13. August 2020
SO HILFT DER VdK

„Der VdK hat für mein Recht gekämpft“

VdK-Mitglied Matthias S. berichtet, wie er für ein selbstbestimmtes Leben klagen musste.

Mehr als 1,5 Jahre hat Matthias S. zusammen mit dem VdK für seinen Aktivrollstuhl gekämpft. | © privat

Vor knapp zehn Jahren erkrankte Matthias S. an CIDP, einer Nervenerkrankung, bei der die Muskeln nach und nach aufhören zu arbeiten. Zu Anfang halfen noch regelmäßige Reha-Maßnahmen, um den Krankheitsverlauf zu behandeln, die Fortbewegung gelang mit Walkingstöcken und einem Rollator. Im Jahr 2017 verordnete ihm der Arzt schließlich einen Aktivrollstuhl mit WheelDrive-Antrieb – doch die Krankenkasse lehnte dieses dringend benötigte Hilfsmittel ab. Mit Hilfe des VdK in Braunschweig legte Matthias S. Widerspruch ein.

Mit welcher Begründung wurde Ihnen der Aktivrollstuhl verwehrt?
Meine Krankenkasse war der Meinung, das Modell mit dem Zusatzantrieb sei unnötiger Komfort und eine kostengünstigere Variante würde ausreichen. Allerdings benötige ich schon aufgrund meiner Körpergröße von knapp zwei Metern einen speziell angepassten Rollstuhl.

Wie ging es für Sie weiter?
Zusammen mit meinem VdK-Juristen habe ich Klage eingereicht. Herr Stannarius (und auch sein Vorgänger Herr Berg) bereiteten mich auf ein längeres Verfahren vor. Doch das war es mir Wert, denn die zunehmende Muskelschwäche macht einen einfachen Rollstuhl für mich unbenutzbar. Nach eineinhalb Jahren gab es dann einen Gerichtstermin mit einem Vertreter der Krankenkasse.

Doch auch der war nicht wirklich erfolgreich für Sie…
Leider nein. Zwar wurde mir jetzt endlich der Aktivrollstuhl zugesprochen, doch um den für mich so wichtigen Zusatzantrieb entbrannte ein heftiger Streit: Denn die Krankenkasse wollte nun nur einen Elektro-Antrieb zahlen, der natürlich wieder günstiger ist als mein verordneter WheelDrive-Antrieb.

Matthias S.:
"Ich bin meinen VdK-Beratern Herrn Stannarius und Herrn Berg sehr dankbar, dass sie sich so detailliert mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Ohne ihre Fachkompetenz hätte ich heute noch nicht den passenden Rollstuhl, obwohl er doch von den behandelnden Ärzten verordnet wurde, damit ich weiterhin am sozialen Leben teilhaben kann! Darüber bin ich wirklich erleichtert. Das hat mir gezeigt: Der VdK setzt sich konsequent für seine Mitglieder ein und vertritt den Gedanken der sozialen Teilhabe auch vor Gericht.“


Bitte erklären Sie uns, wo der Unterschied liegt.
Ein E-Rolli hat – wie der Name schon sagt – einen Elektro-Antrieb. Der WheelDrive-Antrieb hingegen bietet zusätzlich die Möglichkeit, mit einem speziellen Greifring den Rollstuhl per Muskelkraft fortzubewegen. Dies ist für mich besonders wichtig, da ich meine Arme stetig trainieren muss, um die Muskelkraft so lange wie möglich zu erhalten. Die andere Lösung wäre zwar für die Krankenkasse günstiger, hätte mir aber meine Selbstständigkeit genommen. Denn die Restarmkraft wäre nicht mehr gebraucht worden und das hätte meine Behinderung unaufhaltsam fortschreiten lassen. Das aber widerspricht einem selbstbestimmten und eigenständigen Leben, wie es laut UN-Behindertenrechtskonvention ermöglicht werden muss.

Wie kam es dann schlussendlich doch zur Genehmigung dieses besonderen Antriebs?
Das Kuriose ist: Im Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen ist der WheelDrive-Antrieb ausdrücklich aufgeführt und soll bewilligt werden, wenn dadurch ein Elektro-Rollstuhl überflüssig wird – was ja bei mir der Fall ist! Die Krankenkasse hat sich in ihrer Ablehnung nur auf die Kosten berufen, aber sozusagen gegen ihre eigenen Vorgaben gehandelt. Mit dieser Argumentation ist es meinem VdK-Berater dann auch gelungen, den entsprechenden Rollstuhl-Antrieb für mich durchzusetzen!

Christina Diekmann

Schlagworte Elektro-Rollstuhl | Aktivrollstuhl | So hilft der VdK | Braunschweig

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