9. Mai 2019
Presse

Altersarmut weiter auf dem Vormarsch

Anlässlich der heute veröffentlichten Daten des Statistischen Landesamts zur Grundsicherung warnt der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen, dass immer mehr Rentnerinnen und Rentner am Existenzminimum leben. "Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl derjenigen, die diese Form der Unterstützung im Alter von 65 Jahren und darüber hinaus in Anspruch nehmen müssen, abermals zugenommen - seit Dezember 2013 sogar um knapp 14 Prozent", macht der Vorsitzende Horst Vöge deutlich.

Infolgedessen verabschieden sich viele Betroffene auch nicht in den Ruhestand, sondern gehen weiterhin einer Arbeit nach, um irgendwie über die Runden zu kommen. "Für eine bundesweite Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung gab beispielsweise mehr als die Hälfte der befragten 58- bis 69-Jährigen an, auf das hinzuverdiente Geld angewiesen zu sein", so Horst Vöge. "Bei den Frauen, die in den ersten drei Jahren nach dem Ausscheiden aus dem Betrieb noch erwerbstätig sind, fällt der Anteil mit 31 Prozent besonders hoch aus."

Im Rahmen seiner bundesweiten Kampagne #Rentefüralle (www.rentefüralle.de) fordert der Sozialverband VdK daher unter anderem, dass geringe Renten aufgewertet werden und der Mindestlohn auf 12,80 Euro steigt. "Am Beispiel des Ruhrgebiets, das inzwischen als Armenhaus der Republik gilt, zeigt sich, dass die Eindämmung von Minijobs, Befristungen, Zeit- und Leiharbeit ebenso notwendig ist wie die Etablierung eines dauerhaft sozialen, öffentlich geförderten Arbeitsmarkts", erläutert der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende. Horst Vöge: „Sonst werden diejenigen, die schon in jungen Jahren prekär beschäftigt sind und wegen Erziehungs- oder Pflegezeiten teilweise beziehungsweise vollständig aus dem Berufsleben ausscheiden müssen, im Alter zwangsläufig auf staatliche Leistungen angewiesen sein.“

verantwortlich: Andrea Temminghoff


Der Sozialverband VdK ist mit fast 1,9 Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband Deutschlands. Im Sozialverband VdK NRW e. V. sind rund 350.000 Mitglieder organisiert, die in 43 Kreisgeschäftsstellen und acht Rechtsabteilungen in sozialrechtlichen Fragen beraten und vertreten werden. Der Sozialverband VdK setzt sich ein für die Rechte von Rentnern, Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, Sozialversicherten, Pflegebedürftigen, Kriegs-, Wehrdienst- und Zivildienstopfern, Hinterbliebenen, Empfängern von Arbeitslosengeld II sowie Opfern von Unfällen, Gewalt und Umweltschäden.