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Kreisverbandskonferenz 2019

Zu Beginn der gut besuchten Konferenz im Landhotel Edelfinger Hof wandte sich VdK-Kreisverbandsvorsitzender Kurt Weiland an die vielen Delegierten und Mitglieder, aber auch an die Vertreter benachbarter Kreisverbände sowie Gäste und Ehrengäste.

"Der VdK ist mit bundesweit rund 1,9 Millionen Mitgliedern einer der größten und einflussreichsten Sozialverbände in Deutschland und ein wichtiger Partner im sozialpolitischen Dialog", betonte MdL Prof. Dr. Wolfgang Reinhart in seinem Grußwort. "Was der Welt am meisten fehlt, sind Menschen, die sich mit den Nöten anderer beschäftigen", zitierte Reinhart den elsässischen Arzt, Philosophen und Theologen Albert Schweitzer. "Im Sinne dieser Worte engagieren sich tausende ehrenamtliche und professionelle Mitarbeiter des VdK für Fairness und Solidarität in der Gesellschaft".

Aktuell habe die CDU-Landtagsfraktion ein Projekt zur Stärkung des Freiwilligen Sozialen Jahrs durchgesetzt. Ziele des jüngst verabschiedeten Landespflegestrukturgesetzes seien eine bessere Ausrichtung der Pflegeinfrastruktur auf die Bedürfnisse vor Ort, die Einführung kommunaler Pflegekonferenzen, eine stärkere Nutzung der Digitalisierung für die Pflege und die Verbesserung der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit. Als Anerkennung für sein langes und besonderes ehrenamtliches Engagement überreichte Reinhart dem Kreisverbandsvorsitzenden Kurt Weiland dann die Medaille des Landesparlaments und ein "Diplomatenpräsent".

Überreichung der Medaille des Landesparlaments

Als Dank für dessen langes und besonderes ehrenamtliches Engagement überreichte MdL Prof.Dr.Wolfgang Reinhart, Vorsitzender der CDU Landtagsfraktion, dem VdK Kreisverbandsvorsitzenden Kurt Weiland die Medaille des Landesparlaments und ein "Diplomatenpräsent".© VdK

„Der VdK leistet eine hervorragende Arbeit. Der Verband hat es geschafft, sich dank eines enormen ehrenamtlichen Engagements zu einem modernen Sozialverband zu entwickeln, um Menschen in vielen Alltagsbereichen zu beraten und zu unterstützen“, hob der Bad Mergentheimer Oberbürgermeister Udo Glatthaar in seiner Rede hervor. „Das Ehrenamt ist der soziale Kitt in unserer Gesellschaft und der VdK trägt maßgeblich dazu bei“, betonte der OB.

"Auch 2018 konnten wir in der Mitgliederentwicklung und in den Aktivitäten an die guten Jahre anknüpfen", vermeldete Weiland eingangs seines Geschäftsberichts. Anfang Januar habe der VdK Kreisverband 5265 Mitglieder gezählt, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 199 Personen (3,93 Prozent) entsprochen habe. Zu dieser erneut positiven Entwicklung habe insbesondere das Hauptamt mit einem sehr erfolgreichen Rechtsreferenten und einem schlagkräftigen Sekretariatsteam beigetragen, aber auch die hervorragende Mitgliederbetreuung sowie die vielen Aktivitäten und Aktionen in den Ortsverbänden.

Wesentlicher Höhepunkt im vergangenen Jahr sei der Festakt in der Tauber-Franken-Halle Königshofen zum 70-Jahr-Jubiläum des VdK- Kreisverbands Tauberbischofsheim gewesen. Hier habe die Podiumsdiskussion mit MdB Alois Gerig und dem VdK-Landesverbandsvorsitzenden Roland Sing über Sozialpolitik im Mittelpunkt gestanden.

Aktionsschwerpunkte des Kreisverbands seien zum Beispiel die VdK-Patienten- und Wohnberatung als Wegweiser für Ratsuchende, das Sozialprojekt "Aktiv inklusiv - Gemeinsam verschieden sein", die im Februar 2019 gestartete Kampagne „Pflege macht arm!“ und Schulungen in den Ortsverbänden. Höhepunkt des laufenden Jahres werden die 2. Gesundheitstage des Main-Tauber-Kreis unter dem Motto "Organspende" am 11. und 12. Mai in der Stadthalle in Grünsfeld sein. Hier wird auch eine Messe mit zahlreichen Ausstellern sowie Fachvorträge rund um die Themen Gesundheit, Pflege und Vorsorge auf dem Programm stehen.

Neben weiteren musikalischen Attraktionen ist ein besonderes Highlight das Konzert mit Anita & Alexandra Hofmann unter dem Motto "30 Jahre Leidenschaft", das am Samstag, 11. Mai um 19.30 Uhr in der Stadthalle in Lauda vom Kreisverband präsentiert wird.

Ein weiter musikalischer Höhepunkten wird der Auftritt des offiziellen Udo Lindenberg Doubles Rudi Wartha sein, der eine transplantierte Niere hat und hierüber berichten wird. Wartha wird außerdem am Samstag, 19. Oktober, ein ebenfalls von dem Kreisverband veranstaltetes Benefizkonzert in Wertheim geben.

