25. November 2021

Gewalt an Frauen:
das Schweigen brechen

Gewalt durch den eigenen Freund oder Mann ist kein trauriger Einzelfall. Laut WEISSEM RING hat in Deutschland jede vierte Frau mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt erfahren, bei ungefähr der Hälfte der Fälle ist der Partner der Täter. Zum "Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen" am 25. November möchten wir Unterstützungsangebote für Frauen sichtbarer machen.

Foto einer zerbrochenen Tasse
© You Wish Films

Erschreckende Zahlen

Bereits seit über 10 Jahren registriert die niedersächsische Polizei einen stetigen, zum Teil sehr deutlichen Anstieg an Fällen häuslicher Gewalt. Im Jahr 2020 waren es 21.509 polizeilich erfasste Fälle. Die Pandemie hat damit allein im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg von rund 7 Prozent gebracht. Die Dunkelziffer ist deutlich höher. Auch der Caritas im Emsland schlug im Juli 2021 Alarm: Bis zu 30 Prozent mehr Gewaltopfer hätten sich im vergangenen Jahr bei den Beratungsstellen in Lingen, Meppen und Papenburg gemeldet. Der Corona-Lockdown habe die Gewalt gegen Frauen massiv verschlimmert.

Der WEISSE RING hat die bundesweite Kampagne "Schweigen macht schutzlos" ins Leben gerufen und möchte damit ein deutliches Signal gegen Gewalt an Frauen setzen. Mit dem Hashtag #machdichlaut kann jeder die Stimme für die betroffenen Frauen erheben. Weitere Informationen finden Sie auf schweigenmachtschutzlos.de.

Hilfe suchen

Frauen, die Gewalt erfahren, sehen häufig die Schuld bei sich selbst. Das ist die Folge einer langen psychischen Gewalt, die die Frauen erfahren haben. Das Vertrauen in sich selbst wurde gestört. Dabei ist allein der Täter verantwortlich für seine Gewalt. Trotz aller Scham und gesellschaftlicher Tabus: Opfer sollten sich immer Hilfe suchen. Sie sind nicht allein!

Hier finden Sie Ansprechpartner und Hilfe:

  • In akuten Gefahrensituationen ist die Polizei unter 110 zu erreichen.
  • Der WEISSE RING ist als größte Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer für betroffene Frauen eine erste Anlaufstelle, um ein offenes Ohr und Hilfe zu erfahren. Auf der Internetseite können Sie Ihre Postleitzahl eingeben und so die zuständige Beratungsstelle finden. Persönlich vor Ort, telefonisch und online beraten die Mitarbeiter und helfen bei den nächsten Schritten.
Foto der hilfreichen Telefonnummern
© WEISSER RING
  • Auch bietet der WEISSE RING ein Opfer-Telefon: Unter der Nummer 116 006 erhalten Betroffene bundesweit kostenfrei und anonym Hilfe, täglich von 7 bis 22 Uhr.
  • Frauenhäuser bieten Opfern häuslicher Gewalt rund um die Uhr Aufnahme und Schutz. Um die dort lebenden Frauen und Kinder zu schützen, sind die Adressen geheim. Sie müssen daher telefonisch Kontakt aufnehmen und dann mit der Beraterin einen Treffpunkt vereinbaren. Das nächstgelegene Frauenhaus finden Sie auf der Internetseite des Frauenhaus-Koordinierung e.V.
  • Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" erreichen Sie rund um die Uhr unter der Rufnummer 08000 116 016 kostenlos und anonym. Auf der Internetseite des Hilfstelefons gibt es zudem einen Beratungschat: www.hilfetelefon.de.
  • Das Hilfetelefon „Schwangere in Not“ bietet unter der Nummer 0800 40 40 020 anonym, kostenfrei und rund um die Uhr Hilfe und Unterstützung. So sollen schwangere Frauen in Konfliktlagen jederzeit und unverzüglich eine kompetente Ansprechpartnerin haben.

Natürlich sind nicht nur Frauen Opfer häuslicher Gewalt. Daher gibt es auch ein Hilfetelefon "Gewalt an Männern", das unter der Rufnummer 0800 1239900 oder online auf www.maennerhilfetelefon.de online erreichbar ist.

Helen Alberding

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