7. Januar 2020

Das ändert sich im Jahr 2020

Mehr Geld für Rentner und Azubis, Entlastung von Familien und kostenlose Apps für die Gesundheit: Die Bundesregierung hat einige Änderungen auf den Weg gebracht. Was sich für die Menschen in Deutschland 2020 ändert, lesen Sie hier:

RENTEN: Die rund 21 Millionen Rentner können sich auch im kommenden Jahr auf deutlich steigende Bezüge freuen. Zum 1. Juli 2020 dürften die Renten in Westdeutschland um 3,15 Prozent und in Ostdeutschland um 3,92 Prozent steigen.

BETRIEBSRENTEN: Auf Betriebsrenten sollen ab 2020 weniger Krankenkassenbeiträge gezahlt werden: Erst ab einer Höhe von 159,25 Euro wird dann der individuelle volle Krankenkassenbeitrag inklusive Zusatzbeitrag fällig. Betriebsrentner werden damit um durchschnittlich 23 Euro pro Monat entlastet. Der Sozialverband VdK hatte schon lange die hohe Verbeitragung von Betriebsrenten kritisiert.

MINDESTLOHN: Der Mindestlohn steigt zum 1. Januar von derzeit 9,19 Euro auf 9,35 Euro pro Stunde.

AZUBI-MINDESTLOHN: Jeder, der im kommenden Jahr eine Berufsausbildung beginnt, soll nun mindestens 515 Euro pro Monat im ersten Lehrjahr bekommen. Der Betrag wird in den folgenden Jahren schrittweise weiter erhöht auf bis zu 620 Euro monatlich im ersten Lehrjahr. Auch im zweiten und dritten Ausbildungsjahr gibt es mehr.

SOZIALES: Mehr Geld gibt es auch für Sozialhilfe- und Arbeitslosengeld-Empfänger: ALG II, Sozialhilfe, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung steigen um 1,88 Prozent. Außerdem wird die Rahmenfrist zur Beantragung von Arbeitslosengeld I verlängert. Um Arbeitslosengeld zu beziehen, muss man in Zukunft mindestens zwölf Monate innerhalb der vergangenen zweieinhalb Jahre beschäftigt gewesen sein, zuvor galt eine Frist von zwei Jahren.
Der Beitragssatz in der Arbeitslosenversicherung sinkt im neuen Jahr von 2,5 auf 2,4 Prozent. Doch bereits 2023 soll der Satz auf 2,6 Prozent angehoben werden. Der VdK kritisiert die Senkung des Beitrags: Einnahmen könnten besser in die Qualifizierung Arbeitsloser oder einen längeren Bezug von Arbeitslosengeld I für Ältere investiert werden.

FAMILIE: Familien mit geringen Einkommen werden entlastet - unter anderem mit höheren Kinder- und Grundfreibeträgen. Der Kinderfreibetrag steigt um 192 Euro auf 7812 Euro, der Grundfreibetrag um 240 Euro auf 9408 Euro. Teil der Entlastung ist außerdem eine Schwächung von Effekten der «kalten Progression», die Einkommenszuwächse wegen inflationsbedingt steigender Preise zum Teil «auffrisst».

WOHNGELD: Menschen mit wenig Einkommen bekommen im neuen Jahr mehr Wohngeld. Für einen Zwei-Personen-Haushalt, der bereits vor der Reform Wohngeld erhalten hat, steigt der Betrag von bisher 145 Euro im Monat auf etwa 190 Euro. Das Gesetz schreibt darüber hinaus vor, dass das Wohngeld alle zwei Jahre an steigende Miet- und Verbraucherpreise angepasst wird.

PFLEGE: Mit dem neuen Angehörigen-Entlastungsgesetz müssen ab 2020 Kinder von pflegebedürftigen Eltern erst ab einem Jahreseinkommen von 100 000 Euro den Unterhalt ihrer Mutter oder ihres Vaters übernehmen, wenn diese das nicht mehr selbst können. Die Freigrenzen entsprechen damit denen bei der Grundsicherung im Alter, wie der Sozialverband VdK seit Langem fordert.

PATIENTEN: Bei akuten Gesundheitsproblemen und der Suche nach Arztterminen können Kassenpatienten ab 1. Januar zum Telefon greifen:
Die bisher außerhalb der Praxiszeiten zu nutzende Nummer 116 117 startet als Rund-um-die-Uhr-Service. Patienten sollen eine erste Einschätzung bekommen, wie dringlich sie behandelt werden müssen - und in eine Praxis oder Klinik weitergelotst werden. Verzahnt werden soll dies mit bestehenden Servicestellen, die freie Termine vermitteln.

GESUNDHEITS-APPS: Patienten sollen bestimmte Gesundheits-Apps fürs Handy als ärztliche Verschreibung von der Krankenkasse bezahlt bekommen. Dabei geht es etwa um Anwendungen, die beim regelmäßigen Einnehmen von Medikamenten helfen. Das Gesetz soll im Januar in Kraft treten.

dpa

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