheitsexperte hat auch großen Anteil daran, dass die unsägliche Praxisgebühr später wieder abgeschafft wurde und dass die gesetzliche Krankenversicherung zur paritätischen Finanzierung zurückgekehrt ist.

Nicht zu vergessen ist Sings zukunftsweisende Arbeit im Bereich AAL. Die sogenannten Alltagsunterstützenden Assistenzlösungen und das Smart Home thematisierte Roland Sing schon vor gut einem Jahrzehnt. Als Aufsichtsratsvorsitzender der GSW Sigmaringen trug er schon früh diese neue Thematik in das Bauträgerunternehmen des VdK Baden-Württemberg hinein. „Auch dafür gebührt dem Träger des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse unser aller Dank und Respekt“, so Amtsnachfolger Hotz in seiner Laudatio in der Porsche-Arena.
*
Landeschef Hotz: „Der Sozialverband VdK ist gut aufgestellt für die Herausforderungen!“
Vorstands- und Geschäftsführerwechsel auf Landes- und Bezirksebene
Roland Sing jetzt Ehrenvorsitzender – Thomas Schärer Hotz-Nachfolger in Stuttgart

„Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg ist gut aufgestellt für die aktuellen und die kommenden Herausforderungen!“, betonte der neue Vorsitzende des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg, Hans-Josef Hotz, in Stuttgart.
Hans-Josef Hotz auf dem Landesverbandstag
Hans-Josef Hotz ist neuer Landesvorstand | © Rebecca Schwarz

Hotz (64), der seit 1997 als Landesgeschäftsführer wirkte und den Südwest-VdK zu einem mitgliederstarken, zukunftsorientierten und breit aufgestellten Sozialverband mit Dienstleistungscharakter und vielen Mitgliederleistungen ausgebaut hat, war zuvor auf dem 18. VdK-Landesverbandstag zum Nachfolger von Roland Sing (79) gewählt worden. Sing hatte altershalber nicht mehr für den Landesvorsitz kandidiert.
Sozialpolitische Erfolge

Der Gesundheits- und Sozialexperte hatte den VdK Baden-Württemberg seit 2011 mit großem Engagement und viel Fachkompetenz geführt, zudem jahrelang in Personalunion als Vizepräsident des VdK Deutschland gewirkt. Er wurde in der Porsche-Arena in Stuttgart für seine großen Verdienste um den Sozialverband VdK zum Landesverbands-Ehrenvorsitzenden ernannt. In seiner Amtszeit war unter anderem die Gleichstellung der demenzkranken Menschen in der Pflegeversicherung, die Abschaffung der Praxisgebühr und die Rückkehr zur Parität in der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgt. Und es sind die Weichen für die Grundrente gestellt worden, für die Roland Sing ebenfalls engagiert eingetreten ist.
Weitere personelle Änderungen

Dem neuen ehrenamtlichen Landesvorsitzenden Hans-Josef Hotz steht Thomas Schärer (57) als neuer hauptamtlicher Landesgeschäftsführer in Stuttgart zur Seite. Schärer, der bereits seit 1. Juli 2020 als bestellter Landesgeschäftsführer fungiert, hatte früher als Bürgermeister von Sigmaringen und zuletzt als Wirtschaftsförderer für den Landkreis Ludwigsburg gewirkt. Thomas Schärer ist Kommunikationsfachmann und Mediator.
Bezirksvorsitz für Joachim Steck

Auch auf der Ebene des 19 Kreisverbände und gut 62 000 Mitglieder umfassenden VdK-Bezirksverbands Nordwürttemberg gibt es ebenfalls wichtige personelle Änderungen. Dort übernahm Joachim Steck, der Vorsitzende der Gesamtschwerbehindertenvertretung der Landesbank Baden-Württemberg, den Vorsitz. Der 57-Jährige wirkt seit vielen Jahren auch als VdK-Landesobmann der Schwerbehindertenvertrauenspersonen und ist darüber hinaus in weiteren behindertenpolitischen Gremien aktiv. Er wird fortan von dem neuen VdK-Bezirksverbandsgeschäftsführer und Juristen Stefan Pfeil (53) unterstützt.

