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70 Jahre KV Reutlingen

70 Jahre VdK KV Reutlingen

© VdK KV Reutlingen

70 Jahre Kreisverband Reutlingen mit vielen Gästen groß gefeiert

Historischer Rückblick, aktuelle VdK-Politik und tolles Rahmenprogramm

Mit einer großen Festveranstaltung beging der Kreisverband Reutlingen im April sein 70-jähriges Bestehen. In der Schillerhalle in Dettingen/Erms konnten sich Mitglieder, Jubilare, VdK-Repräsentanten und viele Gäste an einem sehr abwechslungsreichen Programm erfreuen. Für interessante Informationen über das VdK-Wirken früher und heute, in Reutlingen, Land und Bund, sorgten insbesondere der Landesvorsitzende Roland Sing und der Gastgeber und Stunden zuvor wiedergewählte Kreisvorsitzende Jürgen Neumeister.

70 Jahre VdK KV Reutlingen

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Neumeister konnte in der vollen Halle auch viele Jubilare für die jahrzehntelange VdK-Treue auszeichnen. Für das Gründungsmitglied Fritz Dörr und die weitere 70er-Jubilarin Anita Hellmann gab es das Große Goldene Treueabzeichen mit Brillant. „Gold“ ging auch an den 60er-Jubilar Josef Ruscher sowie an die „40er“ Manfred Junger, Hans-Joachim Kucklies, Hilda Weith und Albrecht Zettler, zudem an mehrere „25er“.

Ebenso wertschätzten einige Ehrengäste den Jubiläumskreisverband auf der Bühne. So überreichte Manfred Brüssel, der Bezirksschatzmeister von Südwürttemberg-Hohenzollern, einen Scheck über 500 Euro und die Bundestagsabgeordneten (MdB) Michael Donth (CDU), Pascal Kober (FDP) und Jessica Tatti (Die Linke) würdigten in ihren Grußworten die engagierte und erfolgreiche VdK-Arbeit. Darüber hinaus erwiesen weitere Politiker, Repräsentanten von Einrichtungen und Vorsitzende anderer Kreisverbände den Reutlingern ihre Re-verenz.

Rückblick auf 70 Jahre KV Reutlingen

70 Jahre VdK KV Reutlingen

© VdK KV Reutlingen

Einen detaillierten Einblick in die jetzt 70-jährige Kreisverbandsgeschichte gab Jürgen Neumeister, der seit 2011 amtiert. Dabei erinnerte er auch an den anfänglichen Widerstand der Besatzungsmacht, der dazu führte, dass man Gründungsversammlungen auf örtlicher Ebene zunächst verdeckt abhalten musste. Im April 1949 konnte dann mit Genehmigung der Militärregierung der erste Ordentliche VdK-Kreistag nach Reutlingen einberufen werden. Dort wurden die Wahlen zur Krankenkasse, die Feuerwehr- und die Einwohnersteuer sowie die Brennholzversorgung thematisiert. Au-ßerdem wurden drei Vertreter für den Vorstand des damaligen Landesverbands Südwürttemberg-Hohenzollern gewählt. „Rückblickend muss festgestellt werden, dass es ein langer Weg wurde, der viel Geduld und Beharrlichkeit erforderte, um ein tragfähiges Fundament für einen Landesverband zu schaffen“, betonte Neumeister. Und er hob hervor, dass ohne den Rückhalt Tausender treuer Mitglieder die sozial-politischen Erfolge jener Tage wie beispielsweise das Bundesversorgungsgesetz (1950) nicht zu erreichen gewesen wären. Ebenso lenkte er den Blick auf die vielen und ebenfalls schutzbedürftigen Menschen mit Behinderung. Deren Anliegen durfte sich der VdK in der Folgezeit nicht verschließen, sondern dafür eintreten, dass dem Schwerbeschädigtengesetz das Schwerbehindertengesetz 1974 folgte. Die sich verfestigende hohe Arbeitslosigkeit und zunehmend härtere Verteilungskämpfe drängten den VdK ab Ende der 1960er-Jahre immer mehr in die Rolle des Streiters gegen den Sozialabbau. Auch daran erinnerte Jürgen Neumeister ohne große Erfolge wie die Anrechnung der Kindererziehungszeiten für die Trümmerfrauen und die unentgeltliche Beförderung von Schwerbehinderten zu vergessen.

