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Berichte 2019

Richtige Ernährung für Senioren

Gerade an den heißen Sommertagen lässt der Appetit nach. Wie Ursula Liske, VdK-Pflegeberaterin im Kreisverband Chemnitz informiert, reagiert damit der Körper auf die Hitze. Problematisch wird es jedoch, wenn gerade bei Senioren der Appetit dauerhaft abnimmt. Gerade bei nachlassendem Geschmacks- und Geruchssinn verlieren ältere Menschen die Lust aufs Essen. Dadurch kann es schnell zu einer Mangelernährung mit erheblichem Gewichtsverlust kommen. Dadurch wird das Immunsystem geschwächt und Betroffene werden anfälliger für Infekte. Aber auch Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme und Schwindelgefühl können auftreten. Ein weiteres Problem wird oft zu spät entdeckt: Durch das Alter verändert sich der Kiefer und Zahnprothesen verlieren ihre korrekte Passform. Dann entstehen Druckstellen, die das Essen schmerzhaft machen und zu einer abnehmenden Nahrungsaufnahme führen. Deshalb ist der regelmäßige Zahnarztbesuch zwingend anzuraten. Leicht verdauliche Speisen, die auch bekömmlich sind, regen zum Essen an. Wer keinen großen Appetit hat, sollte mehrmals täglich kleine Portionen essen.

Autorin: Ursula Liske - stellv. Vorsitzende, Pflegeberaterin

Trinken nicht vergessen!

Es ist Sommer und die Temperaturen steigen. Auch wenn die Sonne nicht klar vom Himmel lacht, kann es sehr heiß werden! Pflegeberaterin Ursula Liske vom VdK-Kreisverband Chemnitz weist darauf hin, dass gerade im Alter das Durstgefühl nachlässt und es schnell zu Problemen kommen kann, wenn Senioren nicht genug Flüssigkeit zu sich nehmen. Laut Ursula Liske sollte neben einer Flasche Wasser oder einer Kanne Tee gleich ein gefülltes Glas daneben stehen - das fordert automatisch zum Trinken auf. Neben Wasser oder Tee füllen auch Soßen oder Suppen den Flüssigkeitshaushalt mit auf. Bei der häuslichen Pflege sollte beachtet werden, dass unterstützende Hilfe nötig ist, wenn Glas oder Tasse nicht mehr selbst zum Mund geführt werden können. Hilfsmittel wie Schnabeltassen oder Strohhalme erleichtern das Trinken auch im Liegen. Anzeichen für eine mangelnde Flüssigkeitsversorgung können Schwindel, Kopfschmerzen und Gedächtnisstörungen sein, bis hin zur Lebensgefahr durch Austrocknung.
Tipp von Ursula Liske:
Die Trinkmenge für den Tag (ca. 1,5 bis 2 Liter) sollte für den Tag vorbereitet werden. Das heißt: Tee kochen, volle Getränkeflaschen bereitstellen. Dann hat man eine gute Übersicht, wenn der Tag zu Ende geht, und erkennt, ob genug getrunken wurde.

Autorin: Ursula Liske - stellv. Vorsitzende, Pflegeberaterin

Erinnerungsarbeit

Erinnerungsarbeit ist bei der Pflege eines Menschen sehr wichtig. Die Familie kennt das Mitglied der Familie und lange lebt man miteinander in Eintracht und Harmonie. Im Laufe des Lebens schleichen sich Gedächtnislücken ein, die lange Zeit kompensiert werden können. Eines Tages fällt es aber auf, dass sich das Familienmitglied verändert hat, die geistige Entwicklung scheint stehen zu bleiben bzw. ist blockiert. Man sollte sich mit Vater, Mutter, Opa oder Oma über das vergangene Leben unterhalten und damit betreibt man Biografie- oder Erinnerungsarbeit, die ein besseres Verständnis, ein besseres Miteinander schafft.

Sollten die Veränderungen auf eine dementielle Erkrankung zurückzuführen sein, kann man bei Kenntnis der vergangenen Lebensabschnitte Erinnerungen wachrufen! Gedächtnisinhalte der älteren Generation sind wie verborgene Schätze. Vermitteln sie Mut zum Erzählen, dann erkennen sie Lebenserfahrung. Durch das Erleben individueller Geschichten werden z.B. Erinnerungen wachgerufen, das Gehirn arbeitet verstärkt und die Sauerstoffversorgung im Körper wird verbessert.

