30. Dezember 2021

Neue Regelungen im Sozialrecht

Das ändert sich 2022 für gesetzlich Versicherte

Zum 1. Januar 2022 treten einige Änderungen im Sozialrecht in Kraft. Wir geben einen schnellen Überblick über die wichtigsten Inhalte.

Das Bild zeigt eine Laufbahn mit der Jahreszahl 2022 darauf.
Für gesetzlich Versicherte bringt der Jahreswechsel einige Neuerungen. | © www.pixabay.com

Beitragsbemessungsgrenze in der Sozialversicherung

Sie legt fest, bis zu welcher Einkommenshöhe Beiträge gezahlt werden müssen. Die Grenze für das Brutto-Jahreseinkommen ändert sich zum 01.01.2022:

  • in der Renten- und Arbeitslosenversicherung zukünftig 84.600 Euro (West) beziehungsweise 81.000 Euro (Ost)
  • in der Kranken- und Pflegeversicherung 64.350 Euro

Gesetzlicher Mindestlohn

Dieser steigt direkt zum Jahresbeginn auf 9,82 Euro pro Stunde. Eine weitere Erhöhung auf 10,45 Euro pro Stunde folgt zum 1. Juli 2022. Aktuell liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 9,60 Euro pro Stunde.

Regelsätze bei der Grundsicherung

Hier erfolgt eine Steigerung der Regelsätze für das Arbeitslosengeld II (Hartz IV), die Grundsicherung im Alter sowie die Erwerbsminderung und die Hilfe zur Pflege:

  • Alleinstehende erhalten 449 Euro (bisher 446 Euro)
  • Erwachsene, die in stationären Einrichtungen leben, erhalten 360 Euro (bisher 357 Euro)
  • Kinder bis fünf Jahre erhalten 285 (bisher 283 Euro)
  • Kinder zwischen sechs und 13 Jahren erhalten 311 Euro (bisher 309 Euro)
  • Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren erhalten 376 Euro (bisher 373 Euro)

Gesetzliche Pflegeversicherung

Für Kinderlose ab dem 23. Lebensjahr steigt der Beitrag von 0,25 auf 0,35 Prozent des Bruttogehalts.

Häusliche Pflege

Hier wird zukünftig mehr für die Pflegesachleistungen gezahlt. Dabei handelt es sich um Hilfen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten für Pflegebedürftige erbringen, etwa beim Essen oder bei der Körperpflege. Der Höchstbetrag liegt zukünftig bei:

  • maximal 724 Euro monatlich bei Pflegegrad 2
  • maximal 2.095 Euro monatlich bei Pflegegrad 5

Kurzzeitpflege

Hier erhöht sich der Betrag, den die Pflegekasse für die pflegebedingten Aufwendungen übernimmt:

  • Er steigt von 1.612 auf 1.774 Euro pro Kalenderjahr

Dieser Betrag kann auf 3.386 Euro aufgestockt werden, wenn keine Verhinderungspflege in Anspruch genommen wurde. Mit Jahresbeginn greift auch die Begrenzung des Eigen¬anteils bei den pflegebedingten Aufwendungen im Pflegeheim.

Rentenerhöhung

Medienberichten zufolge sollen zum 1. Juli 2022 die Renten wieder deutlich steigen. Im Gespräch ist eine Erhöhung um:

  • 5,20 Prozent in Westdeutschland
  • 5,90 Prozenz in Ostdeutschland

E-Rezepte

Arztpraxen sind ab dem 1. Januar verpflichtet, diese E-Rezepte auszustellen. In der Apotheke zeigen Patientinnen und Patienten dann das Smartphone vor oder einen Ausdruck, den sie vom Arzt erhalten. Die flächendeckende Umsetzung in Deutschland wird laut Experten jedoch vermutlich noch bis Mitte 2022 andauern.
Ebenso entfällt für Versicherte die Weitergabe der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an die Krankenkasse. Die Arztpraxis übernimmt die digitale Übermittlung.

Budget für Ausbildung

Das Budget wird erweitert. Dies ermöglicht Menschen mit Behinderung, die in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) arbeiten, eine reguläre Berufsausbildung zu erhalten.

Assistenz bei Behinderung

Wer einen Erkrankten mit einer Behinderung als sogenannte Assistenz im Krankenhaus zu einer Behandlung begleitet, hat ab 1. November 2022 einen Anspruch auf Krankengeld. Voraussetzung ist, dass ein Verdienstausfall entsteht und die Begleitperson keine Leistungen der Eingliederungshilfe erhält.

VdK, Kristin Enge

Schlagworte Sozialverband VdK | Niedersachsen | Bremen | Sozialrecht | Neuerung | 2022 | Rente | Behinderung | Mindestlohn | Pflege

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