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Leben und Wohnen im Alter geht alle an

VdK hatte zum 9. Kitzinger Sozialforum eingeladen - Resonanz war nach Worten des VdK Kreisgeschäftsführers Klaus-Peter Mai in Ordnung.

Kitzingen: In seiner Begrüßung würdigte der VdK-Kreisvorsitzende Hartmut Stiller die Tradition der Veranstaltung, die einst mit dem Pflegefachmann Claus Fussek begann. Das 9. Sozialforum habe man auf den demographischen Wandel mit ständig steigenden Kosten für Pflege und Rente abgestellt. Rund 70 Prozent der betroffenen Menschen würden zuhause gepflegt, wobei Angehörige oft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stießen.

Die Ressortleiterin Leben im Alter des VdK-Landesverbandes, Yvonne Knobloch, ging in ihrem Einführungsreferat auf die immer älter werdenden Menschen ein. Es sei zur Herausforderung geworden, Menschen gut auf das Alter vorzubereiten. Weitaus überwiegend wollten Menschen zuhause alt werden und auch dort sterben. Ausstattung und Wohnung sollten eine Heimat sein, wo man sich wohl fühlt. Das aber bedeute nicht mehr nur wohnen, sondern versorgt und gepflegt sein. Mit Einschränkungen komme so dem Begriff Wohnen eine noch größere Bedeutung zu. Wohnungen müssten dazu angepasst und Barrieren beseitigt werden. Vielleicht müsse aber auch eine andere Wohnform wie Seniorenwohngemeinschaften oder ambulant-betreutes Wohnen gefunden werden, so Knobloch.

VdK-Bezirksgeschäftsführer Carsten Vetter sagte, dass der Mensch das Bedürfnis habe, gesund alt zu werden. Gleichzeitig aber neige er zum Verdrängen, was schließlich zu Situationen führe, dass die Älteren im Notfall nur schwer unterzubringen seien. Dies bestätigte Renè Kinstle, Heimleiter des Kitzinger Seniorenheims Mühlenpark. Auch hier seien Notfälle an der Tagesordnung. Wenngleich es für den Mühlenpark eine Warteliste gibt, lud er zum Probewohnen ein und beantwortete damit die Frage von Moderator Jürgen Gläser, ob sich ältere Menschen nicht rechtzeitig nach einem geeigneten Platz umsehen sollten?

Von seiner täglichen Arbeit als Pflege- und Wohnberater beim Landratsamt Würzburg berichtete Tobias Konrad. Zu seinen Aufgaben gehören Hausberatungen bei den Senioren. An Nachfrage mangelt es offenbar nicht: selbst für ein Beratungsgespräch müssen sich Interessenten bis zu zwei Monate vorher anmelden. Im Landkreis Kitzingen gibt es so eine Stelle nicht.
In Marktsteft hat Unternehmer Dieter Haag 25 barrierefreie Eigentumswohnungen mit einer Größe von bis zu 60 Quadratmetern für ältere Menschen gebaut. Wie er informierte, gibt es in dem Haus einen Gemeinschaftsraum und einmal im Monat findet eine Veranstaltung statt, an der sich aber nur wenige Mieter beteiligten.
Selbst im Rollstuhl unterwegs berichtete Jochen Kapelle aus Nürnberg in der Diskussionsrunde aus seinem Alltag und berichtete von dem Projekt Wohnen und Integration in Nürnberg - abgekürzt WIN - mit 62 Wohnungen für 100 Menschen sei dies mehr als ein Mehrgenerationenhaus. Es beherberge neben 20 Kindern auch Menschen mit Migrationshintergrund. Es sei vorwiegend für Menschen gedacht, die schon lange eine neue Wohnung suchten, die sich kannten oder die zusammen leben wollten. Kinder, Erwachsene und ältere Menschen übten hier Solidarität.
Für Yvonne Knobloch klang dies nach heiler Welt. Sie vermutete, dass bei eintretender Schwerpflegebedürftigkeit der Weg ins Heim nicht erspart bleibe, da Seniorenwohnmöglichkeiten fehlten.
Carsten Vetter erwartet durch das ab 2017 geltende Pflegeverstärkungsgesetz II, in dem drei Pflegestufen in fünf Pflegegrade überführt werden, eine stärkere Nachfrage nach anderen Wohnformen mit möglicherweise zunehmenden finanziellem Druck.
Tobias Konrad machte sich dafür stark, anstelle von betreutem Wohnen besser von Service- Wohnen zu reden, dass komme den Gegebenheiten wesentlich näher. Dem widersprach Kinstle und beklagte, dass es im Landkreis Kitzingen kein betreutes Wohnen gebe. Für Yvonne Knobloch sind vor allem die Möglichkeit der Tagespflege wichtig, wofür sich Leerstände in den Kommunen individuell anböten.

Bericht: Gerhard Bauer

Sozialforum

Mit dem Thema Wohnen und Leben im Alter befassten sich (von links) VdK- Kreisgeschäftsführer Klaus-Peter Mai, Moderator Jürgen Gläser, Bezirksgeschäftsführer Carsten Vetter, Unternehmer Dieter Haag, Jochen Kapelle, VdK- Kreisvorsitzender Hartmut Stiller, Wohnberater Tobias Konrad, Referentin Yvonne Knobloch und Renè Kinstle vom Diakonischen Werk© Gerhard Bauer

VdK fordert: Weg mit den Barrieren

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