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„Wer nicht handelt, wird behandelt“
Großes Interesse am Vortrag über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Andrea Plenk

Franz Hollmayr, Günther Schmerbeck, Jürgen Fröbus, Helmut Plenk© Andrea Plenk

Deggendorf/ Viechtach. Es war eine Veranstaltung der vielen Zuhörerfragen, als Fachanwalt für Medizinrecht, Franz Hollmayr, der ärztliche Direktor der Arberlandklinik Viechtach, Dr. Günther Schmerbeck, Helmut Plenk, Kreisgeschäftsführer des VdK Arberland und Jürgen Fröbus Stiftungsbeauftragter der Sparkasse Deggendorf über den wichtigen Themenkomplex „Vorsorgevollmacht, Betreuungs - und Patientenverfügung Behindertentestament und Stiftungsgründung“ referierten.
Ob jung oder alt, jeder kann durch einen Unfall, eine Krankheit oder altersbedingt in die Lage kommen, dass er nicht mehr selbst handeln und entscheiden kann. Die Referenten machen die Erfahrung, dass häufig keine Verfügungen vorliegen und somit der Betroffene selbst nicht mehr entscheiden kann. Es müssen dann eben andere Personen Entscheidungen treffen. Mit einer Vorsorgevollmacht, Betreuungs - oder Patientenverfügung kann jeder für sich die entsprechenden Vorsorgemaßnahmen treffen. Es handelt sich dabei um „unangenehme Themen“, die man gerne schiebt, so Rechtsanwalt Hollmayr. Worauf will und soll man den warten, fragt Helmut Plenk provokant in die Runde. Plenk wollte von den Zuhörern wissen, wer schon entsprechende Verfügungen hat. Es waren nur wenige, die bereits vorgesorgt haben. Sobald Personen volljährig sind, können Sie jede der vorgenannten Verfügungen für sich treffen. Dr. Günther Schmerbeck, Anästhesist und Intensivmediziner beleuchtete die Patientenverfügung aus ärztlicher Sicht. Ausdrücklich wies der ärztliche Direktor der Arberlandklinik Viechtach darauf hin, dass der Vermerk in der Patientenverfügung „keine lebensverlängernden Maßnahmen“ alleine nicht ausreiche. Vielmehr bedarf es einer Konkretisierung der einzelnen Maßnahmen. Der Arzt braucht eine genaue Regieanweisung, wie der Patient behandelt werden will, wenn er sich selbst nicht mehr äußern kann. Auf die Frage eines Zuhörers, wie es sich verhält, wenn Angehörige den Willen des verfügenden nicht akzeptieren wollen, antwortete Dr. Schmerbeck:
“Das müssen Sie akzeptieren; alleine entscheidend ist das Selbstbestimmungsrecht des Verfügenden, also sein Wille und“.
Anhand verschiedener aktueller Rechtsfälle stellte Franz Hollmayr, Fachanwalt für Medizinrecht die rechtliche Seite dar. Auf die Frage, wo die Vorsorgevollmacht am besten aufbewahrt werden sollte, antwortete der Jurist: am besten zu Hause in einem Ordner, der griffbereit ist.

Ein weiterer Zuhörer stellte die Frage:“ Wer entscheidet, wenn der Patient nicht mehr bei Bewusstsein ist und nichts geregelt hat“?
Hollmayr antwortete hierauf: „Dann muss vom Gericht ein Betreuer bestellt werden“.

Abschließend wies Rechtsanwalt Hollmayr noch auf die wichtige Bedeutung einer Bankvollmacht hin.

Der Stiftungsbeauftragte der Sparkasse Deggendorf, Jürgen Fröbus stellte den Zuhörern die Frage: Was tun, wenn keine oder keine geeigneten Erben vorhanden sind?
Fröbus erläuterte den Zuhörern die Möglichkeit eines sogenannten Behindertentestaments. Ferner stellte er die Möglichkeit einer Stiftung dar.
Am Ende des Vortrags waren sich die Referenten dahingehend einig, „wer nicht handelt, wird behandelt“.

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