Presse

Corona trifft sozial benachteiligte Menschen besonders hart

  • Soziale Ungleichheit darf sich nicht verfestigen
  • VdK NRW fordert: Aus der Krise lernen

Die Bewältigung der Corona-Krise darf nicht auf Kosten armer, kranker, behinderter oder älterer Menschen gehen. Diese Forderung stellte der Sozialverband VdK NRW heute im Rahmen seiner „Sozialbilanz“ in Düsseldorf. „Für uns steht außer Frage, dass besonders Städte und Kreise in NRW ein Zwischenfazit ziehen und die sozialen Auswirkungen aus der Corona-Krise sichtbar machen müssen. Nur so kann sozialen Folgewirkungen vorgebeugt werden“, sagte der VdK-Landesvorsitzende Horst Vöge. „Durch unsere 370.000 Mitglieder wissen wir, dass vielfach aus Angst, Hilflosigkeit oder fehlender Unterstützung starke persönliche Einbußen hingenommen werden – etwa bei der gesundheitlichen Versorgung.“

In NRW ist jeder Fünfte 65 Jahre oder älter. Hinzu kommt eine extreme Vereinsamung. 60 Prozent der Haushalte in NRW, in denen 80-Jährige oder Ältere leben, sind Einpersonenhaushalte. „Soziale Isolation macht krank, zudem sind diese Menschen meist nicht mobil“, mahnt Horst Vöge an. Pflegebedürftige Menschen sind die am schwersten Betroffenen der Corona-Krise. Gerade auch die häusliche Pflege und die pflegenden Angehörigen dürfen hier nicht aus dem Blick geraten.

Aus Sicht des VdK müssen politische Entscheidungsträger künftig achtsamer zwischen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit, der Grundrechte und zur Abmilderung der sozialen Fragen abwägen. Dafür muss auf allen staatlichen Ebenen eine nachhaltige Bestandsaufnahme stattfinden. „Hier sollten Verbände wie der VdK mit ihrem Fachwissen zwingend beteiligt werden“, fordert Vöge. Eine zweite Pandemie-Welle würde die soziale Ungleichheit dramatisch verstärken.

Außerdem befürchtet der VdK, dass grundlegende Projekte wie die Barrierefreiheit im ÖPNV bis Ende 2021 durch Corona vernachlässigt und Zukunftschancen von Kindern beeinträchtigt werden. Themen wie die Weiterentwicklung der Pflege- und Gesundheitsberufe, die Stärkung von Versorgungsstrukturen in der Fläche, eine Überarbeitung der Sozialgesetzgebung und der weitere Ausbau der digitalen Infrastruktur gehören somit ganz oben auf die Agenda.

verantwortlich: Tobias Zaplata


Der Sozialverband VdK ist mit zwei Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband Deutschlands. Im Sozialverband VdK NRW e. V. sind mehr als 370.000 Mitglieder organisiert, die in 43 Kreisgeschäftsstellen und acht Rechtsabteilungen in sozialrechtlichen Fragen beraten und vertreten werden. Der Sozialverband VdK setzt sich ein für die Rechte von Rentnern, Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, Sozialversicherten, Pflegebedürftigen, Kriegs-, Wehrdienst- und Zivildienstopfern, Hinterbliebenen, Empfängern von Arbeitslosengeld II sowie Opfern von Unfällen, Gewalt und Umweltschäden.

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