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Barrierefreies Bauen nicht aussetzen, sondern umsetzen!

Forderungen des VdK NRW für ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden - Ministerin Scharrenbach stellte sich der Diskussion mit rund 150 Demonstranten

Vor der geplanten Abstimmung über die Aussetzung der novellierten Landesbauordnung hat der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen heute gemeinsam mit weiteren Interessenverbänden der Menschen mit Behinderung vor dem Landtag in Düsseldorf für barrierefreies Bauen demonstriert. "Wir kritisieren die Absicht, das Inkrafttreten der neuen Landesbauordnung um ein Jahr zu verschieben", so der VdK-Landesgeschäftsführer Thomas Zander mit Blick auf die darin vorgesehenen Verbesserungen für Menschen mit Behinderung und Ältere. "Unsere Sorge ist, dass die mühsam erstrittenen Standards, auf die viele Betroffene dringend angewiesen sind, im Anschluss an das Moratorium verwässert oder gar rückgängig gemacht werden könnten."

150 Menschen nahmen an der Demo teil | © VdK NRW_Tobias Zaplata


Der Geschäftsführer des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen macht sich insbesondere für die Beibehaltung der geplanten Quote für rollstuhlgerechte Wohnungen stark: "Schließlich haben die rund 350.000 Rollstuhlfahrer in NRW schon heute erhebliche Schwierigkeiten, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Wohnraum zu finden, denn dieser lässt sich im Altbestand kaum nachrüsten." Demgegenüber betragen die Mehrkosten hierfür im Neubau gerade einmal ein Prozent. "Wenn man berücksichtigt, dass Wohngebäude eine Nutzungsdauer von etwa 80 Jahren haben, macht sich behinderten- und seniorengerechtes Bauen langfristig bezahlt - zumal sich dadurch bundesweit Sozialausgaben in Milliardenhöhe sparen lassen", gibt Zander zu Bedenken.

Ministerin Ina Scharrenbach im Gespräch mit den Demonstranten | © VdK NRW_Tobias Zaplata


Perspektivisch fehlen in unserem Bundesland sogar mindestens 500.000 barrierefreie Wohnungen. "Damit NRW nicht vom Vorreiter zum Nachzügler wird, gibt es also einen erheblichen Nachholbedarf", stellt der VdK-Landesgeschäftsführer fest und ergänzt: "Wir erwarten, dass die zuständige Ministerin Ina Scharrenbach ihren Bekenntnissen zum möglichst langen selbstbestimmten Wohnen in den eigenen vier Wänden auch Taten folgen lässt. Zumal davon nicht nur Menschen mit Behinderung, Ältere und Pflegebedürftige profitieren, sondern beispielsweise auch Familien mit Kindern."

verantwortlich: Andrea Temminghoff


Der Sozialverband VdK ist mit 1,8 Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband Deutschlands. Im Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen e. V. sind rund 330.000 Mitglieder organisiert, die in 43 Kreisgeschäftsstellen und acht Rechtsabteilungen in sozialrechtlichen Fragen beraten und vertreten werden. Der Sozialverband VdK setzt sich ein für die Rechte von Rentnern, Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, Sozialversicherten, Pflegebedürftigen, Kriegs-, Wehrdienst- und Zivildienstopfern, Hinterbliebenen, Empfängern von Arbeitslosengeld II sowie Opfern von Unfällen, Gewalt und Umweltschäden.

So berichtete die Presse

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Ein Team von RTL befragte Carsten Ohm (Leiter der Abteilung Sozialpolitik beim VdK NRW) zum Hintergrund der Demo. | © VdK NRW_Tobias Zaplata