16. November 2021
Sozialpolitik

Energiearmut durch
steigende Strom- und Gaspreise

VdK befürchtet kalten Winter für viele Menschen

Vor einem außergewöhnlich harten Winter für viele Geringverdienende, Rentnerinnen und Rentner sowie Menschen, die Hartz IV erhalten, warnte der VdK NRW zuletzt angesichts steigender Energiepreise in einer Pressemitteilung. „Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Gas- und Stromsperren spätestens mit der Zustellung der Jahresrechnungen im Dezember rapide steigt“, äußerte Horst Vöge seine Sorge.

„Schließlich werden die Mehrkosten, die sich durch das Zuhausebleiben während des Lockdowns zusätzlich erhöht haben, bislang nicht ausreichend vom Staat aufgefangen“, führte der VdK-Landesvorsitzende weiter aus. Wer Arbeitslosengeld II erhielt, musste das Geld für die Stromversorgung demnach schon in der Vergangenheit teilweise aus dem mehr als knapp bemessenen Regelsatz für den Lebensunterhalt querfinanzieren.
„Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox waren das in Nordrhein-Westfalen 2020 zwischen 102 und 155 Euro pro Jahr, die die Leistungsempfänger dafür an anderer Stelle einsparen mussten“, kritisierte Horst Vöge. „Darüber hinaus gab es in unserem Bundesland über 122.000 Bedarfsgemeinschaften, die durchschnittlich 80 Euro im Monat für die Miete abzweigen mussten, da die Kosten der Unterkunft vom Jobcenter nicht als angemessen anerkannt wurden.“

Um zu verhindern, dass die Menschen entweder ihre Wohnungen nicht mehr heizen oder sogar auf den Einkauf von Lebensmitteln und Kleidung verzichten, forderte der Vorsitzende des VdK NRW demnach, dass Grundsicherungsleistungen endlich die tatsächlichen Ausgaben für das Wohnen und Heizen abdecken und jährlich angepasst werden. „Gleiches gilt für das Wohngeld, das aus unserer Sicht um eine Energie- und Klimakomponente ergänzt werden sollte“, so Horst Vöge mit Blick auf bundesweit rund 630.000 Haushalte, die nicht auf Transferleistungen angewiesen sind, deren Einkommen nach Abzug der Miete aber dennoch unterhalb des Existenzminimums liegt. „Ansonsten ist Energie zukünftig nur noch etwas für Reiche!“

Andrea Temminghoff


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