27. Juni 2022

„Ein Mann ist keine Altersvorsorge“

Landesfrauenkonferenz erarbeitet Aktionen für die Frauenarbeit im VdK – Diskussion mit Helma Sick

Foto der Frauenvertreterinnen während des Vortrags
Interessiert lauschten die VdK-Frauen dem Vortrag von Helma Sick. | © VdK

Frauen nehmen seit jeher eine ganz entscheidende Rolle im Sozialverband VdK ein: Verwitwete Frauen gründeten nach dem Zweiten Weltkrieg zusammen mit Kriegsversehrten den Verband. Heute sind über die Hälfte der Mitglieder in Niedersachsen-Bremen weiblich. Und auch im VdK-Ehrenamt sind mit 54 Prozent vermehrt Frauen aktiv. Dass sie in vielen Bereichen aber nach wie vor Benachteiligungen erfahren, motivierte die Teilnehmerinnen der Landesfrauenkonferenz, sich in Zukunft verstärkt mit frauenpolitischen Themen zu beschäftigen.

Der Einladung von Landesfrauenvertreterin Gunda Menkens folgten neben den stellvertretenden Landesvorsitzenden Jutta Da Corte und Birgit Becker auch die Frauenvertreterinnen aus den Kreisverbänden. Zunächst erfolgte ein Rückblick auf die Tätigkeiten seit der letzten Zusammenkunft: Höhepunkte waren die Aufnahme des VdK in den Landesfrauenrat, die Petition zur Mammographie mit 75, Aktivitäten zum Equal Pay Day (Lohnungerechtigkeit) in diesem Jahr sowie mehrere Presseaktionen zum Thema Frauenarmut.

In einem Workshop erarbeiteten die Frauenvertreterinnen verschiedene Aktionsmöglichkeiten, die in jedem Orts- bzw. Kreisverband von den VdK-Frauen durchgeführt werden können: Fachvorträge zu Frauenthemen, Vorlesenachmittage, Großelterntage, Frauenfrühstück oder Treffen für Alleinstehende waren nur einige Vorschläge.

Viel Input erhielten die Frauenvertreterinnen auch aus den anschließenden Vorträgen: Marketingleiterin Sylvia Katenkamp stellte die bundesweite VdK-Pflegekampagne #Nächstenpflege vor, Pressesprecherin Christina Diekmann hob die Wichtigkeit der Pressearbeit hervor und zeigte, wie in den Medien über Aktionen berichtet werden kann. Immer wieder gab es Zeit zum Austausch untereinander und die Möglichkeit der Zusammenarbeit.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“ von Helma Sick. Die Finanzexpertin und Sachbuchautorin plädierte dafür, dass sich Frauen in der heutigen Gesellschaft aktiv für ihre finanzielle Unabhängigkeit einsetzen. „In den 1950er-Jahren waren Frauen – häufig ohne Berufsausbildung – durch Hochzeit und Kinder an den Mann gebunden, damals war er ihre Altersvorsorge. Heute jedoch ist die Bildungssituation eine völlig andere, Frauen können sogar Bundeskanzlerin werden. Und trotzdem entscheiden sich gerade viele junge Frauen immer noch für ein Leben wie das ihrer Großmütter“, erläuterte Sick. Dabei sei diese „Hausfrauen-Ehe“ kein Garant für eine sichere Zukunft, bei Scheidung oder Tod des Partners rutschten viele in die Altersarmut. Helma Sick gab zahlreiche anschauliche Beispiele aus ihrer jahrelangen Beratungstätigkeit. Ihr Tipp: Frauen müssten sich einen eigenen Lebensplan erstellen, schließlich gehöre es zur Würde des Menschen, nicht abhängig zu sein von anderen oder dem Staat. Auch sollten ihrer Meinung nach Regelungen zur Arbeitsaufteilung im Haushalt und bei der späteren Kindererziehung gleich am Anfang einer Beziehung getroffen werden: „Liebe Frauen, seien Sie lieber jetzt unromantisch als später arm!“, riet die Expertin.

Gruppenfoto der Frauenvertreterinnen
Sehr zufrieden zeigten sich die Teilnehmerinnen der Landesfrauenkonferenz mit ihren Ergebnissen. | © VdK

Zum Ende der zweitägigen Konferenz appellierte Landesfrauenvertreterin Gunda Menkens noch einmal an die VdK-Frauen: „Seien Sie Multiplikatoren, tragen Sie die Informationen und Erkenntnisse dieser Tagung in die Orts- und Kreisverbände weiter und machen Sie auch jungen Frauen Mut, ihr Lebensmodell in Bezug auf ihre Altersvorsorge kritisch zu überprüfen!“ Die Landesfrauenkonferenz findet turnusmäßig alle zwei Jahre statt.

Der Frauenausschuss des Landesverbands um Gunda Menkens, Jutta Da Corte und Birgit Becker beschäftigt sich mit frauenspezifischen sozialpolitischen Themen. Anregungen können gern per E-Mail an niedersachsen-bremen@vdk.de geschickt werden.

Christina Diekmann

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