20. August 2019
STATEMENT

Altersarmut adé mit einer #Rentefüralle

Die Rente gilt als Altersversorgung nach einem langen Arbeitsleben. Doch kann sie das heute überhaupt noch leisten, uns im Alter versorgen?

Studien belegen, dass Jahr für Jahr mehr Rentner auf Sozialleistungen angewiesen sind. Die Bundesregierung hat kürzlich mitgeteilt: Über 50 Prozent der Deutschen erhalten nach einem langen Arbeitsleben nicht einmal 900 Euro Rente pro Monat. Das sind besorgniserregende Zahlen, denn damit liegt mehr als jede zweite Altersrente unterhalb der Armutsgrenze. Was das bedeutet, bedarf kaum weiterer Erklärungen. Von einer `Alterssicherung´ durch die gesetzliche Rente kann bei solchen Zahlen nicht mehr die Rede sein.

Ähnlich ergeht es all jenen, die sich kaputt gearbeitet haben: Wenn die Erwerbsminderungsrente überhaupt bewilligt wird – 2017 waren es nur knapp die Hälfte aller Anträge –, erhalten Betroffene bei voller Rente im Schnitt gerade einmal 790 Euro pro Monat. Diese Zahl liegt noch deutlich unter der Armutsgrenze, sodass bereits heute jeder sechste Erwerbsminderungsrentner zusätzlich Grundsicherung benötigt, um über die Runden zu kommen. Betroffen sind über 1,8 Millionen Menschen, die wegen Krankheit ihren Job vorzeitig aufgeben mussten. Und ihre Zahl steigt weiter.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass der Großteil der arbeitenden Bevölkerung das Vertrauen in die gesetzliche Rente verloren hat. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, sagt der Sozialverband VdK. Es ist also höchste Zeit für eine umfassende Reform, die die Rente zukunftssicher macht, damit sich alle Generationen auf eine gute Absicherung im Alter verlassen können.

Unser Vorschlag lautet: #Rentefüralle. Gemeint ist eine Erwerbstätigenversicherung, in die alle einbezahlen. Die Finanzierung der Rente wird so auf eine breite Basis gestellt und bietet zum Beispiel Selbstständigen und Freiberuflern eine sichere Zukunft. Damit Krankheit nicht zur Armutsfalle wird, müssen sämtliche Abschläge bei der Erwerbsminderungsrente gestrichen werden. Und wer jahrzehntelang auch von kleinem Einkommen Beiträge gezahlt, Kinder erzogen oder Angehörige gepflegt hat, muss eine Anerkennung für diese Lebensleistung erhalten – geringe Renten sollten deshalb laut Meinung des VdK aufgewertet werden. Diese Mehrbelastungen können durch eine gerechtere Steuerpolitik finanziert werden, etwa mit einer Vermögenssteuer oder durch Einführung einer Digitalsteuer für digitale Unternehmen.
Lösungen für das Problem Altersarmut sind also da – sie müssen nur umgesetzt werden!

Mehr zu den Vorschlägen unter www.rentefüralle.de

Friedrich Stubbe ist Vorsitzender des über 89.000 Mitglieder zählenden Sozialverbands VdK Niedersachsen-Bremen. Außerdem ist der 66-Jährige Vorsitzender des VdK-Bundesausschusses.


VdK, Christina Diekmann

Schlagworte Sozialverband VdK | Niedersachsen | Bremen | Friedrich Stubbe | Aktion | #Rentefüralle | Alter | Arbeit | Rente | Armut | Beiträge | Beamte | selbstständig | Erwerbsminderung | krank

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