25. Mai 2021
MEDIEN

Schwächere und besonders Gefährdete vor Corona schützen!

VdK NRW kritisiert Auflösung der Impfpriorisierung - und fordert Absicherung Berufstätiger

„Die Aufhebung der Priorisierung löst kein einziges Problem - weder das des nach wie vor nicht bedarfsdeckenden Angebots an Impfstoff, noch das des fehlenden Schutzes besonders gefährdeter Personengruppen.“ Mit diesen deutlichen Worten reagiert Horst Vöge als Vorsitzender des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen auf den Beschluss von Bund und Ländern, dass ab dem 7. Juni niemand mehr bei den Schutzimpfungen bevorzugt werden soll. „Da ein großer Teil der priorisierten Gruppen noch nicht oder noch nicht vollständig geimpft ist, können wir diesen Schritt beim besten Willen nicht nachvollziehen. Gerade chronisch Kranke der Prioritätsgruppe 3 warten weiter dringend auf ein Impfangebot!“

Der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen bemängelt, dass die Betroffenen künftig mit allen anderen Menschen um Termine beim Haus- oder Facharzt konkurrieren müssen, die schon heute über überlastete Telefonleitungen klagen. „Somit droht eine Situation, in der nicht etwa Schwächere geschützt werden, sondern vor allem die Stärkeren eine Impfung erhalten“, befürchtet Horst Vöge. Der Vorsitzende schlägt daher eine landesweite Regelung vor, derzufolge chronisch Kranke die Möglichkeit haben, zusätzlich zum Angebot der Hausärzte ab sofort auch vorrangig das der Impfzentren in Anspruch nehmen zu können.

Darüber hinaus macht sich der VdK-Landesverband außerdem für eine bessere Absicherung von Menschen stark, die an Langzeitfolgen einer Corona-Erkrankung leiden. „Ersten Studien zufolge sind etwa zehn Prozent der Infizierten von gesundheitlichen Einschränkungen wie dauerhaften Erschöpfungszuständen, Atemnot und Konzentrationsstörungen betroffen“, erklärt der Vorsitzende. „Daher müsste Long-Covid unserer Ansicht nach grundsätzlich als Berufskrankheit anerkannt werden, wenn sich jemand im Arbeitsleben infiziert hat“, so Horst Vöge mit Verweis auf die aktuelle Regelung, die zwar für Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege gilt, jedoch nicht für Personal im Beförderungswesen, im Einzelhandel oder anderen Bereichen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko.

verantwortlich: Andrea Temminghoff


Der Sozialverband VdK ist mit mehr als 2,1 Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband Deutschlands. Im Sozialverband VdK NRW sind rund 375.000 Mitglieder organisiert, die in 43 Kreisgeschäftsstellen und sieben Rechtsabteilungen in sozialrechtlichen Fragen beraten und vertreten werden. Der Sozialverband VdK setzt sich ein für die Rechte von Rentnern, Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, Sozialversicherten, Pflegebedürftigen, Kriegs-, Wehrdienst- und Zivildienstopfern, Hinterbliebenen, Empfängern von Arbeitslosengeld II sowie Opfern von Unfällen, Gewalt und Umweltschäden.

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