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2018 - das ändert sich

Betriebsrenten, Erwerbsminderung, Krankenversicherung - das sind nur drei der Bereiche, in denen ab dem 1. Januar 2018 Neuerungen greifen. Wie zeigen in unserem Überblick, welche Änderungen das Jahr 2018 noch mit sich bringt.

© Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Was ändert sich 2018 für Arbeitnehmer?

Betriebsrente: Am 1. Januar 2018 tritt das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft. Damit will die Politik Betriebsrenten besonders in kleinen Betrieben attraktiver machen. Arbeitgeber erhalten einen steuerlichen Zuschuss, wenn sie Arbeitnehmern mit einem Lohn oder Gehalt von unter 2.200 Euro brutto eine Betriebsrente anbieten. Im Gegenzug müssen die Arbeitgeber Beträge zwischen 240 und 480 Euro für die Arbeitnehmer einzahlen. Allerdings: Ab 2018 entfällt das Haftungsrisiko für die Arbeitgeber und damit ihre Pflicht, Arbeitnehmern einen festen Betrag zuzusichern.

Einkommenssteuer: Ab 1. Januar 2018 steigt der Grundfreibetrag auf 9.000 Euro. Erst danach müssen ledige Arbeitnehmer ihr Einkommen versteuern. Bei verheirateten oder verpartnerten Paaren gilt die Pflicht zur Versteuerung ihrer Einkommen ab einem Einkommen von 18.000 Euro.

Kinderfreibetrag: Zusätzlich zu den Neuerungen bei der Einkommenssteuer kommt bei manchen Arbeitnehmern ein höherer Kinderfreibetrag ab 1. Januar 2018. Er steigt auf 7.428 Euro.

Kindergeld: Auch das Kindergeld steigt leicht. Ab 1. Januar 2018 bekommen Eltern für die ersten beiden Kinder monatlich jeweils 194 Euro, für das dritte Kind 200 Euro und für jedes weitere Kind 225 Euro.

Beim Kindergeld ändert der Gesetzgeber ab Januar 2018 die Fristen, in denen man rückwirkend Anträge auf Kindergeld stellen kann. Betrugen die Fristen dafür bislang vier Jahre, verkürzt sich die Frist nun auf sechs Monate. Wer rückwirkendes Kindergeld erst im Januar 2018 beantragt, kann es lediglich noch sechs Monate rückwirkend erhalten, also höchstens bis Juli 2017.

Krankenversicherung: Den festen Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung von 14,6 Prozent zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Teilen. Allerdings: Den Zusatzbeitrag, der auf den festen Beitrag obendrauf kommt, zahlen die Arbeitnehmer allein. Dieser Beitrag sinkt für gesetzlich versicherte Arbeitnehmer in 2018 von 1,1 auf 1,0 Prozent des Bruttolohns.

Mindestbetrag in der gesetzlichen Rentenversicherung: Dieser Mindestbetrag liegt ab 1. Januar 2018 bei 83,70 Euro.

Mindestlohn: Der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro gilt ab 2018 ausnahmslos in allen Branchen. Bis 31. Dezember 2017 waren tarifliche Abweichungen zulässig, etwa auf Basis des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes. In der Pflege steigt der Mindestlohn ab 1. Januar 2018 auf 10,55 Euro (Westdeutschland und Berlin) und in 10,05 Euro (Ost).

Sozialversicherung: Ab 1. Januar 2018 gilt: Wer einen Lohn oder ein Gehalt von bis zu 4.950 Euro pro Monat verdient, ist verpflichtet, sich in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zu versichern. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung steigt die bundesweit einheitliche Beitragsbemessungsgrenze auf 4.425 Euro pro Monat. Im neuen Jahr steigt die Bemessungsgrenze, bis zu der man Beiträge auf Löhne, Gehälter oder Renten zahlen muss, auf monatlich 6.500 Euro (West) und 5.800 Euro (Ost).

Steuererklärung: Arbeitnehmer können sich ab 2018 etwas länger Zeit lassen, um ihre Steuererklärung beim Finanzamt abzugeben. Die Abgabefrist verlängert sich bis zum 31. Juli des Folgejahres. Die Steuererklärung für 2018 können Arbeitnehmer also bis zum 31. Juli 2019 einreichen.

Jahreswechsel 2018: Was ändert sich für Bezieher von Grundsicherung und von Sozialhilfe?

Grundsicherung für Arbeitsuchende und Sozialhilfe: Wer diese Grundsicherung, auch Hartz IV genannt, oder Sozialhilfe erhält, dessen monatliche Leistungen steigen ab 1. Januar 2018 auf 416 Euro pro Monat (alleinstehende Person). Paare erhalten 374 Euro pro Person.

Erwachsene behinderte Menschen, die in stationären Einrichtungen leben, erhalten 332 Euro (bis Ende 2019).

Kinder unter sechs Jahre erhalten 240 Euro, Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahre 296 Euro und Jugendliche von 14 bis 18 bekommen Leistungssätze von 316 Euro.

Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung: Wer Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung bezieht, kann ab dem kommenden Jahr Freibeträge von bis zu 200 Euro für Betriebs- und Riester-Renten nutzen.

Was ändert sich 2018 für Rentner?

Altersrenten: Der Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung sinkt ab dem 1. Januar von 18,7 auf 18,6 Prozent. Es wird erwartet, dass sich ab Juli 2018 die Renten der rund 21 Millionen Rentner um drei Prozent erhöhen werden.

Erwerbsminderungsrenten: Wer ab dem kommenden Jahr eine Erwerbsminderungsrente bezieht, kann mit finanziellen Verbesserungen rechnen. Die sogenannte Zurechnungszeit steigt bis zum Jahr 2024 stufenweise auf 65 Jahre. Für Betroffene wirkt sich das so aus, als hätten sie statt bis zum 62. Lebensjahr bis zum 65. gearbeitet. Sie erhalten somit monatlich etwas mehr Geld.

Private Altersvorsorge: Diejenigen, die "Riestern" und mindestens vier Prozent ihres jährlichen Bruttoeinkommens in eine Riester-Rente einzahlen, bekommen ab 1. Januar 2018 eine höhere staatliche Zulage. Sie liegt dann bei 175 Euro.

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