Presse

„Endlich aufwachen und handeln!“

Finanzreport: VdK NRW fordert Hilfspaket für schwächere Kommunen

„Endlich aufwachen und handeln!“ Dieses Signal sendet der Sozialverband VdK NRW aufgrund des neu veröffentlichten Kommunalen Finanzreports der Bertelsmann-Stiftung an die Politik. „Dass sich die Schere zwischen starken und schwachen Kommunen immer weiter öffnet, ist völlig inakzeptabel. Wir wollen keine Armuts-Stadtteile“, sagt der Vorsitzende des Sozialverbands VdK NRW, Horst Vöge. „Es darf nicht sein, dass Lebenschancen der Menschen abhängig von ihren Wohnorten sind.“

Laut des Reports gehören vor allem Städte aus dem Ruhrgebiet zu den ärmsten - also dort, wo die Langzeitarbeitslosigkeit seit Jahrzehnten ein Kernproblem ist. Arg betroffen ist Gelsenkirchen, wo jeder Vierte Hartz IV bezieht. „Wir fordern, dass die Städte gleichmäßig gut ausgestattet sind. Es kann nicht sein, dass die ohnehin sozialstrukturell belasteten Städte höhere Sozialausgaben tragen und zweieinhalb Mal weniger Steuern einnehmen als wohlhabendere“, sagt Vöge. „Wir brauchen dringend ein Maßnahmenpaket für gleichwertige Lebensverhältnisse.“

Der VdK NRW hält ausdrücklich an seiner Forderung fest, dass prekäre Beschäftigungsverhältnisse eingedämmt und zusätzliche Mittel zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen zur Verfügung gestellt werden müssen. Außerdem müssen „massiv“ mehr Investitionen in den sozialen Wohnungsbau fließen. Aus Sicht des VdK NRW sind die steigenden Mieten in den Großstädten eine der Ursachen für Armut. „Die Menschen fühlen sich im Stich gelassen“, so Horst Vöge.

verantwortlich: Tobias Zaplata


Der Sozialverband VdK ist mit rund zwei Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband Deutschlands. Im Sozialverband VdK NRW e. V. sind rund 350.000 Mitglieder organisiert, die in 43 Kreisgeschäftsstellen und acht Rechtsabteilungen in sozialrechtlichen Fragen beraten und vertreten werden. Der Sozialverband VdK setzt sich ein für die Rechte von Rentnern, Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, Sozialversicherten, Pflegebedürftigen, Kriegs-, Wehrdienst- und Zivildienstopfern, Hinterbliebenen, Empfängern von Arbeitslosengeld II sowie Opfern von Unfällen, Gewalt und Umweltschäden.