20. März 2018

Neu in Niedersachsen:
Der „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“

Die Hülle für den Schwerbehindertenausweis wird es in Niedersachsen künftig mit zwei alternativen Bezeichnungen geben. Ausweis-Inhaber können zwischen dem Aufdruck „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ und „Teilhabe-Ausweis“ wählen, wie das Sozialministerium in Hannover bekannt gab.

© imago/Becker&Bredel

Die Anregung dafür stammt von der 15-jährigen Hannah Kiesbye aus Schleswig-Holstein. Das Mädchen mit dem Down-Syndrom hatte auf die Hülle „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ geschrieben. Das niedersächsische Sozialministerium übernahm die Idee und rief Menschen mit Behinderungen auf, eigene Vorschläge zu machen. Aus den 236 eingegangenen Vorschlägen wählte die Jury Hannahs Idee sowie den „Teilhabe-Ausweis“ von Hans-Werner Lange, dem Vorsitzenden des Blinden- und Sehbehindertenverbandes. Die beiden Hüllen sind beim Versorgungsamt erhältlich.

Weitere Umbenennung

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe geht nun noch einen Schritt weiter und hat eine Umbenennung des Schwerbehindertenausweises angeregt. „Wenn sich Menschen durch die Bezeichnung diskriminiert fühlen, wäre es eine Debatte wert, ob man den Ausweis umbenennt. Beispielsweise in Teilhabe-Ausweis oder Inklusions-Ausweis“, sagte Geschäftsführerin Jeanne Nicklas-Faust.
Die Gestaltung des Schwerbehindertenausweises ist allerdings Sache des Bundes und bleibt vorerst unverändert.

VdK-Einschätzung

Der VdK Niedersachsen-Bremen befürwortet die alternativen Ausweishüllen. Allerdings stehe der Name des Ausweises für die Mitglieder nicht so sehr im Vordergrund, erklärte Geschäftsführer Holger Grond. „Sehr viel entscheidender sind unserer Erfahrung nach für Menschen mit Behinderung die Nachteilsausgleiche, die sie mit diesem Ausweis erhalten. Also beispielsweise ein besonderer Kündigungsschutz oder vergünstigte Fahrten mit Bus und Bahn. Darauf liegt das Augenmerk.“ Außerdem sei den Mitgliedern generell eine bessere Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes wichtig. „Sie möchten gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben, etwa durch Jobs auf dem ersten Arbeitsmarkt oder eine barrierefreie Teilnahme an Wahlen. Hier ist allerdings noch einiges zu tun“, mahnte Grond.

dpa/cdi

Schlagworte Sozialverband VdK | Niedersachsen | Bremen | Schwerbehindertenausweis | Schwer-in-Ordnung-Ausweis | Teilhabe | Inklusion | Behinderung | Nachteilsausgleich

Betroffene erzählen über ihr Leben mit "unsichtbaren" Behinderungen

Wie lebt es sich mit einer Behinderung? Wir haben drei Menschen gefragt, denen man ihre Behinderung nicht auf den ersten Blick ansieht.

Weitere Videos zum Thema Behinderung finden Sie beim VdK-TV auf Youtube.


In leichter Sprache erklärt:

Was ist der Sozialverband VdK? Wofür setzt sich der VdK ein?
In Leichter Sprache wird hier der Sozialverband VdK erklärt: Leichte Sprache


Anmeldung zu unserem Newsletter:


E-Mail-Adresse *
Anrede *
Vorname *
Nachname *
 
 
Angaben mit * sind Pflichtangaben.


Hier finden Sie unsere Datenschutzerklärung.

Datenschutzeinstellungen

Wir setzten auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.