9. Februar 2018

So hilft der VdK: Kostenübernahme für Therapiedreirad bewilligt

Martin Sachs (Name von der Redaktion geändert) benötigt für den Weg zur Arbeit ein spezielles Dreirad. Denn er ist schwer halbseitig gelähmt. Doch die Versicherungen lehnen den Antrag auf Hilfsmittelversorgung ab – bis sich der VdK einschaltet.

Nach einem Schlaganfall ist Martin Sachs durch eine halbseitige Lähmung stark in seiner Mobilität eingeschränkt. Seinen Beruf als Verwaltungsfachangestellter kann er weiterhin ausüben. Für den Weg dorthin benötigt er jedoch ein spezielles Therapiedreirad. Sein Antrag auf Hilfsmittelversorgung wird von der zuständigen Krankenkasse zunächst an die Rentenversicherung weitergeleitet. In der Begründung heißt es dazu, das Hilfsmittel sei ein Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens, da Fahrradfahren nicht zu den Grundbedürfnissen eines Erwachsenen zähle und sie somit nicht zuständig sei.

Die Rentenversicherung lehnt den Antrag wenig später ab, weil Herr Sachs das Dreirad nicht ausschließlich für die Arbeit nutzen, sondern es ihm auch Vorteile für das tägliche Leben bieten würde. Nach Ansicht der Versicherung ist es nicht für die Verrichtung der Kerntätigkeiten seines Berufs notwendig.

Nach der Ablehnung wendet er sich an den VdK vor Ort. Thomas Feldmeier, Sozialrechtsreferent in der Kreisgeschäftsstelle Aurich, erhebt gegen den Bescheid Widerspruch. Seine Begründung: „Unser Mitglied ist zwingend auf dieses Hilfsmittel angewiesen, um weiter am Arbeitsleben teilhaben und seinen Beruf ausüben zu können. Denn auf der autofreien Insel Juist kann er den Weg zur Arbeit nur zu Fuß, mit dem Rad oder einer Pferdekutsche absolvieren!“ Durch seine Lähmung könne Herr Sachs aber weder den langen Weg zu Fuß noch mit einem normalen Fahrrad bewältigen. Und das Besteigen einer Kutsche sei ebenfalls nicht möglich, erklärt der Jurist. Weiter verweist er auf eine Kraftfahrzeug-Beihilfe etwa für Querschnittsgelähmte, bei denen das Auto zwar auch privat genutzt wird, jedoch in erster Linie beruflichen Zwecken dient.

Diese Begründung überzeugt die Versicherung schließlich: Nach nochmaliger Prüfung wird der Antrag genehmigt und die Kosten von rund 6000 Euro für das zwischenzeitlich selbst finanzierte Therapiedreirad werden dem VdK-Mitglied erstattet.

Martin Sachs ist zufrieden – und auch der Sozialrechtsexperte freut sich: „Wir konnten erfolgreich begründen, dass unser Mitglied das Rad zur Teilhabe am Arbeitsleben dringend benötigt“.

Christina Diekmann

Schlagworte Sozialverband | VdK | Niedersachsen | Bremen | Recht | Beratung | Nachzahlung | Sozialrecht | Teilhabe | Kosten

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