Marie-Elisabeth Zachow: "Verschiedenheit als Normalität wahrnehmen"

Die Inklusion voranbringen – das möchte VdK-Mitglied Marie-Elisabeth Zachow. Seit einem Jahr ist die studierte Sonderpädagogin die erste hauptamtliche Beauftragte für Menschen mit Behinderung im Kreis Dithmarschen. Dabei bringt sie als Hörgeschädigte eigene Erfahrungen ein. Wir haben mit der 37-Jährigen über ihre Arbeit gesprochen.

Frau steht vor Hochbrücke Hochdonn
VdK-Mitglied Marie-Elisabeth Zachow ist die erste hauptamtliche Behindertenbeauftragte im Kreis Dithmarschen.

Ihre Tätigkeit für Menschen mit Behinderung hat zwei Aufgaben: einerseits die Beratung und Unterstützung, andererseits die Förderung der Inklusion. Was beschäftigt sie aktuell?

Auf mich kommen Anfragen in einem ganz breiten Spektrum zu. Soweit es mir möglich ist, übernehme ich die Beratungen persönlich, entweder am Telefon, per E-Mail oder Gebärden-Videochat. Die Förderung der Inklusion war entscheidend erschwert durch die Einschränkungen der Corona-Situation. Wir mussten uns häufig auf Videokonferenzen beschränken. Ich würde mir auch mehr Präsenz von Gebärdendolmetschungen wünschen, das aber ein sehr großes finanzielles und personelles Problem ist.

In digitalen Stadtbegehungen haben Sie zuletzt Barrieren und Best-Practice-Beispiele in Heide aufgezeigt. Helfen solche Angebote, Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft sichtbarer zu machen?

Das würde ich schon sagen. Ich finde es toll, dass sich an den Stadtbegehungen eine bunte Mischung an Leuten beteiligt hat: da waren zum einen Menschen mit unterschiedlichen Handicaps, zum anderen nicht betroffene Mitarbeitende vom Kreis, von der Stadt und aus den Einrichtungen mit Menschen mit Behinderung. Schon die Begegnung untereinander kann helfen, mehr aufeinander zuzugehen, Verschiedenheit als Normalität wahrzunehmen, sich gegenseitig für die unterschiedlichen Bedürfnisse zu sensibilisieren und gemeinsame Ziele zu erkennen. Es ist mir aber auch wichtig, mich bei den Verantwortlichen für eine Problemlösung einzusetzen.

Wie geht es nach den digitalen Stadtbegehungen weiter?

Hoffentlich bald mit einem Film mit dem zweiten Bürgervorsteher von Heide, Carsten Dethlefs, über Barrierefreiheit in Dithmarschen. Danach sollen Stadtbegehungen in anderen Städten Dithmarschens folgen. Unser Arbeitskreis Inklusion wird ebenfalls fortgesetzt – sobald Corona wieder Präsenztermine ermöglicht. Nicht zu vergessen der Aktionstag Inklusion, der auf der digitalen Stadtbegehung vorgeschlagen wurde und jetzt unter anderem ganz oben auf meiner Agenda steht. Hierbei soll Dithmarschen durch die Bewohnerinnen und Bewohner barrierefreier gemacht werden – indem sie etwa Stolperfallen beseitigen, Hinweisschilder anbringen oder störendes Gestrüpp zurückschneiden.
Gern möchte ich noch auf eine Veranstaltung hinweisen: Am 13. Mai findet ein Poetry Slam unter dem Titel „Lyrik in Leichter Sprache“ statt – mit Gedicht- und Musikbeiträgen in Leichter Sprache sowie Auflockerungen durch Missverständnisse in „schwerer Sprache“. Ein Expertenteam entscheidet über die ersten drei Plätze, die prämiert werden. Jeder ist willkommen. Gedichtbeiträge in Leichter Sprache können eingereicht werden an E-Mail lyrik@ inklusion-sh.de

Sie sind auch Mitglied im VdK. Wodurch wurden Sie auf den Sozialverband aufmerksam?

Den VdK kennt man einfach. Als Mitglied dabei bin ich seit einem Treffen mit Annelie Heydorn, der Vorsitzenden des Bezirksverbands Westküste, die gute Überzeugungsarbeit für den VdK geleistet hat.
Das Ehrenamt spielt beim VdK Nord eine wichtige Rolle. Waren Sie schon ehrenamtlich aktiv? Während des Studiums arbeitete ich freiwillig in Ferien- und Workcamps mit Jugendlichen und Erwachsenen mit Sehschädigung sowie seelischer, körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung zusammen. Später habe ich mich ehrenamtlich im Autonomen Behindertenreferat der Universität engagiert und versucht, Studierenden mit Handicap eine Anlaufstelle zu bieten, sie bei der Lösung ihrer Probleme zu unterstützen, mich politisch für sie stark zu machen, Veranstaltungen zu planen und Barrieren an der Uni abzubauen.

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Der VdK Nord ist auch auf Instagram zu finden. Auf unserem Profil geben wir Einblicke in die Verbandsarbeit und zeigen auf, was sich gemeinsam für mehr soziale Gerechtigkeit unternehmen lässt. Wer uns folgen möchte, findet den Kanal unter:
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Der Landesverband freut sich auf neue Abonnenten.

Sie möchten sich ehrenamtlich im VdK engagieren?

Ohne die vielen ehrenamtlich aktiven Frauen und Männer wäre der VdK nicht denkbar. Er wäre nicht das, was er heute ist: ein Sozialverband, in dem Gemeinsinn Programm ist, ohne den keine lebendige Gemeinschaft entstehen und auch nicht bestehen kann.

Sie möchten den VdK durch Ihre ehrenamtliche Mithilfe unterstützen? Dann wenden Sie sich bitte an uns!

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