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Hygiene-Museum - ein Leben für die Gesundheit

Der VdK-Kreisverband Dresden hatte eingeladen, und etliche Mitglieder kamen und besuchten am 16.09.2014, einem sonnigen vorherbstlichen Tag, das Deutsche Hygiene-Museum. Dass es in dem Haus um weit mehr geht als nur um die richtige Körperpflege, wurde dabei den meisten ziemlich schnell klar. Begleitet von der sachkundigen und fröhlichen Gästeführerin Sibylle Brosche gab es schon zu Beginn des Rundganges eine Einführung in die Geschichte des Hauses, dem die griechische Göttin der Gesundheit die "Hygieia" sozusagen ihren Namen gegeben hatte.

Kein geringerer als der Dresdner Odol-Fabrikant August Lingner gründete 1912 das Deutsche Hygiene-Museum. Bereits ein Jahr zuvor sorgte dieser als Mitinitiator der I. Internationalen Hygiene-Ausstellung dafür, dass mehr als fünf Millionen Menschen in die sächsische Stadt kamen, um auf sehr anschauliche Weise Wissenswertes und Aufklärendes über die Anatomie des Menschen, über moderne Technik, Gesundheitsfürsorge, Ernährung und Hilfsmittel zu erfahren.

1930 zog die Ausstellung in den von dem Architekten Wilhelm Kreis entworfenen Museumsbau am Lingnerplatz. Ausstellungsmittelpunkt war der Gläserne Mensch, der die Besucher faszinierte. Während des Bombenangriffs im Februar 1945 auf Dresden wurden ein großer Teil des Gebäudes sowie wertvolle Sammlungsbestände zerstört. Bereits 1946 wurde die erste Ausstellung wieder eröffnet. Der gesamte Wiederaufbau des Hauses konnte Ende der 1950er Jahre fertiggestellt werden. Nach 1991 erhielt das Haus eine neue Konzeption.

Wieviel Arbeit und Anstrengung hinter den Präsentationen steckt, konnten die VdK-Mitglieder beim Rundgang durch die Dauerausstellung erkennen. Thematisch geordnet sind nicht nur Exponate und Erläuterungen zu sehen, sondern an vielen Stellen der Expositionen laden Experimente und multimediale Darstellungen ein, das Gesehene noch besser zu verstehen.

Staunend wurde der erste Röntgen-Apparat betrachtet. Mit unserem heutigen Wissen ist es kaum nachzuvollziehen, dass diese Geräte einst auch auf Jahrmärkten von Gauklern betrieben wurden, nur um Menschen zu beeindrucken. Die Folgen der missbräuchlichen Verwendung sind in sehr anschaulicher Weise in den Vitrinen zu sehen. Auch in der "Eisernen Lunge" möchte heute niemand mehr liegen. Und doch hat dieses Gerät erstmals vielen lungenkranken Patienten eine maschinenunterstützte Atmung ermöglicht und ihnen damit das Leben gerettet.

Sehr bewegend sind auch die Exponate, die sich mit der Entstehung des Lebens befassen. Einst für Hebammenschülerinnen als Anschauungsmodelle angefertigt, zeigen sie die einzelnen Entwicklungsstadien von der befruchteten Eizelle bis zur Geburt. Ein alter Gebärstuhl und medizinische Instrumente sorgten unter den Gästen ebenso für Gesprächsstoff wie ethische Fragen rund um das Thema Abtreibung.

Das Spektrum der Dauerausstellung umfasst viele Aspekte des menschlichen Lebens wie beispielsweise Krankheit und Vorsorge, Geburt und Tod. Alles ist sehr anschaulich und verständlich aufbereitet.
Unbedingt zu erwähnen sei an dieser Stelle auch die rundherum behindertenfreundliche Ausgestaltung des gesamten Hauses, die wirklich allen Besuchern einen angenehmen Aufenthalt ermöglicht. Nach dem zweieinhalbstündigen Rundgang war dann auch den meisten klar: Wiederkommen lohnt sich. (Bettina Schneider)

Deutsches Hygiene-Museum
Lingnerplatz 1
Geöffnet dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr
Eintritt sieben, ermäßigt drei Euro

Derzeitige Sonderausstellungen:

"Blicke! Körper! Sensationen! - Ein anatomisches Wachskabinett und die Kunst"
geöffnet bis 19. April 2015

"Alles Familie - eine interaktive Ausstellung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene"
vom 29. November 2014 bis 22. Februar 2015

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