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Führung durch die Katholische Hofkirche

Kath.Hofkirche zu Dresden

Kath.Hofkirche zu Dresden© Vdk-KV

Am 16.04.2013 besuchte unser Kreisverband die Dresdner Kathedrale (ehemalige Hofkirche). Von einem kundigen Führer erfuhren wir viel Wissenswertes über die Geschichte und das Bauwerk der Kirche.

Geschichte: Das im Jahr 968 gegründete Bistum Meißen wurde im Zuge der Reformation 1581 aufgelöst. In der Folgezeit wurden öffentliche katholische Gottesdienste strafrechtlich verfolgt.

Um polnischer König zu werden, konvertierte August der Starke zum katholischen Glauben. Als sein Sohn, dem der Glauben bereits wichtig war, eine katholische Kirche bauen wollte, wurde es ihm unter Auflagen gestattet. Die Hofkirche wurde dann 1737-1755 nach den Plänen von Gaetano Chiaveri als jüngster Barockbau Dresdens errichtet. Sie ist die größte Kirche in Sachsen. Am 13.Februar 1945 wurde die Hofkirche stark zerstört. Aber bereits 1946 konnte im linken Seitenschiff wieder Gottesdienst gefeiert werden, der Wiederaufbau wurde aber erst 1968 beendet. Das 1921 wiedererrichtete Bistum Meißen hatte bis 1980 seinen Sitz in Bautzen. Erst am 25.März 1980 wurde das Bistum, nunmehr unter dem Namen Dresden-Meißen, nach Dresden verlegt.

Bau: Das ovale Mittelschiff wird durch einen arkadenartigen Umgang umschlossen, der als "Prozessionsstraße" diente, da Prozessionen im öffentlichen Raum untersagt waren. Flankiert von zwei Seitenschiffen wird der Kirchraum durch vier Eckkapellen vervollständigt. Besonders bemerkenswert sind die Gedächtniskapelle im Norden: eine moderne Pieta aus Meißner Porzellan von dem Künstler Friedrich Press erinnert hier an alle Opfer von Gewalt und die Sakramentskapelle im Süden: eine Skulptur aus rotgemasertem Marmor von Balthasar Permoser zeigt: den gegeißelten, leidenden Christus. Permoser hat auch die geschnitzte Rokokokanzel geschaffen.

Der Hochaltar besteht aus Marmor, das Kruzifix (4,20 m hoch) und die sechs Leuchter stammen aus einer Augsburger Silberwerkstatt. Das riesige Altargemälde (Himmelfahrt Jesu Christi, 10 m hoch und 4,50 m breit) wurde 1752 -1761 vom Dresdner Hofmaler Anton Raphael Mengs geschaffen, ebenso die beiden kleineren Bilder der Seitenaltäre "Josephs Traum" und "Sieg der christlichen Religion".

Nicht unerwähnt bleiben darf die Hauptorgel; sie wurde 1750 - 1755 von Gottfried Silbermann mit 47 Registern auf 3 Manualen und Pedal geschaffen und hat etwa 3000 Pfeifen. Das 1944 ausgelagerte Werk überstand den Zweiten Weltkrieg, während Gehäuse und Prospekt verbrannten und aufwendig nach Fotografien rekonstruiert werden mussten.

Im linken Seitenschiff befinden sich der Taufbrunnen und der Märtyreraltar mit den Urnen der drei Priester, die im KZ Dachau umgebracht worden sind.

Außerdem besichtigten wir die Gruft, in der sich 49 Sarkophage (Wettiner Grablege seit 1751) befinden. Zur Jahrhundertflut im Jahr 2002 standen diese Räume unter Wasser. Die Sanierung, die auch die völlige Überholung der kostbaren Särge einschloss, dauerte mehrere Jahre.

Abschließend empfahl uns unser Führer, bei Gelegenheit auch die äußere Gestalt der Hofkirche genau anzusehen. Man erkennt das hohe Mittelschiff mit dem umlaufenden niedrigeren Seitenschiff, den fast freistehenden 86 m hohen Turm (nur mit dem Seitenschiff verbunden) und die 78 von Lorenzo Mattielli geschaffenen Steinfiguren (Apostel, Heilige und Kirchenfürsten), von denen jede 3,50 m hoch ist.

Alle waren sehr beeindruckt von der Schönheit dieser Kirche und ihrer wechselvollen Geschichte.

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