Presse

Hohes Armutsrisiko für Pflegebedürftige und deren Angehörige

VdK NRW fordert gerade in Corona-Zeiten mehr Entlastung und finanzielle Unterstützung

Anlässlich der heute veröffentlichten Daten des Statistischen Landesamts zur Zahl pflegebedürftiger Menschen in NRW macht der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen deutlich, dass Pflegebedürftige und deren Angehörige in besonderer Weise von der Corona-Krise betroffen sind. „Aus Angst vor einer Ansteckung haben viele unserer Mitglieder, die Familienangehörige zu Hause versorgen, jegliche Unterstützung durch externe Dienstleister abbestellt“, erklärt der Vorsitzende Horst Vöge. „Sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen und benötigen dringend bessere Unterstützung.“

Gerade Frauen leiden unter der Mehrfachbelastung, so der VdK-Landesvorsitzende weiter. „Neben Soforthilfe-Paketen und Entlastungsangeboten würde eine Pflegezeit mit Lohnersatz helfen, den schwierigen Spagat zwischen Home-Office, Kinderbetreuung und häuslicher Pflege zu meistern.“ Schließlich verschärft die aktuelle Situation sowohl die Armutsgefährdung der Angehörigen, die im Job kürzer treten müssen, als auch der Betroffenen selber. „In NRW sind nicht nur überdurchschnittlich viele Menschen im Alter auf Grundsicherung angewiesen, sondern auch die Eigenanteile für die Heimunterbringung liegen mit rund 2.405 Euro über dem bundesweiten Durchschnitt in Höhe von 2.015 Euro.“

Infolgedessen waren hierzulande Ende 2017 mehr als 60.000 Menschen ergänzend auf Sozialhilfe angewiesen. „Hinzu kommt, dass laut jüngstem Schuldneratlas der Auskunft Creditreform gerade über 70-Jährige immer häufiger Schwierigkeiten haben, für die steigenden Miet- und Energiekosten aufzukommen“, so Horst Vöge, der sich im Sinne aller Generationen auch als Vizepräsident des VdK Deutschland für armutsfeste Renten sowie eine Pflegevollversicherung einsetzt. „Um sämtliche Kosten für diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe abdecken zu können, schlagen wir beispielsweise die Einführung einer Digital- und Finanztransaktionssteuer vor.“

verantwortlich: Andrea Temminghoff


Der Sozialverband VdK ist mit zwei Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband Deutschlands. Im Sozialverband VdK NRW sind rund 373.000 Mitglieder organisiert, die in 43 Kreisgeschäftsstellen und sieben Rechtsabteilungen in sozialrechtlichen Fragen beraten und vertreten werden. Der Sozialverband VdK setzt sich ein für die Rechte von Rentnern, Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, Sozialversicherten, Pflegebedürftigen, Kriegs-, Wehrdienst- und Zivildienstopfern, Hinterbliebenen, Empfängern von Arbeitslosengeld II sowie Opfern von Unfällen, Gewalt und Umweltschäden. Mehr Infos unter www.vdk.de/nrw.

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