Nach 23 Jahren als Landesgeschäftsführer in Stuttgart und insgesamt 39 Jahren in Diensten des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg beendete Hans-Josef Hotz seine hauptamtliche Tätigkeit und geht in den wohlverdienten Ruhestand. Wir sprachen sprachen mit dem 64-Jährigen über die Verbandsarbeit in außergewöhnlichen Zeiten.
Portrait Hand-Josef Hotz

H.J. Hotz

20.10.2020© H.J. Hotz

Hans-Josef Hotz im Büro in der Landesgeschäftsstelle. | © visupixel, David Vogt

VdK-Zeitung: Der 18. Ordentliche Landesverbandstag steht im Oktober 2020 wieder an. Diesmal sind etliche personelle Änderungen zu erwarten. Zugleich geht die Corona-Krise an dieser wichtigen VdK-Veranstaltung nicht spurlos vorbei. Welche Erwartungen haben Sie an den Landesverbandstag?
Hans-Josef Hotz: Nach reiflicher Überlegung hat der Vorstand entschieden, den Landesverbandstag in Präsenzform durchzuführen. Wir müssen allerdings die Teilnehmerzahl dieser wichtigen Satzungsveranstaltung auf das Notwendigste beschränken. Denn es gilt auch hier, die Hygiene- und Abstandsregeln zu beachten. Aus jahrelanger Erfahrung weiß, dass die Delegierten – trotz Corona – auch diesmal vorausschauende und beherzte Entscheidungen treffen werden. So werden wir die erfolgreiche Arbeit in gewohnter Kontinuität und zukunftsorientiert fortsetzen können.

Die Pandemie könnte die soziale Spaltung in der Gesellschaft, weiter vertiefen. Welche Probleme sehen Sie und wie kann der VdK Baden-Württemberg zur Lösung beitragen?
Die Corona-Krise ist eine der größten Herausforderungen seit dem Zweiten Weltkrieg. Sie verlangt uns allen viel ab. Freiheiten, die wir für unantastbar hielten, müssen eingeschränkt werden. Die Pandemie ist ein einziger Stresstest. Einige Systeme bestehen ihn, andere nicht. Die Solidarität ist dem VdK seit jeher ein zentrales Anliegen – ob vor 75 Jahren oder heute. Corona zeigt einige Baustellen sehr deutlich auf. Wir müssen verhindern, dass aus der Corona-Krise eine soziale Krise wird. Wir müssen jetzt die richtigen Lehren ziehen, damit der gesellschaftliche Zusammenhalt bestehen bleibt. Es gilt die sozialen Sicherungssysteme zu stärken – nicht auszuhöhlen. Verlässliche Sozialleistungen geben Sicherheit im Leben. Allerdings darf die Finanzierung der Corona-Mehrkosten nicht allein auf gesetzlich Versicherte abgewälzt werden. Und wir brauchen auch in anderen Bereichen eine soziale und generationengerechte Politik mit Augenmaß.

Seit 1981 sind Sie in hauptamtlicher Funktion für den VdK im Lande tätig. Wie hat sich die Verbandsarbeit seitdem verändert?
Dank der vorausschauenden Arbeit unseres 2018 verstorbenen und von mir sehr geschätzten Ehrenpräsidenten Walter Hirrlinger hat sich der VdK zu einem modernen Sozialverband mit über zwei Millionen Mitgliedern entwickelt. Auch unter der Verantwortung der Vorsitzenden Hans-Otto Walter und Roland Sing haben wir den damit verbundenen Spagat erfolgreich gemeistert, die in die Jahre gekommenen Strukturen ebenso zu professionalisieren wie unsere Serviceangebote und dennoch die traditionell zentrale Rolle des Ehrenamts zu erhalten. Denn es prägt unsere Verbandsarbeit entscheidend. Die heutige VdK-Erfolgsgeschichte mit über 240 000 Mitgliedern allein im Südwesten beruht größtenteils auf der vielfältigen Arbeit unserer Verbandsstufen.

