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Ihr VdK Ortsverband informierte 2020

Achtung - Trickbetrüger

Vermeintliche Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung versuchen derzeit vermehrt, die Corona-Pandemie auszunutzen, um an Geld oder sensible Daten von Versicherten und Rentnern zu gelangen, so die Deutsche Rentenversicherung Bund in Berlin.
Die Trickbetrüger geben sich beispielsweise am Telefon als Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung aus und fordern Rentnerinnen und Rentner dazu auf, Geld auf ein fremdes Konto zu überweisen. Für den Fall, dass sie es nicht tun, wird mit Rentenpfändungen, Rentenkürzungen oder anderen Nachteilen gedroht. Auch wird ohne Anlass behauptet, sensible persönliche Daten wie die Bankverbindung, das Geburtsdatum oder die Sozialversicherungsnummer telefonisch abgleichen zu müssen. Vielfach „tarnen“ sich die Anrufer dabei mit Hilfe einer technischen Manipulation, durch die den Betroffenen die Telefonnummer der Rentenversicherung auf dem Display ihres Telefons angezeigt wird.
Die Deutsche Rentenversicherung Bund warnt eindringlich davor, aufgrund vermeintlicher Anrufe der Rentenversicherung persönliche Daten preiszugeben, zu bestätigen oder sogar Geld zu überweisen. Insbesondere Anrufe mit unterdrückter Telefonnummer stammen nicht von der Deutschen Rentenversicherung. Auch wenn Beratungsgespräche der Rentenversicherung derzeit fast ausnahmslos telefonisch stattfinden, melden sich die Mitarbeiter nicht unaufgefordert, etwa um Zahlungen anzufordern. In Zweifelsfällen sollten Versicherte und Rentner bei ihrem Rentenversicherungsträger nachfragen.
Nur wer die Maschen der Betrüger kennt, kann sich und andere effektiv schützen: Die gängigsten Tricks stellt die Rentenversicherung daher in ihrer Broschüre „Vorsicht Trickbetrüger“ vor. Die Leser erfahren darin auch, wo sie Hilfe bekommen und mit welchen – oft einfachen – Mitteln sie sich schützen können. Die kostenlose Broschüre wendet sich ausdrücklich nicht nur an Rentner, sondern beispielsweise auch an Angehörige und Nachbarn älterer Menschen, denn diese können in Zweifelsfällen wertvolle Ansprechpartner sein.
Die Broschüre „Vorsicht Trickbetrüger“ kann unter
https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/national/
vorsicht_trickbetrueger.html
heruntergeladen werden.

Was tun bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus?

Sie haben Krankheitszeichen, die auf eine COVID-19-Erkrankung hinweisen? Sie hatten Kontakt zu einer Person, bei der eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen wurde? Dann ist richtiges Handeln wichtig. Wenn Sie Krankheitsanzeichen wie Husten, erhöhte Temperatur bzw. Fieber, Kurzatmigkeit, Verlust des Geruchs-/Geschmackssinns, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen oder allgemeine Schwäche haben, kann dies auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 hinweisen. Auch wenn Ihnen nicht bekannt ist, dass Sie Kontakt zu einer an COVID-19 erkrankten Person hatten, können Sie sich unwissentlich angesteckt haben. Denn eine infizierte Person kann das Coronavirus schon bis zu zwei Tage vor Krankheitsbeginn übertragen oder auch, wenn sie gar keine Krankheitszeichen entwickelt. Bei Krankheitszeichen, die auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 hindeuten können, sollten Sie wichtige Verhaltensregeln beachten:
- Bleiben Sie zu Hause und schränken Sie auch dort direkte Kontakte ein.
- Lassen Sie sich telefonisch beraten: Rufen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117, die Hausarztpraxis oder eine andere behandelnde Ärztin/Arzt an. Die Ärztin bzw. der Arzt beurteilt zunächst den Schweregrad Ihrer Erkrankung und falls erforderlich, erhalten Sie eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Außerdem wird das zuständige Gesundheitsamt informiert.
Falls bei Ihnen ein Test durchgeführt wurde, sollten Sie bis zum Vorliegen des Ergebnisses weiterhin zu Hause bleiben.

Es ist eine kleine Revolution

Ein neues Gesetz, das zum Januar in Kraft tritt, soll das ungemein komplizierte Abrechnungssystem von Krankenhäusern vereinfachen. Und es soll die Prüfer der Abrechnungen unabhängiger machen. Diese arbeiten bislang im Auftrag der Krankenkassen. Künftig wird es ein Gremium sein, das besetzt ist aus Vertretern von Patienten und Gesundheitsberufen. Ein Detail im Gesetz sehen die Länder und ihre Krankenhäuser aber mit Entsetzen. Bei falschen Abrechnungen sollen den Kliniken nicht nur wie bisher Leistungen gekürzt werden. Für jeden Fall sollen sie auch 300 Euro Strafe zahlen. Geprüft wird z. B. ob die Verweildauer zu lang war. Sehr häufig sei der Grund dafür, dass das Krankenhaus nicht weiß wohin mit den Patienten. Da die Kliniken jetzt dafür auch noch Strafe zahlen müssen, halten sie für unverantwortlich gegenüber den Patienten.

Roland Sing, Landeschef des Sozialverbands VdK, sieht die Strafzahlungen ebenfalls äußerst kritisch. „Dass man Abrechnungen prüft, das ist gut. Dass man Leistungen kürzt, wenn sie falsch sind, auch“, sagt Sing. „Es dürfen aber nicht Patienten drunter leiden, weil ihnen künftig vielleicht Leistungen vorenthalten werden, aus Angst vor der Prüfung und Strafzahlung.“ Der Verband werde genau beobachten, ob Krankenhäuser mit diesem Hintergedanken vielleicht Leistungen verweigern.

Klimaschutz: "Rentner und arme Menschen berücksichtigen"

Der Bundesrat hat dem Klimapaket der Regierungskoalition mit einigen Veränderungen wie einem höheren CO2-Preis zugestimmt. Auch der Sozialverband VdK begrüßt das Ziel des Klimaschutzes. Aber die Kosten des Klimaschutzes dürfen nicht ungleich verteilt werden und beispielsweise arme Menschen noch mehr belasten. Die geforderten energetischen Sanierungen wie den Umbau von alten Ölheizungen und alten Fenstern oder Wärmedämmung, können sie sich oft nicht leisten. Auch bekommen Senioren aus Altersgründen häufig dafür keine Kredite. Klimaschutz muss sozial gestaltet werden, denn Klimaschutz und Soziales können nur gemeinsam gelingen. Wirksame Maßnahmen zum Schutz des Klimas müssen immer auch die Rettung des sozialen Klimas berücksichtigen. Es ist deshalb sehr wichtig, dass beim Klimaschutz auch an Rentnerinnen und Rentner oder an chronisch kranke Menschen gedacht wird. Ältere Menschen auf dem Land oder Menschen mit Behinderungen müssen oft weite Strecken zu Ärzten fahren oder um ihre alltäglichen Dinge zu erledigen. Sie dürfen nicht dafür bestraft werden, wenn sie ohne Auto nicht mobil sind. Von Pendlerpauschale und Mobilitätsprämie profitieren nur die, die erwerbstätig sind. Der VdK fordert die Mobilitätsprämie daher auch für Rentner, Erwerbsgeminderte und für Geringverdiener.

Und denken sie daran, Klimawandel ist für manche Zeitgenossen der Wandel des Klimas wenn das Reiseziel erreicht ist.

