12. Oktober 2021
MEDIEN

Sozialverband VdK: Ampel jetzt auf Beseitigung der Armut umschalten!

  • VdK-Präsidentin Verena Bentele erinnert SPD und Grüne an Wahlversprechen, den Mindestlohn zu erhöhen
  • Auch die Pflege-Vollversicherung müsse endlich kommen, fordert der NRW-Landesvorsitzende Horst Vöge

Der Sozialverband VdK appelliert an SPD und Grüne, sich an ihre Wahlversprechen zu halten und endlich einen Neustart bei der Bekämpfung der Armut zu wagen: „Jetzt ist die Zeit, die Ampel umzuschalten und Armut in Deutschland konsequent zu beseitigen: Das ist dringend notwendig für den Zusammenhalt in der Gesellschaft, davon profitiert aber auch die Wirtschaft“, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele angesichts der Sondierungsgespräche in Berlin.

„Arbeit schützt nur dann vor Armut, wenn es gute Löhne gibt. Deswegen muss der gesetzliche Mindestlohn jetzt erhöht werden“, ergänzte der VdK-Landesvorsitzende Horst Vöge, der zugleich als Vizepräsident auf Bundesebene aktiv ist. SPD und Grüne sollten ihr Wahlversprechen einhalten und den Mindestlohn sofort auf zwölf Euro anheben. „Das muss ein nicht verhandelbarer erster Schritt zu einem existenzsichernden Lohn sein.“ In einem zweiten Schritt hält der VdK dann die Erhöhung auf mindestens 13 Euro für notwendig, um eine Altersvorsorge oberhalb der Grundsicherung sicherzustellen.

Bentele erinnerte SPD-Chef Olaf Scholz zudem an sein Versprechen, für stabile Renten zu sorgen: „Wir brauchen ein stabil hohes Rentenniveau, das mindestens bei 50 Prozent liegen muss, besser aber bei 53 Prozent.“ Nur so lasse sich dauerhaft Altersarmut bekämpfen.

Gegen Kinderarmut vorzugehen, hatten alle drei Parteien angekündigt. Dass das aktuelle System der Familienförderung versagt hat, ist Konsens, daraus sind aus Sicht des VdK nun Konsequenzen zu ziehen: „Jedes fünfte Kind in Deutschland ist seit Jahren von Armut betroffen oder bedroht. Deswegen müssen die wichtigsten Leistungen zur Absicherung von Kindern endlich in einer Kindergrundsicherung gebündelt werden“, forderten Bentele und Vöge.

Gerade mit Blick auf NRW erwartet der hiesige Vorsitzende darüber hinaus, dass sich die politisch Verantwortlichen endlich auf die Einführung einer Pflege-Vollversicherung verständigen. „Schließlich liegen die Eigenanteile für die Unterbringung in einer stationären Einrichtung in unserem Bundesland mit 2.496 Euro deutlich über dem deutschlandweiten Durchschnitt von 2.125 Euro“, kritisierte Horst Vöge. „Damit rund eine Million Betroffene und deren Angehörige nicht unverschuldet in Armut geraten, müssen die Kosten für diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe unbedingt gerechter verteilt werden!“


Der Sozialverband VdK ist mit mehr als 2,1 Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband Deutschlands. Im Sozialverband VdK NRW sind 385.000 Mitglieder organisiert, die in 43 Kreisgeschäftsstellen und sieben Rechtsabteilungen in sozialrechtlichen Fragen beraten und vertreten werden. Der Sozialverband VdK setzt sich ein für die Rechte von Rentnern, Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, Sozialversicherten, Pflegebedürftigen, Kriegs-, Wehrdienst- und Zivildienstopfern, Hinterbliebenen, Empfängern von Arbeitslosengeld II sowie Opfern von Unfällen, Gewalt und Umweltschäden. Mehr Infos: www.vdk.de/nrw

Andrea Temminghoff

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