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VdK NRW fordert: Gesundheit für alle!

Mangel an Ärzten und barrierefreien Praxen gefährdet die medizinische Versorgung


Obwohl das deutsche Gesundheitssystem eines der besten der Welt sein soll, ist der Zugang zur medizinischen Versorgung längst nicht für alle NRW-Bürger selbstverständlich. "In den nächsten zehn Jahren könnten hierzulande rund 3.500 Hausärzte in den Ruhestand gehen. Das ist vor allem im ländlichen Bereich, aber auch für die Menschen im Revier ein großes Problem", sagte der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen, Horst Vöge, heute in Dortmund. "Durch die Willkür der Bedarfsplaner müssen sich im bundesweiten Vergleich der Metropolen im Ruhrgebiet deutlich mehr Einwohner einen Mediziner teilen ─ diese sogenannte 'Sonderregion' gehört endlich abgeschafft!"

Beim Kleinen Landesverbandstag führte der VdK-Vorsitzende vor rund 140 Teilnehmern im Goldsaal des Kongresszentrums weiter aus: "Je nach Wohnort kommen in unserem Bundesland zwischen 2.433 und 1.109 Einwohner auf einen Hausarzt; hier in Dortmund sind es beispielsweise 1.826. Um eine gleichwertige, flächendeckende Gesundheitsversorgung sicherzustellen, muss die neue Landesregierung schnellstmöglich Förderprogramme für strukturschwache Gebiete auf den Weg bringen", so Horst Vöge. "Ohne gezielte Anreize fehlen Mediziner gerade dort, wo sie am meisten gebaucht werden ─ in Stadtteilen mit vielen ärmeren und älteren Menschen, die statistisch gesehen besonders häufig erkranken."

Der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen kritisiert darüber hinaus, dass es in unserem Bundesland einen erheblichen Mangel an barrierefreien Praxen gibt. "Für die rund 640.000 Pflegebedürftigen, davon mehr als 18.500 in Dortmund, kann von freier Arztwahl keine Rede sein", machte der Vorsitzende deutlich. "Solange in der Privatwirtschaft das Prinzip Freiwilligkeit gilt, stellen Treppen, Stufen und Untersuchungsmobiliar weiterhin unüberwindbare Hindernisse für Patienten mit körperlichen Einschränkungen dar." Horst Vöge wies nicht zuletzt darauf hin, dass für die Behandlung von Menschen mit Sinnesbeeinträchtigen oder geistiger Behinderung besondere Kenntnisse und Fähigkeiten notwendig sind. "Diese müssen sowohl im Medizinstudium als auch in der praktischen Ausbildung für Gesundheits- und Pflegefachberufe systematisch vermittelt werden."

verantwortlich: Andrea Temminghoff


Der Sozialverband VdK ist mit 1,8 Millionen Mitgliedern der größte Sozialverband Deutschlands. Im Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen e. V. sind mehr als 320.000 Mitglieder organisiert, die in 43 Kreisgeschäftsstellen und acht Rechtsabteilungen in sozialrechtlichen Fragen beraten und vertreten werden. Der Sozialverband VdK setzt sich ein für die Rechte von Rentnern, Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, Sozialversicherten, Pflegebedürftigen, Kriegs-, Wehrdienst- und Zivildienstopfern, Hinterbliebenen, Empfängern von Arbeitslosengeld II sowie Opfern von Unfällen, Gewalt und Umweltschäden.


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