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Sozialverband VdK kämpft für Barrierefreiheit ? Gespräch mit Traunsteins OB Christian Kegel

Sozialverband VdK kämpft für Barrierefreiheit - Gespräch mit Traunsteins OB Christian Kegel, dessen Stadt zu den beiden oberbayerischen Modellkommunen zählt "1953: Der Mensch bezwingt den höchsten Berg der Welt, 2016: Gehbehinderte Menschen träumen vom Wohnen ohne Stufen - Wir sollten weiter sein", mahnt der Sozialverband VdK Bayern im Rahmen seiner deutschlandweiten Kampagne 2Weg mit den Barrieren" an und weist darauf hin, dass mehr als 7,5 Millionen Menschen in Deutschland mit einer Schwerbehinderung leben und weitere 17 Millionen Erwachsene schon heute dauerhaft in ihrem Alltag eingeschränkt sind. Da es in Zukunft mit dem Anstieg des durchschnittlichen Lebensalters noch deutlich mehr werden dürften, "wird es höchste Zeit, sich für ein barrierefreies Deutschland stark zu machen", meint der VdK-Kreisvorsitzende Rudi Göbel und sieht hier auch im Landkreis Traunstein noch viel Handlungs- und Verbesserungsbedarf. Vom Wegfall dieser Hindernisse im Alltag würden alle profitieren, auch jüngere Menschen und Familien mit kleinen Kindern. Der größte deutsche Sozialverband fordere deshalb schon seit Längerem "klare gesetzliche Regelungen, damit Wohnungen, öffentliche Gebäude, Verkehrsanlagen und -mittel sowie private Güter und Dienstleistungen für alle zugänglich werden", so Göbel. Außerdem müsse es verbindliche Fristen zur Herstellung von Barrierefreiheit mit entsprechenden Kontrollen und Sanktionen geben. Höchst erfreulich sei, dass man in Sachen Barrierefreiheit mit der Stadt Traunstein einen "starken Partner" habe, betonte der VdK-Kreisvorsitzende und verwies auf deren Titel "Modellkommune", den sie seit zwei Jahren trägt - und zwar als einzige oberbayerische Kommune neben Starnberg. Um in Erfahrung zu bringen wie es dazu kam, was es damit auf sich hat, wie viel sich bisher in der Großen Kreisstadt im Kampf gegen Barrieren getan hat und was man noch erwarten darf, traf sich Göbel in Begleitung seines Stellvertreters Walter Hindlinger unlängst mit Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel sowie Elmar Schwäbisch von der Stadtverwaltung zu einem Gespräch im Rathaus. OB Kegel erinnerte daran, dass Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer Ende 2013 das Ziel ausgegeben, dass der Freistaat bis 2023 im gesamten öffentlichen Raum und im gesamten öffentlichen Personennahverkehr komplett barrierefrei sein soll. Darauf seien alle bayerischen Gemeinden und Städte angeschrieben worden, sich als Modellkommune zu bewerben. "Wir haben uns beworben und sind glücklicher Weise ausgewählt worden", freute sich Kegel. Damit zähle man zu jenen sechzehn bayerischen Städten und Gemeinden, die im Rahmen des 2014 gestarteten Modellvorhabens "Die barrierefreie Gemeinde" mit Mitteln des Freistaates für modellhafte städtebauliche Planungen und Forschungen gefördert und fachlich unterstützt werden. Nach einem positiven Stadtratsbeschluss habe man dann eine ganze Reihe von Punkten abgearbeitet, eine Bestandsaufnahme durchgeführt, einen Maßnahmenkatalog erstellt und einen Leitfaden entwickelt. Auch wenn sich die Stadt bereits seit Jahrzehnten mit dem Thema Barrierefreiheit befasse und man deshalb "schon ganz gut aufgestellt ist, werden wir Stück für Stück alles abarbeiten, was anliegt und im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten ist", versprach Kegel. Wichtig sei ein "möglichst breit abgestimmtes Konzept", stellte Schwäbisch klar. Dabei sei man auch auf die Unterstützung und Mithilfe von Verbänden wie den VdK angewiesen. Wie wichtig der Stadtpolitik das Thema ?Barrierefreiheit? sei, sehe man auch daran, dass es mit Stadtrat Karl Schulz einen Referenten für Menschen mit besonderen Bedürfnissen gebe, so Kegel. Auf die Frage von Göbel, wie es mit den Behörden, der Privatwirtschaft, Restaurants, Arztpraxen und Apotheken aussehe, meinte der OB, dass man auch private Geschäftsleute eingeladen habe, mitzumachen. Dies beruhe aber auf Freiwilligkeit. Zuschüsse oder andere finanzielle Anreize seitens der Stadt schloss das Stadtoberhaupt aus. Auch im öffentlichen Nahverkehr gebe es noch Nachholbedarf, mahnte Göbel an. Eine klare gesetzliche Regelung zur Barrierefreiheit wäre von Vorteil, doch fast noch wichtiger sei, dass das Thema gerade mit Blick auf die alternde Gesellschaft ?in die Köpfe und in das Bewusstsein der Menschen gelangt?, meinte Kegel und versicherte sogleich: "Wir werden als Stadt mit positivem Beispiel vorangehen". Den Schwung wolle man nun mitnehmen, den Weg zu einer barrierefreien Kommune mit "Augenmaß und Ziel" weiterverfolgen und die Mittel gezielt da einsetzen, "wo es den Menschen etwas bringt, also dort wo sich viele Bürger in öffentlichen Bereichen aufhalten und bewegen", kündigte Schwäbisch an. Ein Hauptaugenmerk liege hier auf dem Bereich zwischen Stadtplatz/Rathaus und Bahnhof. Göbel versprach, dass man die Stadt bei der Verbesserung der Barrierefreiheit unterstützen werde und verwies noch auf den ?Aktionstag Barrierefreiheit? des VdK-Kreisverbandes Traunstein am Freitag, 24. Juni am Maxplatz in Traunstein. Man werde dort von 10 bis 15 Uhr mit einem Info-Stand präsent sein, sich austauschen und die Kampagne "Weg mit den Barrieren!" vorstellen. Es bestehe dort auch die Möglichkeit, Barrieren im Wohnort einzutragen und die Unterschriftenaktion des VdK Bayern zu unterstützen. mmü

Foto: Obwohl in puncto Barrierefreiheit im Traunsteiner Stadtgebiet schon einiges geschehen ist, waren sich Oberbürgermeister Christian Kegel, Elmar Schwäbisch (rechts) von der Stadtverwaltung, VdK-Kreisvorsitzender Rudi Göbel (links) und dessen Stellvert

Foto: Obwohl in puncto Barrierefreiheit im Traunsteiner Stadtgebiet schon einiges geschehen ist, waren sich Oberbürgermeister Christian Kegel, Elmar Schwäbisch (rechts) von der Stadtverwaltung, VdK-Kreisvorsitzender Rudi Göbel (links) und dessen Stellvertreter Walter Hindlinger (Zweiter von links) einig, dass noch einiges zu tun ist.© mmü

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  1. Foto: Obwohl in puncto Barrierefreiheit im Traunsteiner Stadtgebiet schon einiges geschehen ist, waren sich Oberbürgermeister Christian Kegel, Elmar Schwäbisch (rechts) von der Stadtverwaltung, VdK-Kreisvorsitzender Rudi Göbel (links) und dessen Stellvert | © mmü

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