Die Pflicht zum Elternunterhalt wird begrenzt

Viele Menschen müssen künftig nicht mehr für die Pflege ihrer Eltern aufkommen. Für den Sozialverband VdK ist das ein großer Erfolg, denn er hat sich intensiv für eine Entlastung der Angehörigen von Pflegebedürftigen und von Menschen mit Behinderungen eingesetzt.
Denn Pflege im Alter ist teuer! Wenn Pflegeversicherungen, Rente und Vermögen die Kosten nicht abdecken, sind die nächsten Angehörigen gefordert. Oft heißt das: Kinder haften für ihre Eltern. Seit Anfang 2020 müssen Kinder für ihre pflegebedürftigen Eltern nur noch dann Unterhalt zahlen, wenn sie ein Jahresbruttoeinkommen von mehr als 100.000 Euro haben. Entscheidend für die Prüfung der Einkommensgrenze ist nur das Einkommen des Kindes. Sollten Sie also zusammen mit dem Einkommen Ihres Ehepartners auf mehr als 100.000 Euro kommen, verpflichtet das nicht zum Unterhalt für Ihre Eltern – nur Ihr eigenes Einkommen gilt. Diese Grenze hat das Angehörigen-Entlastungsgesetz gebracht, das zum 1. Januar des Jahres in Kraft getreten ist. Die Folge: Haben Sie pflegebedürftige Eltern, die selbst nicht für die Kosten aufkommen können, kann es sein, dass der Sozialhilfeträger Ihnen schreibt und verlangt, dass Sie Ihr Einkommen und Vermögen offen legen.

Lebensmittelpreise und Armut nicht gegeneinander ausspielen!

Die Handelsketten dürften Armut nicht als Argument missbrauchen, um Bauern Dumpingpreise abzuverlangen, rügen die Sozialverbände u.a. auch der VdK.
Sie halten das für zynisch. In der Debatte um faire Lebensmittelpreise haben Sozialverbände den Handel davor gewarnt, Armut für seine Preispolitik zu instrumentalisieren. Die Wohlfahrtsverbände werden es nicht zulassen, dass hier die Armen missbraucht werden als Argument gegen Tierschutz oder den klimafreundlichen Anbau von Lebensmitteln. Dass sich jetzt die großen Discounter zum Anwalt der Geringverdiener und Hartz-IV-Bezieher aufschwingen, ist ein leicht durchschaubares Manöver Es ist zynisch, zu argumentieren, Discounter helfen dem Staat durch Dumpingpreise beim Sparen. Nach Auffassung der Sozialverbände sollten in deutschen Supermärkten nur Lebensmittel verkauft werden, die klimafreundlich und unter Einhaltung hoher Tierschutzstandards produziert worden sind. Dies hat seinen Preis, der sich aber auch in Leistungen wie Hartz IV oder der Altersgrundsicherung abbilden muss. Armut darf keine Ausrede für den Missbrauch der Marktmacht der großen Handelskonzerne sein, die den Bauern Dumpingpreise abverlangen.

Denn Merke: Wer mit "Geiz ist geil" wirbt, geizt wohl auch mit seiner Intelligenz.

Mehr Mittel für altersgerechten Umbau der Wohnung!

Der Bundestag hat im Januar beschlossen, die KfW-Mittel für altersgerechtes Umbauen von 75 Millionen auf 100 Millionen in 2020 zu erhöhen. In den letzten Jahren waren die vorhandenen Mittel in der Mitte des Jahres bereits ausgeschöpft.
In Zukunft werden noch viel mehr barrierefreie und altengerechte Wohnungen gebraucht. Schon heute gehört mehr als jede fünfte Person in Deutschland zur Generation 65 plus. 85 Prozent aller Seniorenhaushalte hatten im Jahr 2018 keinen stufenlosen Zugang zur eigenen Wohnung. Nur zwei Prozent aller Wohnungen erfüllten alle Merkmale eines barrierearmen Wohnens. In den nächsten 10 Jahren werden drei Millionen barrierearme und altersgerechte Wohnungen benötigt. Aktuell haben wir erst 30 Prozent davon. Das KfW-Programm fördert 10 Prozent der förderfähigen Kosten für Einzelmaßnahmen. Der VdK fordert, die Zuschüsse auf 30 Prozent zu erhöhen. Das KfW-Programm muss daher perspektivisch mit mindestens 300 Millionen Euro jährlich ausgestattet werden, um dem demografischen Wandel auch nur annähernd gewachsen zu sein.
Eine qualifizierte Beratung zur Wohnraumanpassung soll dazu beitragen, dass die Menschen länger selbstständig in der eigenen Wohnung leben können. Diese Beratungen führt der VdK Kreisverband Calw in Kooperation mit dem Kreisseniorenrat durch. Für VdK Mitglieder sind diese Beratungen und die Erstellung einer Expertise durch kompetente Experten kostenlos.
Anfragen an VdK Tel.: 07084-934975 oder Kreisseniorenrat Tel.: 07052-9169783.

Personal in Pflegeheimen

Wie geht es weiter mit der Pflege? Wie viel Personal ist notwendig? Das wird aktuell wissenschaftlich untersucht. Nun liegen erste Ergebnisse eines Zwischenberichtes vor. Die Ergebnisse wurden dem Qualitätsausschuss Pflege am 25. Februar in Berlin vorgestellt. Im Ergebnis zeigt sich schon jetzt, dass ein erheblicher Personalmehrbedarf entstehen wird. Der Sozialverband VdK sieht die große Gefahr, dass Pflegebedürftige dadurch noch stärker finanziell belastet werden. Pflege darf aber nicht überfordern und schon gar nicht arm machen. Schon jetzt müssen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen für einen Platz im Pflegeheim durchschnittlich rund 2.000 Euro im Monat aus eigener Tasche zahlen. Solche Kosten bringen die Familien an die finanziellen Grenzen und leider viel zu oft auch darüber hinaus. Es sei unbestritten, dass in den stationären Pflegeinrichtungen mehr Personal gebraucht wird. Es kann aber nicht sein, dass Pflegebedürftige immer mehr zahlen müssen und sich Pflege im Heim deshalb nicht mehr leisten können. Schon heute bekommt ein Drittel aller Pflegeheimbewohner Sozialhilfe. Der Anstieg der Eigenanteile in der Pflege muss dringend gestoppt werden. Jede zusätzliche Pflegekraft wird momentan durch die Pflegebedürftigen bezahlt. Und zwar in Form von immer höheren Eigenanteilen. Der Appell an den Gesetzgeber lautet deshalb: Entkoppelt die Eigenanteile in der Pflege vom steigenden Personalbedarf. Das gelingt nur mit einer Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung. Sie muss endlich in eine Pflegevollversicherung umgewandelt werden. Nur so werden sämtliche pflegebedingten Kosten abgedeckt. Nur so werden Pflegebedürftige davor bewahrt, durch die Kosten für ihre Pflege in die Armut abzurutschen.

Von wegen‚ das bisschen Haushalt!
Fürsorgearbeit gerecht verteilen

Haushalt, Kinderbetreuung, Elternpflege und dann noch den Nachbarn helfen: Das ist in Deutschland immer noch Frauensache. Dass Frauen in Lohn und Brot stehen, ist zwar heute selbstverständlich. Doch der private Bereich der Sorgearbeit hinkt hinterher; Männer beteiligen sich wenig. Der Sozialverband VdK Deutschland unterstützt deshalb die Ziele des Equal Care Day. Dieser bundesweite Aktionstag erinnert daran, wie viel mehr unbezahlte Arbeit Frauen im Schnitt im Vergleich zu Männern übernehmen. Aber eine Gesellschaft, die Pflege und Sorgearbeit geringschätzt ist wenig lebenswert.
Denn Frauen haben kein Hausarbeits-Gen, sie haben auch kein Pflege-Gen oder Ehrenamts-Gen. Deshalb liebe Männer, seid endlich modern: Organisiert und übernehmt die Hälfte der Fürsorgearbeit. Und wenn das Kind krank ist, bleibt ihr zu Hause statt eurer Partnerin. Da bricht euch kein Zacken aus der Krone! Erst wenn so etwas selbstverständlich wird, erkennen wir die unbezahlten Leistungen von Frauen endlich an. Der VdK fordert zum Equal Care Day unter anderem:
Verstärkter Ausbau der Kinderbetreuung, Lohnersatzleistung bei Pflege analog dem Elterngeld, Anpassung der Erwerbsarbeitszeit bei familiärer Belastung, Rückkehrrecht in Vollzeit und die Förderung familiengerechter Arbeitszeiten und von mobilem Arbeiten.

Corona und kein Ende!
Ist der Arbeitsplatz in Gefahr?

