11. März 2021
MEDIEN

Corona als Brandbeschleuniger für die soziale Schieflage

Sozialverband VdK NRW fordert gerechte Verteilung der finanziellen Lasten

Der aktuelle Datenreport 2021 der Bundeszentrale für politische Bildung macht aus Sicht des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen abermals deutlich, dass die gesellschaftlichen Kosten der Corona-Krise in unserem Land äußerst ungleich verteilt sind. „Gerade Menschen mit einem niedrigeren Bildungsniveau, geringer beruflicher Qualifizierung, Arbeitslose, Selbstständige, Alleinerziehende und Menschen mit Migrationshintergrund gehören zu den Verlierer*innen der Pandemie“, macht der Vorsitzende Horst Vöge deutlich.

So berichten vor allem ungelernte Arbeiter*innen, einfache Angestellte und Alleinerziehende von finanziellen Schwierigkeiten zwischen Ende März und Anfang Juli vergangenen Jahres. „Bei Beamt*innen und Partnerhaushalten ist der Anteil dagegen deutlich geringer“, erläutert der VdK-Landesvorsitzende. Zudem wurden während der ersten Welle 2020 rund drei Prozent der befragten Personen mit niedrigem Einkommen arbeitslos. „Besonders hoch war das Risiko, den Job zu verlieren oder wegen der Kontaktverbote freigestellt zu werden, für Geringverdiener*innen“, so Horst Vöge mit Blick auf den Bericht. „Wer zur oberen Einkommensgruppe gehört, war indes kaum gefährdet. Und viele Beschäftigte mit mittleren Einkommen wurden zumindest durch das Instrument der Kurzarbeit aufgefangen oder konnten ihre Tätigkeit im Homeoffice ausüben.“

Der Landesvorsitzende, der zugleich Vizepräsident des VdK Deutschland ist, wiederholt infolgedessen seine Forderung nach einem monatlichen Corona-Zuschlag von 100 Euro für Empfänger*innen von Sozialleistungen, die das wenige Geld, das ihnen zur Verfügung steht, nun auch noch für Schutzmasken, Selbsttests und Desinfektionsmittel ausgeben müssen. „Hinzu kommt, dass wir mittlerweile eine zweite Welle hinter uns haben, in der der Lockdown noch länger anhielt. Dadurch hat sich der finanzielle Druck auf die unteren Einkommensklassen noch einmal vergrößert“, mahnt Horst Vöge die Politik, endlich entschlossen zu handeln. „Um die Folgen der Pandemie gerecht zu verteilen, schlagen wir daher eine einmalige Abgabe für Menschen und Betriebe mit großem Vermögen vor, von der nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung betroffen wäre, die jedoch zusätzliche Steuereinnahmen im Milliardenbereich zur Folge hätte.“

verantwortlich: Andrea Temminghoff


Der Sozialverband VdK ist mit mehr als 2,1 Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband Deutschlands. Im Sozialverband VdK NRW sind rund 375.000 Mitglieder organisiert, die in 43 Kreisgeschäftsstellen und sieben Rechtsabteilungen in sozialrechtlichen Fragen beraten und vertreten werden. Der Sozialverband VdK setzt sich ein für die Rechte von Rentnern, Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, Sozialversicherten, Pflegebedürftigen, Kriegs-, Wehrdienst- und Zivildienstopfern, Hinterbliebenen, Empfängern von Arbeitslosengeld II sowie Opfern von Unfällen, Gewalt und Umweltschäden.

Andrea Temminghoff

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