Ehrenamt – Danke allein reicht nicht als Wertschätzung

Das Sozialministerium bedankt sich in diesen Tagen bei allen Ehrenamtlichen in Schleswig-Holstein mit „Danke“-Plakaten – für den Sozialverband VdK Nord ist das zu wenig. „Die Geste ist nett gemeint, aber der Effekt verpufft genauso schnell wie der Applaus für die Pflegekräfte. Langfristig brauchen ehrenamtlich Aktive mehr Unterstützung, die hilft und echte Wertschätzung zum Ausdruck bringt“, fordert Landesverbandsvorsitzender Hans-Jürgen Albien.

Landesverbandsvorsitzender Hans-Jürgen Albien wünscht sich mehr Wertschätzung als ein "Danke"-Plakat.

Kostenlose Weiterbildung, Anrechnung der Kosten für freiwilliges Engagement bei Grundsicherungsleistungen sowie höhere Steuerfreibeträge sind aus Sicht des VdK Nord dafür geeignete Werkzeuge.

Freie Fahrt für Freiwillige

Eine nachhaltige Unterstützung sei zudem eine kostenlose Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs für ehrenamtlich Tätige. Es könne nicht sein, dass Nachbarschaftshelfer etwa, die in der Coronakrise im Alltag vieler Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen unverzichtbar geworden sind, mit ihrer Aufwandsentschädigung von 5 bis 8 Euro auch noch die Fahrtkosten bezahlen müssen. Das Land sollte deswegen die Ehrenamtskarte um ein Gratis-Ticket für den Nahverkehr erweitern – ähnlich wie beim Semesterticket für Studierende. Damit würde nicht nur die Arbeit der bereits Aktiven gestärkt. „Mit einem kostenlosen Zugang zum ÖPNV wird mehr Menschen mit geringem Einkommen ermöglicht, sich ehrenamtlich zu engagieren“, so Albien. Nicht zuletzt wäre es eine bessere Idee gewesen, wenn das Sozialministerium anstelle eigener „Danke“-Plakate den gemeinnützigen Organisationen einen unentgeltlichen Platz für eigene Werbung zur Verfügung gestellt hätte.

Die Forderungen des VdK Nord sind Teil der eigenen Agenda „Älter werden mit Zukunft in Schleswig-Holstein“, mit der notwendige öffentliche und politische Diskussionen über bedarfsgerechte Teilhabe im Alter vorangetrieben werden sollen.

Für ein seniorengerechtes Schleswig-Holstein

Immer mehr Menschen erreichen die berufliche Altersgrenze und gehen in Rente. Damit sie künftig möglichst lange selbstbestimmt und aktiv bleiben können, hat der VdK Nord die Agenda „Älter werden mit Zukunft in Schleswig-Holstein“ vorgelegt.

Themen sind dabei unter anderem Pflege, Wohnen, Prävention und Gesundheit – Handlungsfelder, die Menschen vor Ort brauchen, um im Alter selbstbestimmt und aktiv leben zu können. Deswegen muss sich auf kommunaler Ebene den Anforderungen gestellt und die Seniorenpolitik entsprechend darauf ausgerichtet werden. Hier sollte alles fußläufig und barrierefrei bereitstehen, was Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen benötigen – von bezahlbarem Wohnraum über bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung und Pflegeleistungen bis hin zu niedrigschwelligen Hilfsangeboten und zentralen Begegnungsorten. Der Weg zu diesem Ziel führt über eine gestärkte Gestaltungskompetenz der Kommunen durch Bund und Land.

Hier können Sie unsere Agenda herunterladen:

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