Die schlechten Nachrichten aus der Wirtschaft kommen in schneller Folge: Autozulieferern könnten bald wichtige Bauteile ausgehen, weil der Nachschub aus China stockt. Die Lufthansa legt erst 150 Flugzeuge still, dann sogar die Hälfte ihrer gesamten Flotte. Sollte sich die durch das Coronavirus ausgelöste Krise weiter ausweiten, könnten Teile der deutschen Wirtschaft stillstehen. Kurzarbeit und im Extremfall der Jobverlust könnte die Folge sein. Den Job zu verlieren, ist ein harter Schlag. Doch trotz der Frustration sollten sich Betroffene umgehend arbeitslos melden, um Leistungen wie Arbeitslosengeld in Anspruch nehmen zu können. Ist das Ende des Arbeitsverhältnisses abzusehen, ist man dazu verpflichtet, sich innerhalb von drei Tagen bei der Arbeitsagentur arbeitssuchend zu melden. Durch die Meldepflicht will man die Dauer der Erwerbslosigkeit möglichst kurz halten. Und im Idealfall gelingt es der Agentur dann sogar, innerhalb kurzer Zeit eine Anschlussbeschäftigung zu finden.

Beratungen erteilt die Bundesagentur für Arbeit unter Tel.:0800455500 und die ehrenamtlichen VdK Sozialberater.

Ab jetzt verdienen auch Frauen Geld!

Der Aktionstag "Equal Pay Day" macht jedes Jahr auf eine große Ungerechtigkeit aufmerksam: Bis zu diesem Tag arbeiten Frauen in Deutschland im Durchschnitt ohne Bezahlung, während Männer schon ab dem 1. Januar Geld für ihre Arbeit bekommen. 2020 entspricht dieser Unterschied 77 Tage ohne Bezahlung. Hauptgrund für die ungleiche Einkommensverteilung ist weiterhin, dass Frauen häufiger in Berufen arbeiten, in denen geringere Löhne bezahlt werden. Zudem arbeiten Frauen häufiger in Teilzeit und seltener in Führungsjobs. Auch wenn es kein Naturgesetz gibt, wer die Verantwortung für die private Sorgearbeit übernimmt, wird diese Arbeit zum größten Teil von Frauen ausgeführt. Private Sorgearbeit umfasst unbezahlte, fürsorgende Tätigkeiten, wie bspw. Kindererziehung, Haushalt und die Pflege von Angehörigen. Laut einer Studie leisten Frauen und Mädchen weltweit täglich zwölf Milliarden Stunden unbezahlte Arbeit. Das alles sind zwar Gründe für die Lohndifferenz, aber das macht sie noch lange nicht gerecht. Wenn Frauen trotz gleicher Tätigkeit und Qualifikation weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen, ist das nicht nur ungerecht, es ist Unrecht. Der VdK fordert: Politik muss endlich in die Pötte kommen und mit Gesellschaft und Unternehmen gemeinsam handeln. Der einfachste Weg lautet: Rauf mit den Löhnen! Gleiches Geld für die gleiche Arbeit.

Mit griechischer Weisheit gegen das Virus.

Leider hat das Corona Virus uns noch immer fest im Griff und wir müssen bis auf weiteres auf viele lieb gewordene soziale Kontakte verzichten. Besonders hart trifft es die Familien, wenn zum Beispiel die Enkelkinder ihre Großeltern - auch an Ostern - nicht mehr sehen können. Aber auch in unserer großen VdK-Familie werden uns auf Dauer die persönlichen Begegnungen mit den Kolleginnen und Kollegen fehlen, da bis auf Weiteres keine gemeinsamen Veranstaltungen – wie Sitzungen, Versammlungen, Ausflüge und dergleichen – mehr möglich sind. Auch unsere Geburtstagsjubilare – insbesondere unsere älteren Mitglieder – werden den gewohnten Besuch von ihrem VdK vermissen. Wie lange diese Situation anhält, kann zurzeit niemand seriös beantworten. Aber eines ist sicher: Wir werden diese Krise überstehen und je disziplinierter wir mit diesen Einschränkungen umgehen, umso schneller werden wir unser gewohntes Leben wieder aufnehmen können.

Bis dahin wünschen wir allen, bleiben sie gelassen, behalten sie die Ruhe und vor allem bleiben sie gesund!
Vielleicht kann uns ja die 2000 Jahre alte Weisheit des großen griechischen Philosophen Plutarch über diese triste Zeit hinweg helfen und auch noch dazu beitragen, gesund zu bleiben.

Hier sein Zitat: Der Wein ist unter den Getränken das nützlichste, unter den Arzneien das schmackhafteste und unter den Nahrungsmitteln das angenehmste.

Coronakrise wird zur Betreuungskrise

Die Corona-Krise setzt pflegende Angehörige unter Druck. Haushaltshilfen, vorwiegend aus Osteuropa, versorgen in Deutschland zwischen 300.000 und 500.000 Pflegebedürftige zuhause. Jetzt, nach Ostern, könnten bis zu 200.000 Pflegekräfte aus Osteuropa in Deutschland fehlen. Davon betroffen wären Senioren, die in ihrem eigenen Zuhause gepflegt werden. Wenn die osteuropäische Haushaltshilfe nicht mehr kommt, stehen viele Familien hilflos vor der Frage, wie sie ihre Angehörigen weiter angemessen versorgen sollen. Der Hintergrund: Aus Angst vor dem Coronavirus verlassen viele Betreuungskräfte Deutschland, neue kommen kaum nach. Wo sollen all die pflegebedürftigen Menschen bleiben, die derzeit zu Hause leben, wenn die Betreuungshilfe wegbleibt? Die Alten- und Pflegeheime sind voll. Eine ähnliche Problematik wird sich in den Haushalten entwickeln, wenn die professionelle ambulante Pflege wegbricht. Der VdK schlägt vor, die Regelung zur Kurzarbeit auf diese Personen auszudehnen. Dann könnten Berufstätige zeitweise aus dem Job aussteigen, wären abgesichert und müssten sich keine Sorgen um ihr Auskommen machen. Und die Pflegebedürftigen könnten in ihren eigenen vier Wänden bleiben.

Pflegeberufe besser bezahlen!

Der Sozialverband VdK Deutschland begrüßt den Vorstoß des Bundesarbeitsministers, die Löhne und Gehälter in den Pflegeberufen anzuheben. Im Bundestag und auf den Balkonen deutscher Großstädte hört man gerade viel Applaus und Geklatsche. Geklatscht wird für die Menschen, die das Land am Laufen halten, also auch für alle Beschäftigten im Gesundheitsbereich. Klatschen und warme Worte reichen aber nicht. Die Menschen müssen die Wertschätzung auf ihrem Gehaltszettel sehen. Ihre Bezahlung ist teils so miserabel, dass diese Menschen ihren Lohn noch mit staatlichen Leistungen aufstocken müssen. Im Jahr 2018 beantragten mehr als 50.000 Verkäuferinnen und Verkäufer und 17.000 Altenpflegerinnen und Altenpfleger Leistungen der Grundsicherung. Die Corona-Krise führt es uns deutlich vor Augen: Es braucht endlich eine höhere Entlohnung sowie einen allgemein-verbindlichen Tarifvertrag in den Pflegeberufen. Auch Beschäftigte in anderen Berufen erfüllen in dieser Zeit einen großen Dienst für die Gemeinschaft. Auch diese Menschen verdienen bessere Löhne und Gehälter. Eine angemessene Bezahlung der Menschen in den systemrelevanten Berufen lässt sich am besten über Tarifverträge erreichen. Der VdK fordert generell einen Mindestlohn, der den Menschen nach einem Leben voller Arbeit eine Rente oberhalb der Grundsicherung garantiert. Nur dann müssen diese Berufsgruppen nicht fürchten vom bejubelten Helden nach der Krise wieder zum Fußabtreter der Nation zu werden.

Sozialschutzpakete auch für die Schwächsten!

