3. September 2021
MEDIEN

Sozialstaat stärken und Armut bekämpfen – JETZT!

  • Kleiner Landesverbandstag am 4. September in der Bielefelder Stadthalle
  • Corona-Pandemie hat die Notlagen vieler Menschen noch verschärft

Im Rahmen seiner Kampagne „Sozialer Aufschwung JETZT!“ fordert der Sozialverband VdK NRW unter anderem, alle sozialversichern, gesetzliche Rente stabilisieren und Armut wirksam bekämpfen. In NRW nehmen immer mehr Menschen die Unterstützung des Verbandes in Anspruch. So ist die Mitgliederzahl von 364.000 im letzten Jahr aktuell auf 385.000 gestiegen. „Das ist für uns auch ein Indiz für die Ängste und Verunsicherung der Menschen in unserem Land. Die Corona-Pandemie hat die Notlagen vieler Menschen noch verschärft. Die Sorgen unserer Mitglieder in über 112.000 Sprechstunden-Kontakten pro Jahr in NRW lassen uns aufhorchen,“ stellte der Landesvorsitzende Horst Vöge fest.


Von links: Thomas Zander (Geschäftsführer VdK NRW), Wolfgang Plohmann (Vorsitzender VdK Bielefeld) und Horst Vöge (Vorsitzender VdK NRW) | © VdK NRW

Armut, geringfügige Beschäftigung, Überschuldung sowie ungleiche Lebens- und Wohnverhältnisse sind für immer mehr Menschen bittere Realität. Dabei verfestigen sich die Probleme regional sehr unterschiedlich. „Bei der Armutsquote gehört NRW schon seit Jahren zu den traurigen Spitzenreitern und stand mit 18,5 Prozent zuletzt um 2,6 Prozentpunkte schlechter da als der Länderdurchschnitt. Zudem ist hier rund jeder Zehnte auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II angewiesen – im Ruhrgebiet sogar mindestens jeder Sechste,“ so Vöge.

Landesgeschäftsführer, Thomas Zander, erklärt den Mitgliederzuwachs zudem wie folgt: „Menschen, die ohnehin nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, laufen in unserem Bundesland offenbar häufig gegen Mauern, die sich nur mit juristischem Beistand und nicht alleine überwinden lassen. Ferner fühlen sie sich im Behörden-Dschungel zunehmend allein gelassen. Schließlich kann ein ablehnender Bescheid für jemanden, dem eigentlich soziale Leistungen zustehen, im schlimmsten Fall existenzbedrohend sein.“

In Bielefeld ist etwa jeder Sechste von Armut bedroht. Ein Beleg: Die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung ist zwischen 2015 und 2020 um 13,8 Prozent angestiegen. Darüber hinaus sind in Bielefeld mehr als 30.000 Menschen schwerbehindert. Über 17.000 Menschen sind pflegebedürftig, wovon über die Hälfte allein von Angehörigen zu Hause gepflegt werden. „Insbesondere für Ältere, Menschen mit Behinderung sowie Pflegebedürftige und deren Angehörige ist der Sozialverband VdK in Bielefeld eine wichtige Stütze im sozialen System. Für ihre Interessen wie auch für die gleichberechtigte Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger setzen wir uns auch in Zeiten von Corona weiterhin mit voller Kraft ein,“ hebt der Kreisvorsitzende des VdK Bielefeld, Wolfgang Plohmann, hervor.

Deshalb setzt sich der VdK NRW unter anderem für die Wiedereinführung einer Vermögensabgabe, eine Finanztransaktions- und eine Digitalsteuer ein. „Nur so können wir die finanziellen Lasten der Krise gerecht verteilen“, betont der Landesvorsitzende, der zugleich als Vizepräsident auf Bundesebene aktiv ist.

verantwortlich: Manuela Anacker


Der Sozialverband VdK ist mit mehr als 2,1 Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband Deutschlands. Im Sozialverband VdK NRW sind rund 380.000 Mitglieder organisiert, die in 43 Kreisgeschäftsstellen und sieben Rechtsabteilungen in sozialrechtlichen Fragen beraten und vertreten werden. Der Sozialverband VdK setzt sich ein für die Rechte von Rentnern, Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, Sozialversicherten, Pflegebedürftigen, Kriegs-, Wehrdienst- und Zivildienstopfern, Hinterbliebenen, Empfängern von Arbeitslosengeld II sowie Opfern von Unfällen, Gewalt und Umweltschäden. Mehr Infos: www.vdk.de/nrw

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