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Ein Bahnhof mit einigen Barrieren

Von wegen barrierefrei

Puchheim. VdK-Kreisgeschäftsführer Felix Hechtel (Fürstenfeldbruck) sprach Klartext: „Was die Bahn am S-Bahnhof Puchheim plant, hat mit echter Barrierefreiheit wenig zu tun.“ Dabei wäre sie dringend nötig, denn die derzeitige Situation ist eine Zumutung für Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator, für Familien mit Kinderwagen oder Reisende mit großem Gepäck. Wer mit der S-Bahn aus München kommt, kann nämlich den Bahnsteig nur über Treppen verlassen. Wem das nicht möglich ist, der muss eine Station weiterfahren, dort in eine S-Bahn Richtung München umsteigen und nach Puchheim zurückfahren. Dort kann er dann über einen anderen Bahnsteig das Bahnhofsgelände verlassen. Dass das auf Dauer keine Lösung ist, weiß auch die Bahn. Aber ihre Pläne bringen keine echte Barrierefreiheit. Die Kritikpunkte sind gravierend. Die geplanten Rampen sind zu lang, ausgerechnet Menschen mit Behinderung mute man die längsten Wege zu, kritisiert Hechtel. Die geplante Unterführung sei viel zu schmal und von außen nicht einsehbar, ein stetiger Gefahrenherd. Fällt der ebenfalls vorgesehene Lift aus, können Menschen mit eingeschränkter Mobilität, die mit der S-Bahn aus München kommen, den Bahnsteig immer noch nicht barrierefrei verlassen. Sie müssten dann wie bisher eine Station weiterfahren. Ein Gefahrenpunkt der neuen Planung ist auch der viel zu geringe Abstand des Lifts und einer zusätzlichen Treppe zur Bahnsteigkante: „Bei schnellen Zugdurchfahrten mit 160 Stundenkilometern besteht ein hohes Risiko, vom Luftsog mitgerissen zu werden“, befürchten der örtliche Behinderteneirat und der Seniorenbeirat. Dass der Bahnhof barrierefrei gemacht werden soll, sei zu begrüßen, sagen Dr. Heinz Türkner und Dr. Richard Ullmann, die Vorsitzenden der Beiräte, „aber doch nicht so“. Behindertenbeirat, Seniorenbeirat und VdK Fürstenfeldbruck haben sich zusammengeschlossen und einen Alternativvorschlag vorgelegt. Kernpunkte sind der Bau eines neuen Außenbahnsteigs auf der Nordseite des Bahnhofs für die einfahrenden Züge aus Richtung München und zwei Lifte, die in eine bestehende breite und viel genutzte Unterführung führen. Über den neuen Außenbahnsteig und eine kurze Rampe kann man die Züge problemlos erreichen oder verlassen. Den Beiräten ist bewusst, dass jede Liftlösung störanfällig ist, aber: „Fallen die Aufzüge aus, kann man die bestehende Unterführung jederzeit stufenfrei passieren“, sagt der Diplom-Ingenieur für Bauwesen, Heinz Kroppen. Und noch einen Vorteil habe die alternative Lösung: Sie ist mit rund 2,5 Millionen Euros um die Hälfte billiger als die Lösung der Bahn, welche mehr als 5 Millionen Euro kosten würde. Umso weniger verstehen die Beiräte und der VdK, dass der Stadtrat diesen bürgerfeindlichen und teuren Plänen zugestimmt hat, nachdem er erst anderer Meinung war. Die Fronten sind verhärtet. Hechtels Briefe an den Bürgermeister und die Bahn wurden nicht einmal beantwortet, eine Bürgerversammlung fand nicht statt. Aber das Aktionsbündnis gibt nicht auf. Ingrid Kroppen vom Behindertenbeirat: „Wir brauchen echte Barrierefreiheit, die allen Menschen mit Handicap die uneingeschränkte Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ermöglicht. Wir wollen keinen Schnellschuss, sondern eine zeitnahe, aber sinnvolle Umsetzung der Barrierefreiheit, die für Generationen trägt.“ Geplant sind öffentliche Aktionen, Unterschriftensammlungen und Bahnhofsbegehungen mit Stadträten.

Baupläne der DB und dem Behinderten Beirat Puchheim

Plan der Deutschen Bahn

© VdK FFB

Alternativplan des Behinderten Beirats Puchheim

© VdK FFB

Aktuelle Barrieren am Bahnhof

Barriere 1

© VdK FFB

Barriere 2

© VdK FFB


Barriere 3

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  1. Plan der Deutschen Bahn | © VdK FFB
  2. Alternativplan des Behinderten Beirats Puchheim | © VdK FFB
  3. Barriere 1 | © VdK FFB
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  5. Barriere 3 | © VdK FFB

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