Die Bundesregierung spannt in der Corona-Krise Rettungsschirme für die Unternehmen auf. Auch ein Sozialschutz-Paket wurde geschnürt. Damit will die Bundesregierung verhindern, dass Menschen durch die Krise in finanzielle Not geraten. Etwa Solo-Selbstständige, Familien, soziale Dienstleister und Einrichtungen der Fürsorge. Doch eine Gruppe bleibt sich selbst überlassen: Menschen mit Behinderung kommen im Sozialschutz-Paket fast gar nicht vor. Aus Sicht des VdK ist es höchste Zeit, etwas für die Mitarbeiter und Bewohner in den Wohneinrichtungen zu tun. Es braucht weitergehende Schritte für die Eltern von Kindern mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen. Auch die Menschen mit Assistenz brauchen Hilfe. Es kann nicht sein, dass Eltern selbst zusehen müssen, wie sie Beruf und die Betreuung ihrer behinderten Kinder unter einen Hut bringen. Es kann auch nicht sein, dass Einrichtungen für Menschen mit Behinderung auf den Mehrkosten für Masken, Schutzausrüstung oder Desinfektionsmittel sitzenbleiben. Diese Menschen dürfen wir nicht vergessen.
Daher fordert der VdK unter anderem: In der häuslichen Pflege muss der Betrag für Pflegehilfsmittel von 40 auf 80 Euro verdoppelt werden. Das Pflegeunterstützungsgeld muss jetzt auf 30 Tage verlängert und unbürokratisch gewährt werden. Die Mehrkosten Schutzausrüstung, Masken, Desinfektionsmittel und zusätzliche Personalkosten müssen erstattet werden.

Brillen & Sehhilfen: was zahlt die Krankenkasse?

Wer eine neue Brille kaufen möchte, fragt sich natürlich: wer übernimmt die Kosten? Was zahlt meine Krankenkasse? Denn die Preise für Brillen sind dank zahlreicher Online-Optiker zwar leicht rückläufig, aber dennoch sind Brillen nicht aus der Portokasse zu bezahlen. Viele ältere Menschen können sich noch an Zeiten erinnern, zu denen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Brille - zumindest anteilig - übernahmen. Diese Zeiten sind allerdings vorbei. Am 1. Januar 2004 trat eine von der Rot-Grünen-Bundesregierung unter Gerhard Schröder initiierten Gesetzesnovelle in Kraft, nach der Brillen nicht mehr in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören. Doch durch das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung haben wieder mehr gesetzlich Versicherte Anspruch auf Brillengläser. Die Neuregelung ist im April 2017 in Kraft getreten. Patienten erhalten eine Brille bei Kurz- oder Weitsichtigkeit, wenn sie einen Korrekturausgleich von mehr als sechs Dioptrien benötigen, oder bei Hornhautverkrümmung von mehr als vier Dioptrien. Die Kosten für das Gestell werden aber von den gesetzlichen Krankenkassen weiterhin nicht übernommen. Anspruch auf Versorgung mit Kontaktlinsen besteht nur bei medizinisch erforderlichen Ausnahmen. Liegen diese nicht vor, zahlt die Kasse als Zuschuss höchstens den Betrag, den sie für eine erforderliche Brille zahlen würde. Wichtig: Die Brille muss ärztlich verordnet sein, eine Untersuchung beim Optiker reicht nicht.

Mindestlohn!

Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit dem 01. Januar 2020 9,35 Euro/Stunde- Wer kann davon leben? Laut Mindestlohngesetz wird der gesetzliche Mindestlohn alle zwei Jahre neu festgelegt. Die Mindestlohn-Kommission wird Mitte 2020 eine Empfehlung für die weitere Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns ab 1.1.2021 aussprechen. Sofern die Bundesregierung dieser Empfehlung zustimmt und per entsprechender Verordnung umsetzt, wird diese Empfehlung dann der neue gesetzliche Mindestlohn ab 2021. Der Sozialverband VdK hat sich in diese Debatte um den Mindestlohn eingeschaltet und erteilt den Forderungen der führenden Wirtschaftsverbände eine klare Absage. Diese wollen eine Nullrunde bei den Mindestlöhnen. Eine Nullrunde ist für den VdK nicht akzeptabel. Es kann nicht sein, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zurückstecken sollen. Viele von ihnen, wie Kassiererinnen oder Postboten, werden gerade als systemrelevant eingestuft. Doch ihr Gehalt reicht kaum bis zum Ende des Monats. Wer momentan ein Leben lang in Vollzeit arbeitet und weniger als 13 Euro die Stunde verdient, wird nur eine Rente auf Grundsicherungsniveau oder ganz knapp darüber erhalten. Nach einem Leben voller Arbeit muss man aber von seiner Rente leben können, darauf müssen die Bürger vertrauen können. Altersarmut gehört zu den drängendsten sozialpolitischen Herausforderungen. Um sie zu bekämpfen braucht es neben Verbesserungen in der gesetzlichen Rentenversicherung zunächst erst einmal Löhne, von denen man ausreichend Beiträge einzahlen kann. Um eine Rente zu erwirtschaften, die nennenswert über dem Grundsicherungsniveau liegt, braucht es einen minimalen Lohn von 13 Euro pro Stunde. Der VdK fordert eine sofortige Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13 Euro, um Altersarmut effektiv zu bekämpfen.

Hammerurteil: Bundessozialgericht lässt Versicherte im Stich

Blankoscheck für die Krankenkassen durch den Ersten Senat in Kassel
VdK kündigt Verfassungsbeschwerde an

Bei den Krankenkassen in Deutschland knallen die Sektkorken: Die Kassen können künftig in aller Ruhe Anträge liegen lassen und Fristen versäumen. Eine versäumte Kassenfrist führt nicht mehr zu einem Sachleistungsanspruch der Menschen im Land. So steht es in einem Grundsatzurteil des Bundessozialgerichts (BSG). Damit hat der Erste Kasseler Senat den Krankenkassen einen Blankoscheck für langsames Arbeiten ausgestellt. Nach Auffassung des VdK ist mit diesem Urteil das Gleichheitsgebot verletzt und es benachteiligt einseitig die Versicherten. Der Sozialverband VdK hält das Urteil für versichertenfeindlich und kündigt eine Verfassungsbeschwerde an. Nach bisheriger Rechtsprechung hatten die Krankenkassen drei Wochen Zeit, Leistungsanträge zu bearbeiten und zu entscheiden. Hielten die Kassen die Fristen nicht ein, galt die Leistung nach Ablauf der Frist als genehmigt. So steht es auch im Sozialgesetzbuch. Diese Regel hatte das BSG zuletzt noch im August bestätigt. Der neue BSG-Präsident Rainer Schlegel und der zuständige Erste Senat kippten am nun 26. Mai, diese versichertenfreundliche Rechtsprechung.
Konkreter Fall: Der Sozialverband VdK vertritt die Interessen eines Klägers, der unter einer speziellen Krankheit leidet, die unter anderem Gehstörungen verursacht. Sein Arzt behandelte ihn mit einem Medikament, das nur bei Multipler Sklerose zugelassen ist. Der Patient nahm das Medikament auf eigene Kosten und es half, sodass sein Arzt die Kostenübernahme durch die Krankenkasse beantragte. Erst nach über drei Monaten lehnte die Kasse ab. Da alle Fristen verstrichen waren, ging die Vorinstanz davon aus, dass die Behandlung als fiktiv genehmigt gilt. Diese Entscheidung hob das BSG nun auf.

Bei Anruf: Ruhe bewahren

Patienten, die Krankengeld beziehen, werden oft von der Krankenkasse unter Druck gesetzt.
Wer krank ist, braucht Zeit und Ruhe, um wieder gesund zu werden. Doch nicht selten kommt es vor, dass Patienten, die Krankengeld beziehen, von den Mitarbeitern ihrer Krankenkasse angerufen und bedrängt werden. Der Sozialverband VdK rät, die Ruhe zu bewahren und sich an den VdK zu wenden. Wird ein Arbeitnehmer in Deutschland krank, erhält er in der Regel sechs Wochen lang eine sogenannte Lohnfortzahlung. In dieser Zeit zahlt der Arbeitgeber das Gehalt ganz normal weiter. Danach springt die Krankenkasse mit dem sogenannten Krankengeld ein, das mit 70 Prozent des Bruttogehalts, höchstens aber 90 Prozent des Nettoeinkommens niedriger liegt. Die Auszahlung von Krankengeld ist teuer.
Um Kosten zu sparen, wenden einige gesetzliche Kassen fragwürdige Methoden an. Sie rufen die kranken Mitglieder an und setzen sie unter Druck. Vor allem Menschen, die länger krankgeschrieben sind, sind davon betroffen. Rein rechtlich sind Versicherte nicht verpflichtet, am Telefon persönliche Informationen an ihre Krankenkasse herauszugeben. Es gibt zwar eine Mitwirkungspflicht, diese lässt sich aber auch schriftlich erfüllen. Der VdK rät: Geben Sie keine Informationen über den Gesundheitszustand heraus, stimmen Sie keinem Krankengeldmanagement zu, nehmen Sie Widersprüche nicht zurück und kündigen Sie nicht Ihren Job. Der Sozialverband VdK hilft seinen Mitgliedern gerne in allen Angelegenheiten rund um das Krankengeld. Fragen Sie einfach in Ihrer nächstgelegenen Beratungsstelle nach.

