1. Dezember 2017

So hilft der VdK: Krankenkasse übernimmt Kosten für Hörgerät

Die Versorgung mit modernen Hörgeräten ist ausgesprochen kostspielig, weshalb die gesetzlichen Krankenkassen häufig eine Kostenübernahme ablehnen oder auf ein deutlich günstigeres „Kassenmodell“ verweisen. So erging es auch der 87-jährigen Marianne Gruber (Name von der Redaktion geändert), als sie im März 2014 bei ihrer Krankenkasse die Kostenübernahme für eine beidseitige Hörgeräteversorgung beantragte.

© imago/Niehoff

Spezielles Hörgerät benötigt

Hierzu hatte sich Frau Gruber zuvor ausführlich bei ihrer Hörgeräteakustikerin beraten und ein für sie geeignetes System empfehlen lassen. Es handelte sich um das einzige Gerät, das geeignet war, den bei Frau Gruber bestehenden Hörschaden am besten auszugleichen. Frau Gruber wies durch eine entsprechende Bescheinigung ihres HNO-Arztes auch nach, dass sie auf Grund ihrer engen Gehörgänge nur das speziell empfohlene Modell mit einem sogenannten Ex-Hörer nutzen kann. Andere Geräte, die mit der Hörgeräteakustikerin getestet wurden, waren für Frau Gruber vollkommen ungeeignet.

Krankenkasse: Kassenmodell ist ausreichend

Die Krankenkasse lehnte den Antrag jedoch ab - die Versorgung mit dem speziellen Modell sei nicht nachvollziehbar, ein zuzahlungsfreies „Kassenmodell“ sei ausreichend. Frau Gruber wurde daraufhin lediglich der Pauschalbetrag in Höhe von 1.614,00 Euro zur Verfügung gestellt. Die weiteren Kosten in Höhe von 3.283,00 Euro wurden nicht übernommen. Hiergegen legte Frau Gruber – zunächst ohne die Hilfe des VdK - Widerspruch ein, der seitens der Krankenkasse zurückgewiesen wurde.

VdK schaltet sich ein

Daraufhin wandte sie sich an die VdK-Geschäftsstelle Braunschweig-Salzgitter. Rechtsschutzleiter Sebastian Berg erhob Klage vor dem Sozialgericht Braunschweig. Zwischenzeitlich hatte sich Frau Gruber die ihr empfohlenen Hörgeräte selbst beschafft und die nicht übernommenen Kosten selbst gezahlt.

Vor Gericht bestätigte die für Frau Gruber zuständige Hörgeräteakustikerin, dass nur mit dem beantragten Gerät ein hinreichender Behinderungsausgleich möglich sei. Die Richterin wies zudem darauf hin, dass die Krankenkassen mit der Übertragung der Komplettversorgung auch die Beurteilungskompetenz an die Hörgeräteakustiker abgegeben haben, sich also deren Beurteilung zurechnen lassen müssen.

Krankenkasse wird verurteilt

Da die Krankenkasse trotz dieser Einwände den Anspruch nicht anerkannte, wurde sie schließlich im April 2017 verurteilt, der mittlerweile 90-jährigen Frau Gruber die nicht übernommenen Kosten von 3.283,00 Euro zu erstatten.

"Ich freue mich für Frau Gruber, dass es letztlich gelungen ist, die volle Kostenübernahme für die erforderliche Hörgeräteversorgung zu erstreiten. Es zeigt sich immer wieder, dass es sich durchaus lohnt, einen langen Atem zu haben", so der VdK-Rechtsschutzleiter für den Kreisverband Braunschweig-Salzgitter, Sebastian Berg. Auch Frau Gruber ist äußerst zufrieden mit dem erfolgreichen Einsatz des VdK und bedankte sich für die tolle Unterstützung.

Sebastian Berg, Christina Diekmann

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