Einen Finanzstand, der in der abgelaufenen Geschäftsperiode trotz eines leichten Defizits – vor allem durch die große 70-Jahr-Feier - , insgesamt erfreulich war, vermochte Schatzmeister Reinhold Adelmann zu vermelden. Die beiden Revisoren Norbert Dühmig und Ernst Schäfer bestätigten ihm eine absolut beanstandungsfreie Buchführung, so dass die Entlastung einstimmig war.

Bericht: Peter D. Wagner

Vortrag beim VdK: Stefan Pfeil vom Landesverband referierte über die aktuelle Sozialpolitik

Über aktuelle Sozialpolitik referierte bei der 29. Kreisverbandskonferenz des VdK-Kreisverbands Tauberbischofsheim Stefan Pfeil, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Sozialrecht beim VdK-Landesverband Baden-Württemberg. Die aktuelle VdK-Kampagne „Pflege macht arm!“ stand im Mittelpunkt seines Vortrags.

Bild Stefan Pfeil

Stefan Pfeil, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Sozialrecht beim VdK Landesverband referierte über die aktuelle Sozialpolitik.© Peter D. Wagner

Die 1995 eingeführte Pflegeversicherung sollte die mit der Pflegebedürftigkeit verbundenen Belastungen mildern, aber auch bewirken, dass die überwiegende Zahl der Pflegebedürftigen nicht mehr auf Sozialhilfe angewiesen ist, sagte Pfeil zu Beginn seiner Ausführungen. Wer sein Leben lang gearbeitet und eine durchschnittliche Rente erworben habe, solle wegen Pflegebedürftigkeit nicht zum Sozialamt gehen müssen.

Dennoch, gab Pfeil zu bedenken, würden viele pflegebedürftige Menschen durch hohe Heimkosten zum Sozialfall. Wer nämlich pflegebedürftig sei und im Heim lebe, müsse einen großen Anteil der Leistungen selbst zahlen. Die gesetzliche Pflegeversicherung zahle eben nur einen Festbetrag, der sich nach dem Pflegegrad richte. Was fehlt, müsse von den Heimbewohnern getragen werden. Derzeit seien laut VdK Baden-Württemberg fast 28 000 pflegebedürftige Menschen davon betroffen: Sie bräuchten Sozialhilfe, um die vollstationäre Unterbringung aufbringen zu können.

„Die Pflegeheimkosten müssen sinken“ und „das Land muss pflegebedürftige Heimbewohner und deren Angehörige bei den Investitionskosten entlasten“, lauten die Forderungen des VdK-Landesverbandes.

Eine weitere grundsätzliche Position des Sozialverbandes sei eine Vollversicherung für pflegebedingte Aufwendungen in der gesetzlichen Pflegeversicherung. Derzeit würden drei verschiedene Modelle diskutiert. Außerdem fordere der VdK eine Rückkehr zur öffentlichen Förderung der Investitionskosten stationärer Pflegeheime, wie diese bis 2010 gewährt worden sei. „Eine grundsätzliche Reform der gesetzlichen Pflegeversicherung ist die Aufgabe des Bundesgesetzgebers. Eine Umsetzung ist nicht von heute auf morgen zu erwarten“, hob Pfeil hervor. Allerdings könne eine Entlastung durch das Land schnell umgesetzt werden. Hierzu seien jährlich Mittel in Höhe von rund 60 Millionen Euro erforderlich.

Weiter setze sich der VdK dafür ein, Pflegeversicherungsleistungen jährlich automatisch an die Kostensteigerungen in der Pflege angepasst werden müssten, damit nicht immer mehr Pflegebedürftige auf Sozialhilfe angewiesen seien. Pflegende Angehörige müssten besser unterstützt und Entlastungsangebote ausgebaut werden sowie ein flächendeckendes Netz von Pflegestützpunkten eingerichtet werden. Parallel dazu wünscht sich der VdK für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf eine aus Steuermitteln finanzierte Lohnersatzleistung analog dem Elterngeld. Zudem müssten der Bund deutlich mehr Mittel für den altersgerechten Umbau von Wohnungen bereitstellen und Krankenkassen die Kosten für technische Assistenzsysteme übernehmen, damit Wohnen zu Hause im Alter bezahlbar bleibe. Auf Unterhaltsansprüche gegenüber den Kindern solle verzichtet werden, sofern deren Jahreseinkommen unter 100 000 Euro liege. Diese Forderung sei zwar Teil des Koalitionsvertrages CDU/CSU und SPD, jedoch noch nicht umgesetzt worden.

Um die Pflegeversicherung bedarfsorientiert zu finanzieren, sollte es als ersten Schritt einen Steuerzuschuss und einen Solidarausgleich zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung geben. Grundsätzlich sei eine „Solidarische Versicherung“ der Gesamtbevölkerung notwendig, denn „Infrastrukturmaßnahmen sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabenstellung“, so eine weitere Forderung des VdK. „Die Pflegeberufe müssen durch bessere Bezahlung und mehr Wertschätzung attraktiver gemacht werden. Im Jahr 2030 werden bei steigender Zahl der Pflegebedürftigen gut 400 000 Vollzeitkräfte in der Pflege fehlen“, betonte Pfeil.

Zudem berichtete er über die Themen „Rente/Grundrente-Respektrente“ und „Vorsorgekonto“ sowie über die VdK Patienten- und Wohnberatung.

Bericht: Peter D. Wagner

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  1. Überreichung der Medaille des Landesparlaments | © VdK
  2. Bild Stefan Pfeil | © Peter D. Wagner

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