Barrierefreier Wohnraum – dringend gesucht!

Was nutzt die eigene Wohnung, wenn man plötzlich nicht mehr hineinkommt. Nach einem Schlaganfall, Unfall oder im Alter stehen viele vor dieser Frage. Das soll sich nun ändern. Der Sozialverband VdK begrüßt die geplante Reform des Wohnungseigentumsgesetzes. Denn danach kann sich eine Eigentümergemeinschaft zukünftig nicht mehr querstellen, wenn ein Wohnungsbesitzer den Zugang zu seiner Wohnung barrierefrei gestalten will. Für Mieter kann es dagegen auch weiterhin teuer werden, wenn sie ihre Wohnung barrierefrei umbauen. Denn der Vermieter kann sie zum Rückbau auf eigene Kosten zwingen, wenn sie die Wohnung wieder verlassen. Auch das muss sich ändern, findet der VdK.
Um selbstbestimmt zu Hause leben zu können, ist es jedoch oftmals notwendig, die Wohnung oder das Haus an die veränderten Wohnbedürfnisse anzupassen.
Die VdK-Wohnberatung erarbeitet Vorschläge, wie durch die Umgestaltung einzelner Wohnbereiche, durch den Einsatz von technischen Hilfsmitteln oder das Reduzieren bestehender Barrieren eine selbstständige Lebensführung im eigenen Heim erhalten werden kann. Die geschulten ehrenamtlichen VdK-Wohnberater unterstützen Mitglieder dabei, eine passende und bedarfsgerechte Lösung zu finden und informieren auch über mögliche Finanzierungsmöglichkeiten.
Die ehrenamtliche VdK-Wohnberatung ist für Mitglieder kostenlos und wird im KV Calw in Kooperation mit dem Kreisseniorenrat durchgeführt.

Kontakte:
Sozialverband VdK, Tel.: 07732 / 92 36 36, Fax: 07732 / 92 36 20
E-Mail: u.werner@vdk.de
Kreisseniorenrat Calw, Tel.: 07045-9294716
E-Mail: kreiseniorenratcalw@gmail.com

Unterstützung für pflegende Angehörige!

Wie bekomme ich Unterstützung für die Pflege zu Hause in der Corona-Krise?
Die derzeitige Corona-Pandemie wirkt sich auch auf die Pflege aus. Einige Pflegeheime haben einen Aufnahme-Stopp verhängt und Kurzzeitpflege und Tagespflege finden nur vereinzelt statt. Für Familien mit einem Pflegefall stellt dies alles eine große Herausforderung dar. Insbesondere pflegende Angehörige, die erwerbstätig sind, müssen Pflege und Beruf unter einen Hut bekommen.
Erwerbstätige pflegende Angehörige haben seit einigen Jahren einen Anspruch auf eine kurzfristige Arbeitsverhinderung mit einem Pflegeunterstützungsgeld, auf eine Pflegezeit und eine Familienpflegezeit und auf eine Freistellung zur Begleitung Sterbender. Die Bundesregierung hat nun ein paar Lockerungen beschlossen, um Familien zu Corona-Zeiten besser unterstützen zu können.
Bei der Arbeitsverhinderung kann sich ein naher Angehöriger für bis zu zehn Arbeitstage von seiner Erwerbsarbeit freistellen lassen. In dieser Zeit kann er sich um die Organisation der Pflege kümmern oder auch selber pflegen. Bei der Pflegezeit kann der Angehörige auch über die kurzzeitige Arbeitsverhinderung hinaus freigestellt werden. Die Familienpflegezeit kann eine Dauer von bis zu 24 Monaten haben. Bei der Begleitung Sterbender ist eine Freistellung von der Arbeit für bis zu drei Monate möglich. Diese Freistellungsmöglichkeiten beinhalten verschiedene Voraussetzungen und Regelungen.
Betroffene wenden sich deshalb bitte vertrauensvoll an ihre nächstgelegene VdK Beratungsstelle.

Elektronische Patientenakte - was bedeutet das für die Versicherten?

Am 3. Juli 2020 hat der Bundestag über das Patientendaten-Schutz-Gesetz abgestimmt. Damit soll der Weg für die elektronische Patientenakte frei werden: Ab 2021 sollen die Krankenkassen den Versicherten die elektronische Patientenakte anbieten. Fuer die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist die Einfuehrung der elektronischen Patientenakte (ePA) von großer Bedeutung, denn viele Informationen der Versicherten – beispielsweise welche Medikamente ein Patient nimmt, welche Vorerkrankungen er hat und wie die frueheren Behandlungen verliefen sind darauf gespeichert. Viele sorgen sich deshalb um die Sicherheit der Daten, die in einer solchen elektronischen Patientenakte vorgehalten werden, denn diese sind natürlich höchst sensibel. Über eine App sollen Patientinnen und Patienten ihre Daten einsehen und pflegen können. Viele ältere Menschen tun sich aber schwer mit Apps oder haben kein modernes Smartphone. Gerade für sie ist es aber wichtig, den Überblick über ihre Medikamente, Therapien und Diagnosen zu behalten. Auch ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung müssen auf ihre Daten in der Patientenakte zugreifen können. Barrierefreiheit und die Möglichkeit, sie sich vorlesen zu lassen, sind deshalb für den VdK ein Muss. Wichtig ist auch, dass die Medikationspläne schnell eingebunden werden. Nur damit lässt sich eine Über-, Unter- und Fehlversorgung von Patientinnen und Patienten mit Arzneimitteln vermeiden. Der VdK wird den Krankenkassen bei der Einführung kritisch auf die Finger schauen.

Bis zur letzten Instanz!

Wer sozialrechtliche Probleme hat, sollte sich an den Sozialverband VdK wenden. Denn wir helfen unseren Mitgliedern und beraten sie zu allen Themen aus dem Sozialrecht. Wir helfen unseren Mitgliedern zum Beispiel beim Erstellen von Anschreiben und Widersprüchen und begleiten sie in Klageverfahren vor Gericht und das bis zur letzten Instanz. Jedes Jahr erkämpft der VdK für seine Mitglieder in zahlreichen gerichtlichen Verfahren Millionen an Nachzahlungen. Wir beraten unsere Mitglieder vor allem in diesen Rechtsgebieten: Rentenversicherung, Krankenversicherung, Unfallversicherung, Pflegeversicherung, Rehabilitation, Behinderung, Hilfsmittel und Arbeitslosenversicherung/Arbeitslosengeld II.
Unsere Leistungen umfassen übrigens nicht nur die Rechtsberatung. Wir vertreten zum Beispiel auch Ihre sozialpolitischen Interessen gegenüber der Politik und setzen uns für soziale Gerechtigkeit ein. Im Beratungsnetzwerk des VdK Kreisverbandes Calw beraten ehrenamtliche Sozialberater alle Menschen, die Rat und Hilfe suchen. Diese Beratung ist kostenlos und nicht an eine Mitgliedschaft im VdK gebunden. In Widerspruchs und Klageverfahren vertritt der VdK Sozialrechtschutz seine Mitglieder ab dem Beitrittsdatum - und zwar ohne Karenzzeit. Es gibt noch weitere viele gute Gründe Mitglied beim VdK zu werden. Informieren Sie sich bei ihrem Ortsverband oder der nächstgelgegen Beratungsstelle.

„Oben ohne“ mit Attest.