Seit den 90er-Jahren wurden beim VdK Baden-Württemberg der Sektor Marketing und Kommunikation, aber auch der Sozialrechtsschutz stark ausgebaut. Wie schätzen Sie diese Entwicklung ein?
„Tue Gutes und rede darüber“ ist seit je her unser Motto. Neben der sozialrechtlichen Vertretung sind Aufklärung und schnelle Information seit langem weitere Schwerpunkte. Zudem haben sich die Erwartungen der jetzt heterogenen Mitgliederschar im Laufe der Zeit stark gewandelt. Gerade die Jüngeren stellen andere Ansprüche an unsere Serviceleistungen. Um dem gerecht zu werden, haben wir den Sektor Marketing und Kommunikation nachhaltig ausgebaut. Die breite öffentliche Wahrnehmung unserer auch digital begleiteten Aktion „Pflege macht arm!“ mit über 100 000 gesammelten Unterschriften belegen die Richtigkeit dieses Wegs.

In 2000 hat der Landesverband seinen Sozialrechtsschutz in eine gemeinnützige GmbH ausgegliedert. Was waren damals die Beweggründe?
Der Sozialrechtsschutz ist und bleibt unser Kerngeschäft. Denn die Menschen vertrauen auf die VdK-Kompetenz. Mehr Verfahren und der einhergehende Personalbedarf sind Folgen des Mitgliederanstiegs. Aber auch die Gemeinnützigkeit des VdK Baden-Württemberg machte es erforderlich, den Sozialrechtschutz in eine gGmbH auszugliedern. Im Zentrum stand dabei der Servicegedanke. Heute gibt es flächendeckende Beratung in 35 Geschäftsstellen mit 55 Sozialrechtsreferenten. Allein 60 000 Ratsuchende sprachen in 2019 persönlich bei uns vor. Daraus resultieren über 13 000 erledigte Verfahren und rund acht Millionen Euro an Nachzahlungen. Die Finanzierung dieser Dienstleistung wäre in alter Form nicht machbar gewesen.

Heute kann die VdK Sozialrechtsschutz gGmbH Baden-Württemberg auf eine bereits 20-jährige erfolgreiche Arbeit zurückblicken. Gleichwohl galt es Hürden zu überwinden und einen langwierigen BSG-Prozess zu führen. Was ist Ihr Fazit?
Es war eine einmalige Chance, die wir dank des Rückhalts des Vorstands und trotz wiederholter rechtlicher Rückschläge ergriffen und zugleich juristisches Neuland betreten haben. Erst nach langem, steinigem Weg durch die Instanzen hat das Bundessozialgericht unserem Begehren stattgegeben – ein wichtiger Etappensieg. Nach der Gründung der gemeinnützigen GmbH mussten wir unser Beratungsangebot neustrukturieren. Dies war ein administrativer Kraftakt, der ohne die nachhaltige Unterstützung der Bezirks- und Kreisverbände nicht möglich gewesen. Heute dient unsere gGmbH als Blaupause für andere Landesverbände.

Eine wichtige Säule der VdK-Arbeit ist seit je her das Ehrenamt. Doch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind heute anders als in Nachkriegszeit oder 80ern, als Sie haupt- und ehrenamtlich anfingen. Wie kann es gelingen, künftig ebenfalls Menschen für das VdK-Ehrenamt zu gewinnen?
Freiwilliges Engagement hat Tradition im Südwesten, fast jeder Zweite engagiert sich ehrenamtlich. Dafür müssen wir dankbar s

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  1. Gesundheitskarte | © Gesundheitskarte
  2. Putzen da zu kleine Rente | © zu kleine Rente
  3. 05.07.2021 | © 05.07.21
  4. 01.07.2021 | © Ulrike Mascher
  5. 16.02.2021 | © Pflege
  6. Pflege | © Pflege
  7. Pflege | © Pflegeheim
  8. H.J. Hotz | © H.J. Hotz
  9. 26.11.20 | © Rolli
  10. H.J. Hotz | © H.J. Hotz
  11. H.J. Hotz | © H.J. Hotz

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