Seinen höchsten Mitgliederstand hatte Reutlingen 1964 mit 5891 Personen gehabt. Am 1. April 2019 lief sich die Mitgliederzahl auf 3741 Menschen – der höchste Stand der letzten acht Jahre. In der umfangreichen Rede Neumeisters kam zugleich der Anschluss des geteilten Kreisverbands Münsingen im April 1996 zur Sprache. Die notwendige Neugliederung war eine Spätfolge der Verwaltungsreform. Als weiteren Meilenstein bezeichnete er die Eröffnung der VdK-Servicestelle Reutlingen in der Albstraße im Mai 2017. „Für diese Anlaufstelle haben wir über Jahre hinweg gekämpft. Am Schluss war es dann einfacher, da ich ja Bezirksvorsitzender geworden bin“, merkte Jürgen Neumeister an und verwies auf den großen Zuspruch, den diese Geschäftsstelle in den ersten zwei Jahren bereits erfahren hat. Ebenso erinnerte der heutige Kreischef an seine Vorgänger wie den allerersten Vorsitzenden Heinrich Brucklacher, mit dem man das erste Jahr-zehnt gefeiert hatte, sowie an Erich Großmann, Karl Hardecker, Günter Neumeister, den älteren Bruder des heutigen Amtsinhabers, und an Wolfgang Feige. Jürgen Neumeister ließ aber auch Ereignisse wie die erste Schwerbeschädigten-Ausfahrt mit dem ADAC, das erste Kreistreffen 1950 auf der Eninger Weide bei St. Johann mit über 1000 Teilnehmern und 1950 die öffentliche Großkundgebung auf dem Tübinger Marktplatz Revue passieren. Da war der Kreisverband Reutlingen mit 1500 Teilnehmern vertreten gewesen. Und im Februar 1965 hatten sich 2200 VdKler in der Reutlinger Friedrich-List-Halle zur Großkundgebung mit Ministerpräsident Dr. Gebhard Müller und Oberbürgermeister Oskar Kalbfell versammelt.

Roland Sing zur aktuellen Sozialpolitik

Roland Sing

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Nach einem Medley aus den 50er-Jahren, gespielt von der eigens zur Feier gegründeten Kombo, war die Bühne frei für Landeschef Roland Sing, den Vorsitzender Neumeister als „eine starke Stimme für soziale Gerechtigkeit und unerschütterlichen Kämpfer für eine solidarische Gesellschaft mit viel Sachverstand, Einfühlungsvermögen und Idealismus“ angekündigt hatte. Sing bezeichnete das Ehrenamt als das tragende Element des Sozialverbands VdK. Zugleich gab er zu bedenken, dass die steigenden VdK-Mitgliederzahlen auch der zunehmenden Not vieler Menschen geschuldet sind. Wie zuvor Jürgen Neumeister verwies Roland Sing auf das jetzt 70-jährige Bestehen der Gesellschaft für Siedlungs- und Wohnungsbau Baden-Württemberg (GSW), einer hundertprozentigen VdK-Tochter. Die hatte 1949 damit begonnen, Wohnraum für Kriegswitwen zu schaffen. „Das war Sozialer Wohnungs-bau!“, betonte der VdK-Landeschef und hob hervor, dass „Wohnen die ganz zentrale Frage geworden ist“. In diesem Zusammenhang lenkte er auch den Blick auf die seit 2018 mehr als 40 ehrenamtlichen VdK-Wohnberater im Südwesten. Ebenso verwies Sing auf das VdK-Muster-Apartment auf der Bundesgartenschau Heilbronn, wo die Besucher noch bis Oktober dieses mit moderner AAL-Technik ausgestattete Apartment besichtigen können. (Anmerkung der Redaktion: AAL steht für alltagsunterstützende Assistenzlösungen wie zum Beispiel selbstausschaltende Elektrogeräte.)

