Url dieser Seite: http://vdk.de/kv-arberland/ID276392
Sie befinden sich hier:

Die Pflege muss gepflegt werden
Pflegende Angehörige brauchen Unterstützung –VdK-Kreisverband will Pflegeberatung aufbauen

Regen. Vor 20 Jahren war es kaum ein Thema, erinnert sich Helmut Plenk, VdK-Kreisgeschäftsführer und Landkreis-Behindertenbeauftragter. „Da hatten wir in der Geschäftsstelle einmal im Monat einen Anruf, bei dem es um die Pflege gegangen ist; heute kommt zwei bis dreimal am Tag ein Anruf zu dem Thema.“ Und nicht selten ist ein verzweifelter Mensch am Apparat: Der Vater/die Mutter hatte einen Schlaganfall, liegt jetzt im Krankenhaus, wird in wenigen Tagen entlassen – und ist pflegebedürftig. „Was müssen und können wir tun? - das ist die Frage, die in dieser Situation kommt“, erzählt Plenk. Der Rat, den Plenk gibt, der hilft dem Betroffenen in diesem akuten Fall nichts mehr: „Man muss in der Familie offen und rechtzeitig darüber reden, was in einem solchen Fall passieren soll, man muss die Fragen rechtzeitig stellen“, sagt er: Wie geht es weiter, wenn ich ein Pflegefall werde? Ist ein Umzug ins Heim möglich und denkbar? Kann man mit einemambulanten Pflegedienst auskommen? Braucht es eine 24-Stunden-Pflege? Und wie werden die Pflegeleistungen finanziert, wenn der Gepflegte nicht mehr dafür aufkommen kann?

Wagner/Imago

Die Pflege von Angehörigen daheimkann kräftezehrend sein.Wegen der knappen Plätze in denHeimen
und Personalmangel bei den Pflegediensten nimmt die Bedeutung der Pflege durch Angehörige aber zu.© Wagner/Imago

Da gibt es schon mal unliebsame Überraschungen, wenn das Sozialamt nachprüft, welche Schenkungen es in den vergangenen zehn Jahren von dem Gepflegten an die Kinder gegeben hat. Eine Rückforderung der Schenkung wegen Verarmung des Schenkers ist dann durchaus möglich. Wird ein Pflegefall akut, dann muss man sich mit der Kranken-und Pflegekasse in Verbindung setzen, muss mit Pflegediensten in Kontakt treten, wenn die Pflege durch Angehörige daheim nicht möglich ist. „Aber die häusliche Pflege durch Angehörige wird in den kommenden Jahren immer wichtiger. Weil die Pflegeheime und Pflegedienste wegen des knappen Personals an ihre Grenzen kommen“, sagt Plenk. Mehr als 80 Prozent der 4,1 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden zu Hause von nahestehenden Menschen versorgt, entweder von diesen allein oder mit Hilfe von ambulanten Pflegediensten (3,3 Millionen), wie der VdK in einer Studie festgestellt hat.

M. Lukaschik

Helmut Plenk, VdK-Kreisgeschäftsführer und Landkreis-Behindertenbeauftragter.© M. Lukaschik

Der VdK-Kreisverband Regen plant ein neues Beratungsangebot: Pflegeberatung – dort will man kompetent die Fragen klären, die mit der Pflegebedürftigkeit auftreten. Was Plenk oft erklären muss, sind die unterschiedlichen Summen, die Angehörige und Pflegedienste für die Pflege bekommen. Für Angehörige, die sich um einen Menschen mit Pflegegrad 2 kümmern, gibt es 316 Euro Pflegegeld im Monat. Ein ambulanter Pflegedienst, der sich um denselben Menschen kümmert, erhält 724 Euro. „Ein Pflegedienst muss den Betrieb unterhalten, muss Sozialleistungen für die Beschäftigten bezahlen, muss zum Patienten fahren...“, erläutert Plenk die unterschiedlichen Summen. Aber Plenk verteidigt das Pflegegeld für Angehörige. Sie bräuchten auch eine finanzielle Anerkennung für ihre wertvolle Arbeit. Und das sollte nach Plenks Ansicht auch für die Betreuung von Menschen mit Pflegegrad 1 gelten. Für deren Unterstützung durch Angehörige gibt es derzeit kein Pflegegeld. Manche würden sich bei der Pflege von Angehörigen überfordern, hat Plenk schon in vielen Gesprächen mit Angehörigen erfahren. Wenn die dann bei ihm in der VdK-Geschäftsstelle sitzen, dann würden die reden und reden, von den Problemen berichten, davon, wie es ist, wenn der dem enzkranke Papa einfach nicht verstehen will und bockig ist wie ein kleines Kind, davon, wie körperlich anstrengend es auch ist, wenn man den Pflegepatienten heben muss, vom Stress, den man hat, wenn man Familie, Arbeitsleben und die Pflege unter einen Hut bringen will. „Da kommt man schon relativ schnell an seine Grenzen“, sagt Plenk. Jeder zweite der Pflegenden ist bereits im Rentenalter und körperlich selbst nicht mehr fit: 63 Prozent haben täglich körperliche Beschwerden
und 59 Prozent geben an, wegen der Pflege die eigene Gesundheit zu vernachlässigen, wie es in der VdK-Studie heißt. Und nur eine Minderheit wisse, welche Unterstützungsleistungen Pflegende in Anspruch nehmen können.

Bericht von Michael Lukaschik

Bildrechte einblenden

Bildrechte auf der Seite "https://www.vdk.de/kv-arberland/ID276392":

  1. Wagner/Imago | © Wagner/Imago
  2. M. Lukaschik | © M. Lukaschik

Liste der Bildrechte schließen

VdK-Kreisgeschäftsstelle Arberland, Terminvereinbarung unter: Telefon: 0 99 21 / 9 70 01 0

Sozialverband VdK Bayern e.V.

Kreisgeschäftsstelle Arberland

 

Am Sand 5

94209 Regen

Öffnungszeiten:

Montag: 8:00 – 12:00, 13:00 – 18:00

Dienstag – Donnerstag: 8:00 – 12:00, 13:00 – 16:00

Freitag: 8:00 – 12:00

 
Terminvereinbarung unter:
Telefon: 0 99 21 / 9 70 01 0

Datenschutzeinstellungen

Wir setzen auf unserer Website Cookies ein. Einige von ihnen sind notwendig, während andere uns helfen, unser Onlineangebot zu verbessern.

  • Notwendig
  • Externe Medien
Erweitert

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies in externen Medien. Sie können Ihre Zustimmung für bestimmte Cookies auswählen.