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Schutz vor Gewalt - unabhängig von Behinderung und Geschlecht

VdK NRW macht sich für inklusive und diskriminierungsfreie Unterstützung stark

(07.03.2019) Anlässlich des morgigen Weltfrauentags fordert der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen die Landesregierung auf, das Hilfesystem für alle Opfer von Gewalt gleichermaßen zugänglich zu machen. "Mädchen und Frauen mit Behinderung müssen denselben Schutz genießen wie alle anderen auch", betont die stellvertretende Vorsitzende Katharina Batz, die außerdem die Umsetzung und Weiterführung des Aktionsplans "NRW schützt Frauen und Mädchen vor Gewalt" sowie die Einrichtung einer landesweiten Koordinierungs- und Monitoringstelle fordert.

Schließlich fehlt es nach Angaben der hiesigen Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser mittlerweile in allen Regionen Nordrhein-Westfalens an entsprechenden Plätzen - gerade auch im ländlichen Bereich. "Allein im Jahr 2017 fanden deswegen mehr als 7.350 Betroffene keine Zuflucht", so Katharina Batz. "Zwar sollen in den NRW-Frauenhäusern bis 2022 insgesamt 50 neue Plätze geschaffen werden, das wäre aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein", erläutert die stellvertretende Vorsitzende des VdK-Landesverbands mit Blick auf die Istanbul-Konvention des Europarats, derzufolge der Bedarf 24 Mal so hoch ist.

Besonders schwer gestaltet sich die Suche nach Hilfe für Mädchen und Frauen mit Behinderung. "Für sie ist nur jede vierte Beratungsstelle und lediglich jedes zehnte Frauenhaus annähernd zugänglich - obwohl gerade psychisch erkrankte, gehörlose und blinde Frauen überdurchschnittlich oft Gewalt erleben: Zu Hause, aber auch in Einrichtungen sowie im öffentlichen Raum", kritisiert Katharina Batz. Zum Schutz von Rollstuhlfahrerinnen, Menschen mit Sinnesbehinderung oder Assistenzbedarf setzt sich der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen daher für den Abbau von Barrieren in Frauenhäusern mit finanzieller Unterstützung durch das Land und die Kommunen ein.

"Im Sinne eines inklusiven und diskriminierungsfreien Hilfesystems für NRW benötigen wir darüber hinaus mehr Schutzplätze für Mütter mit älteren Söhnen, Frauen mit Psychiatrie-Erfahrung sowie Suchterkrankungen", macht die stellvertretende Vorsitzende deutlich. "Daneben sind männliche Opfer von Gewalt im gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurs bislang wenig repräsentiert. Daher sprechen wir uns auch explizit für mehr Zufluchtsmöglichkeiten für Jungen und Männer aus - ob mit oder ohne Behinderung."

verantwortlich: Andrea Temminghoff


Der Sozialverband VdK ist mit fast 1,9 Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband Deutschlands. Im Sozialverband VdK NRW e. V. sind rund 350.000 Mitglieder organisiert, die in 43 Kreisgeschäftsstellen und acht Rechtsabteilungen in sozialrechtlichen Fragen beraten und vertreten werden. Der Sozialverband VdK setzt sich ein für die Rechte von Rentnern, Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, Sozialversicherten, Pflegebedürftigen, Kriegs-, Wehrdienst- und Zivildienstopfern, Hinterbliebenen, Empfängern von Arbeitslosengeld II sowie Opfern von Unfällen, Gewalt und Umweltschäden. Weitere Informationen im Internet: www.vdk.de/nrw