Einmal mehr rief der Landesvorsitzende dazu auf, die gesetzliche Rente zu stärken. „Das hat Priorität“, betonte er und erinnerte an Adenauers Rentenreform 1957, wo man dem Kapitaldeckungsverfahren eine Absage erteilt und zum Umlageverfahren gekommen war. Mit Blick auf die aktuelle Diskussion um die sogenannte Respektrente von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sprach sich Roland Sing klar gegen eine Bedürftigkeitsprüfung aus, denn hier gehe es nicht um Sozialhilfe, sondern um eine Versicherungsleistung. Bei seinem Gang durch die Sozialpolitik erinnerte Sing zugleich an den mehr als ein Jahrzehnt währenden VdK-Kampf für eine Rückkehr zur Parität in der gesetzlichen Krankenversicherung. „In der Sozialpolitik ist ein langer Atem erforderlich!“, bekräftigte der Landesvorsitzende und kam hier auf den langen VdK-Einsatz für eine gesetzliche Pflegeversicherung und den ebenfalls langen Kampf für die Gleichstellung der Demenzkranken in der Pflegeversicherung zu sprechen. Da die Leistungen der Pflegeversicherung mit der Kostenentwicklung nicht Schritt gehalten haben, hohe Eigenanteile den Pflegeheimbewohnern zu schaffen machen, sind jetzt weitere VdK-Maßnahmen erforderlich. Roland Sing rief denn auch dazu auf, die große Pflegeaktion 2019 des VdK Baden-Württemberg zu unterstützen und zu unterschreiben.

Theater, Tanz und Akrobatik

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Den Festakt beendete feierlich das gemeinsame Singen der Deutschen Nationalhymne, ebenfalls gespielt von Walter Preissing und Gottlieb Eberhardt vom VdK Münsingen, die den gesamten Festakt musikalisch begleiteten. Dann war die Bühne frei für vielerlei Vorführungen wie lustige Sketche, dargeboten von der Bad Uracher Schauspielgruppe „Dronter und Drüber“, einer inklusiven Vorführung der Tanzschule WaxDance mit behinderten und nichtbehinderten Tänzern, mit Seilspringen der Extraklasse von Athletinnen des TSV Dettingen/Erms und mit einem Bauchtanz, der es in sich hatte durch Heiderose Vernalis und Gruppe Dettingen – alles stets begleitet von stimmungsvoller Musik. Darüber hinaus gab es auch im Foyer Allerlei zu sehen und zu staunen: Zauberer Herbert Haag zeigte seine Tricks. Man konnte in den Alterssimulationsanzug GERT steigen und am eigenen Leib testen, wie sich die Jahre 80 plus anfühlen. Und man konnte sich beim Stand der Aktion Teddybär Reutlingen informieren. Sie sorgt dafür, dass Kinder beispielsweise nach Operationen, bei der Erstversorgung durch Sanitäter und bei weiteren Notsituationen einen Teddy als Trostspender bekommen. Am erneut sehr reich bestückten Stand von Ursula Sing, der Ehefrau von Roland Sing, konnten die Besucher viele verschiedene selbstgefertigte Spielsachen, praktische Helfer und Accessoires für einen guten Zweck erwerben. Nutznießer des Verkaufserlöses waren diesmal die ARCHE Intensiv-Kinder Kusterdingen und der Reutlinger Teddybären-Verein.

Großer Dank an die Aktiven

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Mit großem Dank würdigte Kreischef Neumeister auch diese Aktionen im Foyer. Ebenso lobte er die Arbeit des Festkomitees, bestehend aus Bezirksgeschäftsführerin Sandra Hertha, die dem Kreisverband ehrenamtlich als stellvertretende Vorsitzende dient, und Dagmar Maier, Elvira Laraia, Else Wulle-Rist, Caterina Pepe, Marion Dammberg und Peter Brugger. Ein dickes Dankeschön ging zugleich an alle Aktiven früher und heute, sowie an die Sponsoren.


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Kreisvorsitzende Jürgen Neumeister© VdK KV Reutlingen

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Landesvorsitzende Roland Sing© VdK KV Reutlingen

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Bundestagsabgeordneten (MdB) Michael Donth (CDU)© VdK KV Reutlingen

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Bundestagsabgeordneten (MdB) Pascal Kober (FDP)© VdK KV Reutlingen

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Bundestagsabgeordneten (MdB) Jessica Tatti (Die Linke)© VdK KV Reutlingen

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