Sommer, Sonne – doch leider noch keine völlige Entspannung wegen der Corona-Pandemie. Das öffentliche Leben läuft langsam wieder an. Aber bisweilen "knirscht" es noch. So berichten uns Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, die keine Maske tragen dürfen, dass sie teils Anfeindungen erfahren. In Corona-Zeiten gelten Mund-Nasen-Bedeckungen bei vielen schon als modisches Accessoire. Andere tragen die Masken wie eine lästige Pflicht. Es gibt aber Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen ihr Gesicht nicht bedecken dürfen und deshalb keine Masken tragen müssen. In Bus und Bahn, in Gaststätten, im Supermarkt oder in der Arztpraxis: Ohne Maske auf Nase und Mund ist der Zugang verboten. Eigentlich. Denn manche Menschen sind ausdrücklich vom Tragen befreit.
Diese betreffen Menschen, die wegen einer Atemwegserkrankung oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung schlecht Luft bekommen oder aufgrund einer körperlichen oder psychischen Beeinträchtigung keine Maske aufsetzen können. Die Ausnahmeregelungen sind vielen Ladeninhabern, Busfahrern oder sogar Behördenmitarbeitern unbekannt. Deshalb sollten Betroffene und deren Begleitpersonen, immer ein ärztliches Attest mitführen, das vorgezeigt werden kann. Auf dem Attest muss vermerkt sein, dass das Tragen einer Maske unzumutbar ist. Die Erkrankung muss nicht benannt werden, kann auf Wunsch des Betroffenen aber ergänzt werden. Und wenn dennoch der Zutritt verweigert wird? Reden hilft in den meisten Fällen. Wer so etwas erlebt, sollte versuchen, sich direkt mit der Geschäftsführung in Verbindung zu setzen und die Situation ruhig zu erklären. Denn die Teilhabe von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen darf nicht mit Hinweis auf Corona-Vorschriften verwehrt werden.

„Freie Zeit kann Angst machen“

Endlich Rentner: mehr Zeit für sich selbst, für Kinder und Enkel, für Freunde, für Hobbys, Reisen, den Garten und vieles mehr. Warum wissen manche dann doch nichts mit der freien Zeit anzufangen und fallen in das berühmte Loch? Plötzlich und unerwartet kommt der Ruhestand für die meisten doch nicht. Deshalb ist es wichtig, rechtzeitig die Weichen für diese Zeit zu stellen. Denn freie Zeit kann Angst machen, vor allem dann, wenn man mit ihr erfahrungsgemäß sowieso ein Problem hat. Mit unendlich viel freier Zeit umzugehen, haben die meisten Menschen nicht gelernt. Selbst wenn man dachte, dass man nun reist, Freunde besucht und sich alles Unerledigte in Haus und Garten vornimmt – irgendwann ist alles getan. Erfahrungsgemäß stellt sich ungefähr nach zehn Wochen eine innere Unruhe und Unzufriedenheit ein. Weil man merkt, dass das, was man tut, nicht befriedigend ist. Vielen ist zu Beginn des Ruhestands nicht bewusst, wie wichtig es ist, dass es auch in der neuen Lebensphase wieder Aufgaben gibt, die einen mit Sinn erfüllen. Und dass man wieder einen Rhythmus aus Aufgaben, Pflichten und Freizeit findet. Nur dann kann man die neue Lebensphase mit der Möglichkeit der freien Zeiteinteilung auch wirklich genießen.
Die meisten Menschen brauchen eine gewisse Struktur im Alltag. Warum ist das besonders für Rentnerinnen und Rentner so wichtig? Wem schon im Urlaub nach einigen Tagen die Decke auf den Kopf fällt, sollte im Ruhestand unbedingt eine Tagesstruktur entwickeln. Warum dann nicht mal ein Ehrenamt übernehmen: Dann schwindet das Gefühl, von Leere erdrückt zu werden. Im VdK sind über 60.000 Menschen ehrenamtlich tätig. Sie leiten Ortsverbände, stehen hilfsbedürftigen Menschen zur Seite, werben für Inklusion, beraten oder kümmern sich um pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen. Sie stehen für Solidarität, Menschlichkeit, Engagement - die zentralen Begriffe des VdK. Jeder ist herzlich eingeladen mitzumachen – Ihr Ortsverband freut sich auf Ihren Anruf.

Der VdK erinnert: Leben retten – Gasse freihalten!

Nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen und der Wiederaufnahme von Reiseaktivitäten ist auch wieder mit mehr Unfällen, beispielsweise auf den Straßen, zu rechnen. Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg erinnert daran, dass Rettungsgassen lebensrettend sind und appelliert an alle, sie freizuhalten. Denn jede Verzögerung kann über Leben und Tod entscheiden. Die Rettungsgasse ermöglicht Polizei, Feuerwehr und medizinischem Personal schneller zum Verletzten zu gelangen und erhöht so die Überlebenschancen lebensbedrohlich Verletzter. Als gesichert gilt, dass ein um vier Minuten schnelleres Eintreffen der Rettungskräfte die Überlebenschance um bis zu 40 Prozent erhöht. Und, über lebenswichtig sind die Erste-Hilfe-Maßnahmen der Laienhelfer am Unfallort, eine lückenlose Rettungskette verbessert die Überlebenschance und vermeidet Spätfolgen. Die sogenannte Rettungsgasse muss immer freigehalten werden. Auf zweispurigen Schnellstraßen soll sie zwischen linker und rechter Spur, nicht auf dem Standstreifen liegen! Bei dreispurigen Autobahnen liegt der Rettungsweg zwischen linker und mittlerer Spur.
Schon beim Anhalten am Stauende muss man deshalb auf der linken Spur ganz links an den Randstreifen und mit Abstand zum davor stehenden Auto anhalten. Fahrer auf der mittleren und rechten Fahrspur orientieren sich an der rechten Fahrbahnbegrenzung.
Es ist verboten, Rettungsfahrzeugen in der Rettungsgasse zu folgen. Auch das Vordrängeln auf der Standspur ist ebenso wenig erlaubt, wie das „Überholen“ durch Nutzung von Parkplätzen und Ausfahrten.

Ab Oktober 2020 mehr Geld für Zahnersatz

Erfreuliche Nachrichten für alle, die künftig Zahnersatz benötigen: gesetzlich Krankenversicherte erhalten künftig mehr Geld, wenn sie Kronen, Brücken oder Prothesen benötigen. Der befundbezogene Festzuschuss steigt ab Oktober 2020 um 10 Prozent - von 50 auf 60 Prozent der Kosten für die Regelversorgung – also die gesetzliche Standardtherapie bei Zahnersatz – erhöht. Bei einem über fünf oder gar zehn Jahre geführten Bonusheft klettert der Festzuschuss auf 70 oder sogar 75 Prozent. Das klingt zwar gut, aber was das bedeutet das konkret? Es gibt den gesetzlichen Festzuschuss nämlich immer nur auf Basis der sogenannten Regelversorgung. Die Regelversorgung ist eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung – das bedeutet auf gut Deutsch: Gesetzlich krankenversicherte bekommen keinen besonders hochwertigen Zahnersatz bezahlt, sondern nur die günstigste Ausführung. Für Implantate gibt es gar keinen Zuschuss. Und damit hören sich 10 Prozent dann doch nach mehr an, als es unterm Strich wirklich sind. Das positive ist jedoch: der Zuschuss ist befundbasiert und kann auch für eine höherwertigere bzw. für eine andersartige Zahnersatzversorgung verwendet werden. Die Kasse bezahlt jedoch nicht mehr, nur weil die Rechnung vom Zahnarzt höher ausfällt

Sich wehren lautet die Devise!

In der Gesetzlichen Krankenversicherung sind Ansprüche für Versicherte gesetzlich verankert, trotzdem kommen Patienten oft nicht zu ihrem Recht. Gründe sind fehlendes Wissen oder die Ablehnung der Anträge. Gerade Kassen lehnen berechtigte Leistungen oft telefonisch oder mit einfachem Schreiben ab. Dabei haben Patienten stets das Recht auf einen rechtsmittelfähigen Bescheid. Und: Mit dessen ablehnenden Inhalt darf sich keiner abfinden!
Es gibt viele Leistungen, bei denen von den Kassen rechtlich nicht gedeckte Verfahren toleriert werden – vor allem bei der Hilfsmittelversorgung. So verlangen Lieferanten oft bei Hörgeräten, Rollstühlen, Pflegehilfsmitteln nicht gerechtfertigte Zuzahlungen. Dasselbe gilt für Zahnersatz. Die Kassen sind verpflichtet, die Versichertenrechte wahrzunehmen, denn es kann um Tausende Euro gehen. Gleiches gilt bei der Reha-Bewilligung: Rechtsmittelfähigen Bescheid anfordern, keine Ablehnung hinnehmen und beachten, dass der VdK seine Mitglieder erfolgreich vertritt!
Wenn auch Sie Probleme haben, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an unsere Sozialberater oder Sozialrechtsreferenten. Ihre nächstgelegene Beratungsstelle und Kontakttelefon entnehmen Sie bitte unserem wöchentlichen Terminplan.

