7. Mai 2018

Auszeit vom Job: Pflegezeit für Angehörige

Mehr als 2 Millionen Pflegebedürftige werden in Deutschland zuhause versorgt, knapp 1,4 Millionen von ihnen sind auf die Unterstützung von Angehörigen angewiesen – entweder gewollt oder weil das Geld für die vollständige Versorgung durch einen Pflegedienst nicht ausreicht.

© imago/Westend61

Wird jemand pflegebedürftig, ist es für die berufstätigen Angehörigen kaum möglich, etwa mit Verringerung ihrer Arbeitszeit unmittelbar darauf zu reagieren. Damit sie sich in solchen Momenten trotzdem um ihre Angehörigen kümmern und die künftige Betreuung planen können, gibt es die sogenannte Pflegezeit. Dafür kann sich der pflegende Angehörige bis zu sechs Monate von seiner Arbeit freistellen lassen. In dieser Zeit wird kein Lohn gezahlt, der Arbeitnehmer bleibt aber sozialversichert. Anspruch auf Pflegezeit hat, wer einen nahen Verwandten wie Partner, Eltern oder Geschwister pflegen will und in einem Betrieb mit mehr als 15 Beschäftigten arbeitet. Zehn Tage vorher muss dem Arbeitgeber schriftlich angekündigt werden, wie lange und in welchem Umfang die Pflegezeit genommen wird (vollständige oder teilweise Freistellung).

Soziale Absicherung

Während der Pflegezeit ist der Pflegende weiter renten-, unfall- und arbeitslosenversichert. Die Beiträge der Pflegekasse zur Rentenversicherung sind vom Umfang der Pflegetätigkeit abhängig. Bei der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung wird es dagegen komplizierter. Diese bleibt nur bestehen, wenn der pflegende Angehörige noch Teilzeit arbeitet, nicht aber bei geringfügiger Beschäftigung. Wenn dieser Fall eintritt, kann von der Pflegekasse ein Zuschuss beantragt werden.

Vorzeitige Beendigung

Und noch etwas: Wer vorzeitig aus der Pflegezeit in den Beruf zurückkehren will, braucht dafür die Zustimmung des Arbeitgebers. Es sei denn, die gepflegte Person verstirbt, wird in ein Pflegeheim aufgenommen oder die häusliche Pflege ist aus anderen Gründen unmöglich.

Kurzzeitige Freistellung

Ändert sich die Pflegesituation unvorhergesehen, weil sich der Gesundheitszustand des Angehörigen akut verschlechtert, kann eine Auszeit von bis zu zehn Tagen genommen werden. Diese kurzzeitige Freistellung ist unabhängig von der Anzahl der Mitarbeiter im Unternehmen. Außerdem bleiben Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung bestehen sowie ein Kündigungsschutz. Um seinen Lohnausfall auszugleichen, erhält der Pflegende ein Pflegeunterstützungsgeld von etwa 90 Prozent des bisherigen Nettolohns. Der Antrag ist zusammen mit einem ärztlichen Attest bei der Pflegekasse des Pflegebedürftigen einzureichen.

Die VdK-Mitarbeiter in den Geschäftsstellen beraten ihre Mitglieder in sämtlichen Fragen zum Thema Pflege. Den nächsten Ansprechpartner finden Sie unter .

Weitere Informationen zur Angehörigenpflege bietet die folgende VdK-Broschüre:

Diese Broschüre richtet sich an Menschen, die einen Angehörigen pflegen - allein oder in Verbindung mit einem Pflegedienst. Nach aktueller Rechtslage werden die wichtigen Fragen beantwortet.

Christina Diekmann

Schlagworte Sozialverband | VdK | Niedersachsen | Bremen | Pflege | Pflegezeit | pflegebedürftig | Pflegeheim | Versicherung | Angehörige | Beruf | Freistellung | Betreuung

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