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Damit Wohnen nicht zum Luxusgut wird …

Sozialverband VdK: NRW braucht dringend bezahlbaren, barrierefreien Wohnraum!


(18.10.2017) Angesichts einer aktuellen Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage, derzufolge in NRW bis 2040 voraussichtlich rund 42 Prozent von derzeit etwa 470.000 Sozialwohnungen aus der Preisbindung fallen werden, reagiert der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen mit Sorge. "Schon heute müssen bundesweit 37,4 Prozent aller Haushalte mehr als ein Drittel des Einkommens allein für die Miete aufbringen. Wer an der Armutsgrenze lebt, zahlt hierfür sogar durchschnittlich 40 Prozent seines monatlichen Budgets", machte der VdK-Landesvorsitzende Horst Vöge heute in Düsseldorf deutlich.

Besonders alarmierend ist, dass NRW-Bürger infolge neuerer Daten der Bundesregierung im deutschlandweiten Vergleich überproportional von Altersarmut bedroht sind. "Bezahlbarer Wohnraum ist gerade in Großstädten kaum zu finden. Um sich die Miete leisten zu können, müssen viele Rentnerinnen und Rentner hierzulande daher an anderer Stelle sparen - von Lebensmitteln über Heizung und Strom bis hin zu Arzneien", so Vöge. "Zwar erhalten nach der Reform des Wohngelds von 2016 inzwischen mehr einkommensschwache Haushalte staatliche Unterstützung, diese Leistung sollte unserer Auffassung nach zukünftig jedoch an die jährliche Entwicklung der Einkommen und der Wohnkosten angepasst werden."

Vor allem aber fordert der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen, dass die schwarz-gelbe Koalition entschlossen in den Bau bezahlbaren, barrierefreien Wohnraums investiert. "Die meisten Menschen wollen - auch wenn sie pflegebedürftig werden und auf Betreuung angewiesen sind - so lange wie möglich in ihrem vertrauten Zuhause leben. Allerdings fehlen in unserem Bundesland perspektivisch mindestens 500.000 Wohnungen ohne Stufen, mit breiten Türen, einer bodengleichen Dusche und ausreichend Bewegungsflächen", erklärte der Vorsitzende Horst Vöge. "Dabei betragen die Mehrkosten hierfür im Neubau gerade einmal ein Prozent. Und wenn man berücksichtigt, dass Wohngebäude eine Nutzungsdauer von etwa 80 Jahren haben, macht sich senioren- und behindertengerechtes Bauen langfristig bezahlt - zumal sich dadurch bundesweit Sozialausgaben in Milliardenhöhe sparen lassen!"

verantwortlich: Andrea Temminghoff


Der Sozialverband VdK ist mit 1,8 Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband Deutschlands. Im Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen e. V. sind rund 330.000 Mitglieder organisiert, die in 43 Kreisgeschäftsstellen und acht Rechtsabteilungen in sozialrechtlichen Fragen beraten und vertreten werden. Der Sozialverband VdK setzt sich ein für die Rechte von Rentnern, Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, Sozialversicherten, Pflegebedürftigen, Kriegs-, Wehrdienst- und Zivildienstopfern, Hinterbliebenen, Empfängern von Arbeitslosengeld II sowie Opfern von Unfällen, Gewalt und Umweltschäden.