Konflikte im Heim?

Konflikte gehören zum Leben dazu – auch in einer Pflegeeinrichtung. Diese können oft belastend sein, weil die Bewohnerinnen und Bewohner sich der Situation nicht entziehen können. Wenn es bei einer vertraglichen Meinungsverschiedenheit keine einvernehmliche Lösung gibt, können Pflegeheimbewohner vor Gericht gehen – mitunter jedoch ein langes, aufwändiges und teures Verfahren. Nun gibt es auch für diese Fälle eine Alternative, nämlich die Möglichkeit einer außergerichtlichen Schlichtung.
Über diese informiert eine neue Broschüre, die von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) herausgegeben wird. Sie enthält auf 26 Seiten praxisorientierte und mit Beispielen veranschaulichte Informationen zur Streitschlichtung im Heim. Ratsuchende finden Antworten auf alle Fragen zur Durchführung einer solchen Verbraucherschlichtung. Konflikte sind für jeden eine große Belastung. Für einen älteren Menschen, der auf Unterstützung angewiesen ist, bekommt eine Auseinandersetzung mit der Heim- oder Pflegeleitung noch mal ein anderes Gewicht. Mit dem Angebot der neutralen Allgemeinen Schlichtungsstelle wird es für beide Konfliktparteien möglich, eine einvernehmliche Lösung zu finden, die insbesondere älteren Menschen eine Hilfe sein soll.
Die Broschüre kann kostenfrei bei der BAhttps://www.vdk.de/ov-bad-wildbad/ID244966GSO bestellt werden: BAGSO e.V.
Thomas-Mann-Str. 2-4, 53111 Bonn Fax: 0228 / 24 99 93 20
Mail: bestellungen@bagso.de, Homepage: www.bagso.de

Mit Grundsicherung die Rente aufstocken

Mehr als eine Million Rentner in Deutschland hätten Anspruch auf Grundsicherung im Alter. Doch nur 566 000 Senioren haben sie tatsächlich beantragt. Mit der Grundsicherung stockt der Staat Renten auf, die zu gering sind, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Mehr als die Hälfte aller Anspruchsberechtigten verzichten auf die Antragstellung.
Dabei wurde die Sicherungsleistung extra für Menschen geschaffen, deren Rente zum Leben nicht ausreicht. Die Deutsche Rentenversicherung rät Menschen mit einem Einkommen von durchschnittlich weniger als 865 Euro im Monat, prüfen zu lassen, ob sie anspruchsberechtigt sind. In Kommunen mit hohem Mietniveau lohnt sich die Prüfung auch bei einem höheren Einkommen. In die Berechnung werden allerdings auch die finanziellen Verhältnisse des Lebenspartners mit einbezogen. Wenn dieser ein zu hohes Einkommen hat, besteht unter Umständen kein Anspruch. Für die Antragstellung ist das Sozialamt vor Ort zuständig. Benötigt werden ein gültiger Personalausweis, der Rentenbescheid, alle weiteren Einkommens- und Vermögensnachweise, die Kontoauszüge der letzten drei Monate, der Mietvertrag, ein Nachweis über Kranken- und Pflegeversicherung und natürlich der Antrag auf die Grundsicherung. Auch Erwerbsminderungsrentner können anspruchsberechtigt sein. Hier ist es sinnvoll, sich individuell beraten zu lassen. Der Sozialverband VdK hilft seinen Mitgliedern gerne bei allen Fragen rund um die Grundsicherung, bei der Antragstellung und gegebenenfalls bei einem Widerspruch. Betroffene wenden sich an ihre zuständige Geschäftsstelle.

Krebs geht nicht in Quarantäne

Während der Corona Krise sollten Patienten Arztbesuche nicht verschieben.
Aus Angst vor der Ansteckung mit dem COVID-19-Virus haben viele Menschen in den vergangenen Wochen Arzttermine abgesagt oder verschoben. Symptome wurden möglicherweise nicht ernst genommen oder ignoriert. Das kann fatale Auswirkungen haben – vor allem dann, wenn es um eine Krebserkrankung geht. Experten befürchten, dass dem Gesundheitssystem eine erhöhte Anzahl zu spät erkannter Krebserkrankungen infolge der COVID-­19-Pandemie bevorsteht und sie appellieren, auch während der Pandemie Ärzte und Kliniken aufzusuchen und Untersuchungstermine wahrzunehmen. Denn Krebs nimmt keine Rücksicht auf die Corona-Krise. Patienten sollten daher keinesfalls zögern, verdächtige Symptome abklären zu lassen. Für die allermeisten Menschen ist die Krebskrankheit eine weitaus größere Gefahr für ihr Leben dar als COVID-19. Nur wer ein erhöhtes Infektionsrisiko hat, zum Beispiel nach Kontakt mit einem am Coronavirus Erkrankten, sollte den Nutzen und das Risiko der geplanten Therapie zusammen mit den behandelnden Ärzten abwägen.

Aus der Reihe: So hilft der VdK

Endlich ist er da, der Behindertenparkplatz! VdK unterstützt gelähmte Frau. Jeder Autofahrer wünscht sich einen Parkplatz beim Haus. Für Kerstin H. hat ein solcher Autostellplatz jedoch eine ganz besondere Bedeutung. Denn das VdK-Mitglied ist seit 17 Jahren querschnittgelähmt. Für die Rollstuhlfahrerin bringt das Autofahren ein großes Plus an Mobilität, Teilhabe, Selbstständigkeit und auch an Selbstbestimmung. Ob zur Arbeit, zum Arzt, zum Einkaufen oder zu Freizeitaktivitäten –sie braucht ein behindertengerechtes Fahrzeug. Aber sie braucht auch einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe zur Wohnung, der jederzeit verfügbar und zugleich problemlos mit dem Rolli zu erreichen ist. Aber um die sogenannten Nachteilsausgleiche für Menschen mit Behinderung, muss oftmals heftig gestritten werden. Seit April 2020 kann Kerstin H. nun ihren rollstuhlgerechten Kleinbus jetzt auf einem eigens für sie ausgewiesenen Stellplatz gegenüber ihrer Wohnung abstellen. Vorausgegangen war eine monatelange Auseinandersetzung mit den Behörden. Den von Kerstin H. beantragten persönlichen Behindertenparkplatz lehnte die Stadtverwaltung ab. Der sei in einem verkehrsberuhigten Bereich nicht möglich und argumentierte hier mit Vorschriften zur Mindeststraßenbreite. Es folgte ein Widerspruch beim Regierungspräsidium und mehrere Schriftwechsel. Sogar die Polizei wurde zu einer Einschätzung befragt. Erst nachdem sich der VdK eingeschaltet hatte, kam schnell Bewegung in die festgefahrene Situation und bei einem Ortstermin wurde den Beteiligten klar, dass es eine Lösung gibt. Schon kurz danach war das für individuelle Behindertenparkplätze benötigte Verkehrsschild mit eingetragener Parkausweisnummer fertig und die Bodenmarkierung angebracht.
Bei Fragen und Problemen wenden Sie sich vertrauensvoll an unsere Sozialberater oder Sozialrechtsreferenten. Ihre nächstgelegene Beratungsstelle und Kontakttelefon entnehmen Sie bitte unserem wöchentlichen Terminplan.

Corona und kein Ende?!

