7. März 2019

Internationaler Frauentag:
Die Sache mit der Gleichberechtigung

Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Er soll an die gesellschaftliche Ungleichheit von Frauen und Männern erinnern. Denn auch nach 100 Jahren Wahlrecht zeigt die Realität, dass die angestrebte Gleichstellung der Geschlechter noch immer nicht erreicht ist. Frauen kämpfen in Deutschland für mehr Gleichberechtigung: angefangen bei der ungleichen Bezahlung bis hin zur Sichtbarkeit der Frauen in der Sprache.

„Jede Frau hat ein Recht auf ein freies Leben ohne Benachteiligungen oder Armut“, betont Jutta Da Corte, stellvertretende Vorsitzende des Sozialverbands VdK Niedersachsen-Bremen. Tatsache ist aber: Neben weniger Gehalt sind Frauen auch viel häufiger von Altersarmut betroffen.

Ein Grund für die Ungleichheit sehen Forscher im traditionellen Rollenbild in Deutschland: Die Frau kümmert sich um die Kinder, schmeißt den Haushalt und pflegt kranke Großeltern. Was früher ganz selbstverständlich war, ist auch heute noch Vorbild vieler Familien. So legen Frauen immer noch mehr und längere Unterbrechungen im Job für Elternzeit oder die Pflege von Angehörigen ein. Sie arbeiten häufiger in Teilzeit als Männer und übernehmen zuhause die (Haus-)Arbeit, für die es keine Entlohnung gibt. Und das vielfach, während Männer den nächsten Karriereschritt anstreben.

All das hat jedoch langfristige Auswirkungen auf die Rente. Bei der Pflege von Angehörigen vor allem, weil die aktuellen Gesetze nicht weit genug gehen (Lesen Sie hier die entsprechenden Forderungen des VdK). „Wer einen Angehörigen pflegt, darf nicht bestraft werden, indem die Rente sinkt“, fordert Da Corte. „Von unseren Mitgliedern erfahren wir, wie belastend solch eine Situation ist. Wir müssen diese Leistungen wertschätzen und honorieren: mit Lohnersatzleistungen, ähnlich wie bei der Elternzeit, und einer vernünftigen Anrechnung auf die Rente.“

Ein weiterer Faktor ist die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern. Der Equal Pay Day am 18. März weist jedes Jahr auf diese Ungerechtigkeit hin. Derzeit liegt die Differenz in Deutschland bei 21 Prozent. Zur Verdeutlichung: Ein Fünftel des Jahres arbeiten Frauen demnach quasi ohne Bezahlung. Angesichts dessen, dass Frauen statistisch sogar besser ausgebildet sind, ist das doppelt irrsinnig. Mehr Transparenz und Bewusstsein für dieses Problem sind erste Schritte, um die Lohnlücke zu schließen. „Von einer kompletten Gleichstellung der Geschlechter profitieren alle“, erklärt Da Corte. „Daran müssen Frauen und Männer gemeinsam arbeiten.“

Berlin hat 2018 als erstes Bundesland des 8. März als gesetzlichen Feiertag eingeführt. Ein gutes Zeichen der Wertschätzung. Und eine Möglichkeit, der Debatte um die Gleichstellung mehr Raum zu geben. Wir fragen uns: Wann ziehen die anderen Bundesländer nach?

Verteilung der Geschlechter
bei Teilzeitarbeit in Niedersachsen und Bremen

Sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeit:

  • Niedersachsen: Frauen: 81 Prozent, Männer: 19 Prozent
  • Land Bremen: Frauen: 74 Prozent, Männer: 26 Prozent


Minijobs:

  • Niedersachsen: Frauen: 60 Prozent, Männer: 40 Prozent
  • Land Bremen: Frauen: 57 Prozent, Männer: 43 Prozent


Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen

VdK, Helen Alberding

Schlagworte Weltfrauentag | Gleichberechtigung | Frauen | Gehalt | Equal Pay Day | soziale Gerechtigkeit | Altersarmut

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In dringenden Fällen sind persönliche Beratungen in den VdK-Geschäftsstellen in Niedersachsen und Bremen möglich. Bitte melden Sie sich dafür unbedingt telefonisch an. Außerdem besteht Maskenpflicht. Alle weiteren Beratungen finden nach wie vor telefonisch und per E-Mail statt, um die Kontakte auf ein Minimum zu beschränken.

Zum Schutz der Mitglieder sind weiterhin in den Verbandsstufen alle Veranstaltungen abgesagt.

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