9. Juli 2019

Rente: Kürzung nach Versorgungsausgleich aufheben

Wurde Ihre Rente durch den Versorgungsausgleich gekürzt? Was manche nicht wissen: Wenn nach einer Scheidung der Ex-Partner verstirbt, kann man die Rentenkürzung in vielen Fällen rückgängig machen. Jedoch ist dafür ein spezieller Antrag nötig.

© VdK

Der Versorgungsausgleich kommt bei einer Scheidung zum Einsatz. Im Regelfall geht es um eine Zugewinngemeinschaft. Dabei sorgt der Versorgungsausgleich bei einer Scheidung dafür, dass beide Ehepartner gleich hohe Versorgungsansprüche aus der Ehezeit haben – ganz egal, wer der Hauptverdiener war. Denn die Versorgungsanrechte werden als gemeinschaftliche Lebensleistung des Ehepaars betrachtet. Somit gibt in den meisten Fällen der eine Partner dem anderen etwas von den erworbenen Ansprüchen ab. Soweit so gut.

Wenn nun einer der beiden nach der Ehescheidung und durchgeführtem Versorgungsausgleich verstirbt, bevor er oder sie 36 Monate lang von einer Rente mit den übertragenen Entgeltpunkten aus dem Versorgungsausgleich profitiert hat, kann die Rentenkürzung für den anderen Partner rückgängig gemacht werden. „Die 36-Monate-Regelung ist ein gesetzlicher Spezialfall über die Paragrafen 36, 37 des Versorgungsausgleichgesetzes“, erklärt Markus Göke, Leiter der Landesrechtsabteilung in Oldenburg beim Sozialverband VdK Niedersachsen-Bremen. „Dadurch ist der Rentenversicherungsträger ausnahmsweise befugt, sich über die familiengerichtliche Entscheidung zum Versorgungsausgleich hinwegzusetzen, ohne dass das Familiengericht sie abändern müsste.“

Dies geschieht nur auf Antrag, ansonsten bleibt es bei der Kürzung durch die übertragenen Entgeltpunkte. „In der Praxis sehen wir, dass diese Möglichkeit vielen Versicherten nicht bekannt ist“, berichtet Markus Göke. Da es aber oft um mehrere Hundert Euro im Monat gehen kann, lohnt sich es sich in jedem Fall, diese Regelung im Hinterkopf zu haben.

Der Haken dabei ist: Der Rentenversicherungsträger schreibt den überlebenden Partner in der Regel nicht an, um ihn über den Tod des Ex-Partners zu informieren. Besteht kein Kontakt zwischen den Geschiedenen, erhält der oder die eine möglicherweise auch keine Information über den Tod der oder des anderen. Die Rente bleibt gekürzt.

Tipp

Sind außerdem Zusatzrenten oder Betriebsrenten geteilt worden oder war zum Beispiel ein Ehepartner Beamter, gelten andere Bestimmungen. Dann empfiehlt sich eine kompetente familienrechtliche Beratung.

Helen Alberding

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