Wenn die Pflege eines Menschen zu Hause stattfindet, dann ist es für die Pflegekräfte sehr wichtig, über das vergangene Leben des zu Betreuenden so viel wie möglich zu erfahren. Wenn die weitere Versorgung in einem Pflegeheim stattfindet, ist die Kenntnis der Biografie der Bewohner ebenfalls sehr wichtig. Man kann besser auf den älteren Menschen eingehen, man hat Gesprächsgrundlagen, die Erinnerungen wachrufen.

So habe ich folgende Erfahrung gemacht: Als ehrenamtliche Gutachterin für Pflegeheime war ich im Januar 2019 in einem Pflegeheim meiner Heimatstadt, um ein Gutachten der Verbraucherfreundlichkeit durchzuführen. Beim Hausrundgang habe ich mir Zimmer angesehen, die das neue Zuhause der Bewohner sind. So war ich bei einem Ehepaar. Der Mann saß im Rollstuhl und war sehr ernst und reserviert. Im Gespräch mit der Ehefrau stellte sich heraus, dass der Ehemann von Beruf Fleischer war, Ich reagiert und fragte ihn, ob er einen bestimmten Herrn gekannt habe. Er veränderte seine Körperhaltung, sein Gesicht wurde freundlicher und er sprach von dem Angesprochen. Als ich ihm sagte, dass ich die Tochter sei, traten Tränen in seine Augen und er erzählte mir von einer Begegnung mit seinem Kollegen und dessen Tochter. Ich konnte ihm sagen, dass es noch weitere 3 Töchter gibt Die Ehefrau freute sich sehr und die Hausleiterin - die mich auf meinem Rundgang begleitete - war sehr erstaunt und erzählte später ihren Mitarbeiterinnen der Verwaltung, was sie in dem Zimmer erlebt hat. Die Erinnerung an den Beruf, an einen Kollegen und seine Tochter haben sein Verhalten geändert.
In vielen Pflegeeinrichtungen wird daher auch Gedächtnistraining angeboten. So kennen alte Menschen z. B. eine Vielzahl an Sprichwörtern und sogar die, die in einer Demenz weit fortgeschritten sind, reagieren positiv und ergänzen die Sätze. Man begibt sich in ihre Welt und holt sie aus ihrer Versunkenheit.

Autorin: Ursula Liske - stellv. Vorsitzende, Pflegeberaterin

Was ist Snoezelen?

Der Begriff ist eine Kombination der holländischen Wörter „Snuffelen" und „Doezelen" und bedeutet in Deutsch: „Riechen und schlummern oder dösen".
Es werden Sinneswahrnehmungen gefordert. Sie werden in unserer seelischen Tiefe angesprochen. Snoezelen beinhaltet auch ggf. Aufnahme von Körperkontakt und Berührungen zu einem anderen Menschen. Es wird Nähe entwickelt, Distanz überbrückt.

Was ist das Ziel?

  • Selbstwertgefühl, Lebensfreude und Lebensqualität verbessern.
  • Vertrauen und Entspannung wird gefördert
  • ein verwirrter Mensch wird damit besser erreicht
  • in der geschlossenen Erlebniswelt der dementen Menschen eine Öffnung finden und in dieser Welt mitgehen
  • Wachrufen von Erinnerungen
  • individuelle Bedürfnisse erkennen und befriedigen
  • Interesse wecken
  • Wohlbefinden erzeugen
  • Stressbewältigung erleichtern

Bei Stress, starken Schmerzzuständen, erhöhter Gewaltbereitschaft, Aufmerksamkeitsstörungen, mangelnder Konzentration und Motivation kann das Snoezelen gut helfen. Es bringt Entspannung, Ruhe und unterstützt die Suche nach neuen Anregungen. Beim Vorgang werden alle Sinne stimuliert: Das Sehen, Hören, Tasten, Riechen und Schmecken.
Bequeme Körperhaltung, gedämpftes Licht, leise Musik sind wichtig. Diese Art der Entspannung ist seit den 90iger Jahren weltweit verbreitet.

Autorin: Ursula Liske - stellv. Vorsitzende, Pflegeberaterin

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