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Demo im Marktflecken Merenberg

Die Kluft zwischen Arm und reich wächst!

Ein Leben lang arbeiten schützt nicht vor Armut im Alter
Gemeinsame Infoveranstaltung der VdK Ortsvereine des Marktfleckens Merenberg Merenberg-Reichenborn (hen). Die Kluft zwischen Arm und reich wächst. Immer mehr Menschen haben nicht genug Geld zum Leben und sind insbesondere im Alter von Armut betroffen. Der Sozialverband VdK will die soziale Spaltung stoppen und die Armut in einem reichen Land wie Deutschland bekämpfen. Bei einer gemeinsam von den vier VdK Ortsverbänden des Marktfleckens Merenberg organisierten Veranstaltung hatten die Zuhörer Gelegenheit, sich näher zu informieren. Dieses Thema gehe nicht nur ältere, sondern insbesondere auch junge Menschen etwas an, da sich die Situation in den kommenden Jahren weiter verschärfe und sie dann in noch stärkerem Ausmaß betroffen
seien als die heutigen Rentner, erklärte Karl Knögel, erster Vorsitzender des VdK Ortsverbands Barig-Selbenhausen.

Er begrüßte die Zuhörer im Dorfgemeinschaftshaus in Reichenborn auch im Namen der anderen Ortsverbände des Marktfleckens, Petra Ludwig (erste Vorsitzende Ortsverband Merenberg), Siegfried Mitschke (erster Vorsitzender Ortsverband Reichenborn) und Friedhelm Seelbach (zweiter Vorsitzender Ortsverband Allendorf) zu der gemeinsam ausgerichteten Infoveranstaltung. Karl-Heinz Knörr und Dietmar Kramm, die beiden Referenten des Abends, warteten zu Beginn ihres Vortrags mit alarmierenden Zahlen einer ?Rentenschocktabelle? auf. Demnach wird ein Arbeitnehmer mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von derzeit 2500 Euro nach 35 Berufsjahren ab dem Jahr 2030 eine monatliche Rente von 688 Euro erhalten und damit unterhalb des Grundsicherungsniveaus liegen. Schätzungsweise jeder achte Einwohner in Hessen ist von Armut gefährdet. Was heute eher noch die Ausnahme sei, werde dann zum Regelfall werden, betonte Kramm. Damit die gesetzliche Rente zum Leben reiche und vor Altersarmut schütze, müsse das Rentenniveau bei 50 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns bestehen bleiben und nicht wie geplant bis zum Jahr 2030 auf 43 Prozent des durchschnittlichen Einkommens abgesenkt werden. Das betrifft vor allem jungen Menschen, die schätzungsweise fünf Beitragsjahre mehr benötigen, um das Grundsicherungsniveau zu erhalten. Die Hürde von 40 Beitragsjahren sei jedoch zu hoch. Auch die Maßnahmen zur privaten Altersvorsorge wie die Riester-Verträge sind nach Ansicht der Referenten ungeeignet. ?Ab einer bestimmten Einkommensgrenze ist es einfach unwirtschaftlich zu riestern?, da dieser oft ?vom Mund abgesparte? Beitrag später bei der Beantragung von Grundsicherung angerechnet werde, ergänzte eine Zuhörerin.

Damit eine Rente über Grundsicherungsniveau erzielt werden könne, fordert der VdK nach Aussage von Knörr umfassende gesetzliche Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Dazu zählen unter anderem ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von zehn Euro sowie eine gesetzliche Regelung der Einschränkung von Leih- und Zeitarbeit. Dies müsse in einem reichen Land wie Deutschland auch ohne den Abbau von Arbeitsplätzen möglich sein, so der Referent. Anstatt die Rentenbeiträge in wirtschaftlich
guten Zeiten zu senken, müssten finanzielle Rücklagen in Form einer ?Demografie-Reserve? gebildet werden. Dieses finanzielle Polster sei ausgesprochen wichtig, außerdem könne ein Arbeitnehmer diesen Differenzbetrag bei seinem Monatseinkommen eher verschmerzen als später bei einer geringen Rente. Der Staat spare nicht, denn am Ende müsse er bei der Grundsicherung im Alter drauflegen, so das abschließende Fazit der Referenten. Zudem verliere das System seine Legitimität. ?Warum soll man
Beiträge einzahlen, wenn später nur Sozialhilfe herauskommt??, würden viele Menschen denken. Ziel der Kampagne des VdK sei, auf diese grundlegenden Veränderungen in der Gesellschaft hinzuweisen und Generationen übergreifend zu diskutieren. ?Die Jugend muss wissen, was auf sie zukommt?, so die Referenten abschließend.

Ein Leben lang arbeiten schützt nicht vor Armut im Alter Gemeinsame Infoveranstaltung der VdK Ortsvereine des Marktfleckens Merenberg
Merenberg-Reichenborn (hen).

Gruppenbild

Die Vorsitzende Karl Knögel Barig-Selbenhausen
Petra Ludwig Merenberg
Friedhelm Seelbach Allendorf, Siegfried Mitschke Reichenborn
Kampangebeauftragte des VdK Kreisverbands Oberlahn Karl-Heinz Knörr Blessenbach und Dietmar Kramm Arfurt
Bild und Text von Dorothee Henche WT vom 13.Juli 2013© KV-Oberlahn

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