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70 Jahre Sozialverband VdK Kreisverband Tauberbischofsheim

Mit einem Festakt in Königshofen beging der VdK-Kreisverband Tauberbischofsheim seinen 70. Geburtstag.

Seinen 70. Geburtstag feierte der VdK Kreisverband am 17.September in der Tauber-Franken-Halle. Im Mittelpunkt standen neben einer Festrede des aktuell amtierenden Kreisverbandsvorsitzenden Kurt Weiland eine Podiumsdiskussion über Sozialpolitik sowie ein anschließendes Gastspiel der Musikkünstlerin Claudia Hirschfeld.

Teilnehmer Podiumsdiskussion

© VdK Kreisverband Tauberbischofsheim

"Der VdK hat vor allem im Sozialrecht und in Zeiten, in denen soziale Gerechtigkeit immer mehr auf der Strecke bleibt, eine sehr wichtige Funktion", betonte Linken-Politiker Rolf Grüning auf die Frage der Bedeutung und wichtigsten Aufgaben des VdK. Aus seiner beruflichen Sicht als Arzt spiele der Kreisverband unter anderem bei Beratungen zur Familienplanung bei finanziellen Engpässen sowie bei der Reha nach erfolgreich behandelten Tumorerkrankungen eine wertvolle Rolle, berichtete FDP-Kreisvorsitzender Dr. Stefan Müller-Reiter. Zugleich sprach sich der sich so bezeichnende "Landarzt" für ein Bonussystem für Absolventen eines Medizinstudiums aus, wenn diese bereit seien, sich als Arzt im ländlichen Raum niederzulassen.

Die Unterstützung vor Eintritt in den Ruhestand zu Fragen der Rente nannte Dietrich Grebbin (Bündnis 90/Die Grünen) als Beispiel für besonders bedeutsame Funktionen des VdK. Zudem forderte er in der Diskussion eine Wiederanhebung des Höchststeuersatzes. "Es besteht oft auch ein hoher Beratungsbedarf in Sozialfragen bei Menschen, bei denen man es vorher kaum denkt",meinte SPD-Kreisvorsitzender Joachim Thees, der bessere ÖPNV-Verbindungen zur Erreichbarkeit der Beratungsangebote forderte.

Als junger Mensch sei er sehr gut beim VdK aufgenommen worden, den man in jeder Alterslage gebrauchen könnte, berichtete VdK-Jugendvertreter Marko Hess. "Es ist äußerst wichtig, dass Jung und Alt gemeinsam den Weg gehen", gab er als Devise aus.

Als Anwalt für Schwächere sei der VdK heute genauso bedeutsam wie vor 70 Jahren, hob MdB Alois Gerig hervor. "Der Reha-Deckel muss weg, denn es gelte das Prinzip Reha vor Rente", appellierte er. "Wir können die Großstadtzentren retten, wenn wir den Ländlichen Raum stärken und attraktiver gestalten", zeigte sich Gerig überzeugt.
Auch im Main-Tauber-Kreis stelle der VdK den größten Verband dar, unterstrich Kreissozialdezernentin Elisabeth Krug die hohe Bedeutung des Kreisverbandes Tauberbischofsheim. Dieser verbinde reichhaltige Aufgaben miteinander wie etwa Sprachrohr unter anderem gegenüber der Politik, Information, individuelle Beratungen, Begleitungen und Unterstützungen, Rechtsschutz in Widerspruchsverfahren und Klagen sowie auch zudem auch mit geselligen Veranstaltungen und Aktivitäten.

Wichtig und kompetent
"Ein wichtiger und zuverlässiger Kooperationspartner, den wir immer wieder sehr gerne in soziale Themen mit einbinden", bezeichnete Krug den Kreisverband. Die Anzahl sozial Bedürftiger steige auch im Kreis immer weiter an, gab Krug zu bedenken. Deshalb bedürfe es neuer Ideen und Angebote sowie ordentlich entlohnte Fachkräfte. Zugleich müsse die Pflege bezahlbar bleiben.

Eine besonders große Stärke des VdK sei besonders auch die Begleitung von Menschen in Sozialfragen, betonten ebenso die beiden Bürgermeister Thomas Maertens (Lauda-Königshofen) und Joachim Markert (Grünsfeld). "Vielen Menschen gibt dies ein Gefühl von Sicherheit". Daher sei es essenziell, dass starke Verbände wie der VdK eine ebenfalls starke und kompetente Vorstandsmannschaften habe, wies Markert zudem hin. "Flächen könnten wir vorweisen, wenn interessierte Investoren nachfragen", teilte Maertens in Hinblick auf den allgemeinen und womöglich auch sozialen Wohnungsbau in der Stadt Lauda-Königshofen mit.

Dass kleine Ortschaften zunehmend ausbluten könnten, während größere Städte im Kreis wie etwa Bad Mergentheim immer weiter wachsen würden, nannte Markert als Gefahr im ländlichen Raum des Main-Tauber-Kreises.
Zwar stelle das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum ein sehr sinnvolles Fördermittel dar, aufgrund der starken Überzeichnung der möglichen Projekte müsse es vom Land Baden-Württemberg noch weit mehr finanziell ausgestattet werden.

"Nicht mir, sondern uns gemeinsam gelingt es beispielsweise immer wieder, aktuelle Themen aufzugreifen", hob der VdK-Landesverbandsvorsitzende Roland Sing hervor. Er sehe drei zentrale Punkte für den Erfolg des VdK.
Dieser stehe tiefgestaffelt sowie regional und ortsnah aufgestellt mit seinem Ohr dort, was Menschen bewege und besorge. 1100 Ortsverbände und 53 Kreisverbände bezifferte Sing als Beleg dafür. "Recht haben und Recht bekommen sind oft verschiedene Welten" - deshalb sei die rechtliche Beratung und Unterstützung von Betroffenen eine sehr bedeutsame Aufgabe, wobei der VdK aus gesetzlichen Vorgaben nur Mitglieder beraten dürfe. "In der VdK-Führung haben auf allen Ebenen die Mitglieder sozialpolitisches Wissen als auch eine soziale Denke", betonte Sing als dritten Faktor.

Bild der Künstlerin Claudia Hirschfeld

© VdK Kreisverband Tauberbischofsheim


Im Anschluss wurde der weitere Festakt bei einem geselligen Beisammensein und Ausklang von der renommierten und international engagierten Künstlerin Claudia Hirschfeld mit ihrer Orchesterorgel musikalisch gestaltet.


Bericht: Peter D.Wagner

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  1. Teilnehmer Podiumsdiskussion | © VdK Kreisverband Tauberbischofsheim
  2. Bild der Künstlerin Claudia Hirschfeld | © VdK Kreisverband Tauberbischofsheim
  3. Teilnehmer Podiumsdiskussion | © VdK Kreisverband Tauberbischofsheim

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