8. März 2017

Mehr Niedersachsen von Armut bedroht

Die Zahl der armutsgefährdeten Menschen in Niedersachsen steigt. 16,5 Prozent sind zwischen Nordsee, Harz und Heide betroffen, mehr als im bundesweiten Durchschnitt, der bei 15,7 Prozent liegt. Das geht aus dem aktuellen Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland hervor, den der Paritätische Wohlfahrtsverband vorgelegt hat.

Die Quote in Niedersachsen erreichte damit den höchsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2005. Von Armut gefährdet sind laut Statistischem Bundesamt Menschen mit einem Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens. Die Armutsgrenze liegt daher bei einem Single bei 942 Euro Einkommen im Monat, bei einem Paar mit zwei kleineren Kindern bei 1978 Euro.

Als besorgniserregend beurteilt der Verband vor allem, dass sich auch bei Menschen mit Job das Armutsrisiko verfestige und das Einkommen kaum noch zum Leben reiche. Zwar sei die Zahl an Arbeitslosengeld-II-Beziehern in Niedersachsen von 10,2 Prozent im Jahr 2005 auf zuletzt 9,3 Prozent zurückgegangen. Der Anteil der Armutsgefährdeten im Land wuchs aber in der gleichen Zeit von 15,5 auf 16,5 Prozent.

Alleinerziehende seien überdurchschnittlich oft betroffen, knapp die Hälfte ist gefährdet. Armut sei aber kein Phänomen, das nur bildungsferne Schichten betreffe, auch junge Forscher etwa hätten oft kaum genug Geld zum Leben. „An Hochschulen arbeiten Hunderte Wissenschaftler mit Zeitverträgen in prekären Verhältnissen“, kritisierte die Landesvorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Birgit Eckhardt.

Der Sozialverband VdK verlangte „gezielte Investitionen für die ärmere Hälfte der Bevölkerung“. Und Linke-Chefin Katja Kipping forderte eine „radikale Umverteilung von oben nach unten“.

Auch auf die Gesundheit wirkt sich Armut aus: Sozial schlechter gestellte Menschen sind von fast allen Krankheiten häufiger betroffen, besonders von schweren wie Diabetes, Herzinfarkt, vielen Krebsarten. Das Risiko für Krankheiten aller Art sei bei ärmeren Menschen zwei bis drei Mal höher. Gründe seien oft schlechtere Ernährung, weniger Bewegung und weniger Vorsorge bei Menschen mit geringerem Einkommen.

Als Vergleich: So wird materielle Entbehrung in der EU gemessen:
Wer sich vier von neun Ausgabenposten - von angemessener Heizung der Wohnung bis zum Telefon - nicht leisten kann, gilt als materiell abgehängt. 2015 waren demnach 5 Prozent der Bevölkerung in Deutschland von erheblicher materieller Entbehrung betroffen.

dpa, C. Diekmann

Schlagworte VdK | Armut | armutsgefährdet | Paritätischer Wohlfahrtsverband | Sozialverband VdK | Niedersachsen | Einkommen | Gesundheit

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