Mit den aktuellen, verschärften Corona Verordnungen ist leider auch die letzte Hoffnung, in diesem Jahr doch eine Veranstaltung durchführen zu können, endgültig geschwunden. Wir wissen, wie gerne wir uns nach langer Zeit alle mal wieder getroffen hätten und es wäre auch so wichtig gewesen miteinander zu sprechen, sich auszutauschen und sei es auch nur um sich den Frust von der Seele reden zu können. Nicht nur unsere Mitglieder leiden an dieser erzwungenen – vielleicht notwendigen – Isolation, auch wir als ehrenamtliche Vorstände sind irgendwann gefrustet, wenn von dem mit viel Mühe, Begeisterung und Vorfreude geplanten Jahresprogramm praktisch nichts realisiert werden konnte. Es ist kein Trost, dass es auch alle anderen Vereine trifft, im Gegenteil, bei einem länger anhaltenden Lockdown , besteht die reale Gefahr, dass das für unsere Gemeinden so wertvolle und vom Ehrenamt getragene Vereinsleben, dauerhaft geschädigt wird.
Und es ist zu erwarten, dass bis auf weiteres keine Zusammentreffen möglich sein werden.
Hoffen wir, dass unser Interesse am Ehrenamt - trotz aller Widrigkeiten - auch über die kommenden Monate erhalten bleibt und nicht alles in Lethargie versinkt.
Vielleicht bietet das nächste Frühjahr endlich wieder Möglichkeiten, ein unbeschwertes Vereinsleben zu gestalten und zu genießen.
Die Hoffnung stirbt zuletzt!!!

Steuererleichterung für Menschen mit Behinderung

Der Behinderten-Pauschbetrag wird verdoppelt. Demnach kann künftig jeder Steuerpflichtige ab einem Grad der Behinderung (GdB) von 20 einen Pauschbetrag geltend machen, weil die komplizierten Voraussetzungen bei niedrigen GdB gestrichen werden. Der Sozialverband VdK begrüßt diese Steuererleichterung als überfälligen Schritt, der seit Jahren vom VdK gefordert wird. Während andere Steuerpauschbeträge in den letzten Jahren stetig angepasst wurden, herrschte beim Nachteilsausgleich für Menschen mit Behinderung seit 45 Jahren Stillstand. Der VdK begrüßt auch, dass künftig bei der Pflege einer Person mit Pflegegrad 2 ein Pflegepauschbetrag in Höhe von 600 Euro und bei der Pflege einer Person mit Pflegegrad 3 ein Betrag von 1.100 Euro steuerlich geltend gemacht werden kann. Bei Pflegegrad 4 und 5 soll der Pflegepauschbetrag künftig von 924 Euro auf 1.800 Euro erhöht werden. Der VdK fordert die Bundesregierung weiterhin auf, eine regelmäßige Dynamisierung der Pauschbeträge festzuschreiben, damit die Betroffenen nicht wieder so viele Jahre auf eine Anpassung warten müssen.
Die wichtigsten Änderungen bezüglich der Fahrtkostenpauschbeträge, der der Behindertenpauschbeträge und der Pflegepauschbetrag erfahren Sie bei Ihrer nächstgelegenen VdK Servicestelle. Der Sozialverband VdK setzt sich mit seinen mehr als 2 Millionen Mitgliedern für soziale Gerechtigkeit ein. Als größter Sozialverband Deutschlands vertritt der VdK wirksam die sozialpolitischen Interessen aller Bürgerinnen und Bürger: unabhängig – solidarisch – stark. VdK-Mitglieder profitieren von der kompetenten Beratung im Sozialrecht.

VdK-Patientenberatung

Unser Gesundheitssystem ist oft unübersichtlich. Der Sozialverband VdK Baden-Württemberg bietet deshalb eine kostenlose, unabhängige und neutrale Patientenberatung für Ratsuchende an. Aufgabe der Patientenberatung ist es, unabhängig, transparent und qualitätsgesichert zu informieren. So berät sie unter anderem bei Ansprüchen gegenüber der Krankenkasse, bei Verdacht auf Behandlungsfehler und klärt über verschiedene Untersuchungs- und Behandlungsmethoden von Krankheiten auf. Die erfahrenen Berater/Innen geben Auskunft in gesundheitsrechtlichen und medizinischen Fragestellungen.
Häufige Themen in der Beratung sind:
Kassenwechsel und Wahlleistungen ( z. B. Hausarztmodell).
Versicherungsmöglichkeiten und Leistungen für ehemals Nicht-Versicherte.
Fragen der Kostenübernahme von Leistungen.
Fragen rund um Zahnersatzleitungen.
Fragen zu Pflegesituationen (häuslich und stationär).
Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung.
IGeL Leistungen Kassen Leistungen.
Die Beratung ist kostenlos - auch für Nicht-Mitglieder!
KONTAKT: Patienten- und Wohnberatung, Gaisburgstraße 27, 70182 Stuttgart
Telefon: 0711 248 33-95, Telefax: 0711 248 44-10
patienten-wohnberatung-bw@vdk.de

Krankenkasse zahlt ärztliche Zweitmeinung

Da gesetzlich Versicherte ihren Arzt frei wählen können, ist es unproblematisch, bei Behandlungen einen weiteren Mediziner zu Rate zu ziehen. Der Zweitgutachter kann seine Beratungsleistung mit der gesetzlichen Krankenkasse abrechnen. Wer das Einholen einer Zweitmeinung plant, sollte den behandelnden Arzt darüber informieren und zu diesem Zweck um Aushändigung von Berichten, Laborwerten und Ergebnissen von Röntgenuntersuchungen bitten. Zudem bieten viele gesetzliche Krankenkassen eine Zweitmeinung vor Operationen als Zusatzleistung an. Vor bestimmten planbaren Operationen (OP) besteht ein gesetzlicher Anspruch auf die ärztliche Zweitmeinung bei Ärzten, die dafür eine besondere Genehmigung haben, informiert die VdK Patienten- und Wohnberatung Baden-Württemberg in Stuttgart und verweist auf den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Der G-BA hat in einer Richtlinie festgelegt, für welche OPs dies zurzeit gilt: Gebärmutterentfernung, Mandeloperation und Schulterarthroskopie, künftig noch Amputationen beim Diabetischen Fußsyndrom sowie Kniegelenkersatz-OPs. Steht eine Operation an, bei der ein gesetzlicher Anspruch auf die Zweitmeinung besteht, muss der Arzt den Patienten mindestens zehn Tage vor dem geplanten Eingriff darüber aufklären, dass er sich bei speziell qualifizierten Ärzten zur Notwendigkeit des Eingriffs und zu alternativen Behandlungsmöglichkeiten beraten lassen kann.
Unter www.116117.de/zweitmeinung kann man sich nach Ärztinnen und Ärzten mit der Genehmigung für ein Zweitgutachten umsehen.

Die Grundrente!

Ab Januar 2021 für bis zu 1,5 Millionen Rentnerinnen und Rentnern.
Wer lange gearbeitet hat, soll im Alter nicht auf die Grundsicherung angewiesen sein: Mit der neuen Grundrente sollen Versicherte, die mindestens 35 Jahre gearbeitet, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt haben, ein Alterseinkommen oberhalb der Grundsicherung erhalten – ohne Bedürftigkeitsprüfung. Nur eine einfache Einkommensprüfung, die von der Rentenkasse und der Finanzverwaltung durchgeführt wird. Die Höhe der Grundrente ist abhängig von den Rentenpunkten, die man im Erwerbsleben gesammelt hat. Die Grundrente ist als Rentenzuschlag konzipiert und soll von einer nachzuweisenden Bedürftigkeit unabhängig sein. Grundrente erhält, wer mindestens 33 Jahre "Grundrentenzeiten" erworben hat. Das sind vor allem Zeiten, in denen Pflichtbeiträge aufgrund einer Beschäftigung, Kindererziehung oder Pflegetätigkeit an die gesetzliche Rentenversicherung geleistet wurden. Der Zugang zur Grundrente erfolgt ohne Antragstellung. Dazu findet eine Einkommensprüfung statt. Dabei gilt ein Einkommensfreibetrag in Höhe von monatlich 1.250 Euro für Alleinstehende und 1.950 Euro für Eheleute oder Lebenspartner.
Der VdK kritisiert, dass gerade viele Frauen nach der Einkommensprüfung trotzdem keinen Anspruch auf Grundrente haben, weil ihr Ehepartner eine auskömmliche Rente bezieht. Ihre jahrzehntelang erfahrene Benachteiligung, im Arbeitsleben und bei der ungerechten Verteilung der Sorgearbeit, wird so für viele Frauen fortgeschrieben.

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