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„Für den Ernstfall Bescheid wissen"
VdK-Kreisgeschäftsführer Helmut Plenk und Rechtsanwalt Franz Hollmayr referierten

Sieglinde Eder

Von rechts: Helmut Plenk Josef Heinrich, Franz Hollmayr© Sieglinde Eder

Deggendorf. Vor kurzem fand im Speisesaal der Deggendorfer Werkstätten die Betriebsversammlung statt. Betriebsratsvorsitzender Josef Heinrich konnte dazu sehr viele Mitarbeiter/innen zu dieser Veranstaltung begrüßen. Mitunter stand auf der Tagesordnung der Vortrag zum Thema: „Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung". Dazu konnte Heinrich 2 Experten, u.a. VdK-Geschäftsführer und Behindertenbeauftragten des LKR Regen, Herrn Helmut Plenk sowie den Fachanwalt für Medizinrecht Franz Hollmayr begrüßen.

Die beiden Referenten gingen vor allem auf diese Frage ein: Brauche ich unbedingt eine Patientenverfügung, was sollte ich bedenken?
Wenn Sie überlegen, ob Sie eine Patientenverfügung erstellen wollen oder nicht, empfiehlt es sich zunächst darüber nachzudenken, was Ihnen im Zusammenhang mit Krankheit, Leiden und Tod wichtig ist, wovor Sie Angst haben und was Sie sich erhoffen. Manche Menschen haben Angst, dass vielleicht nicht mehr alles medizinisch Mögliche für sie getan werden könnte, wenn sie alt oder schwer krank sind. Andere befürchten, dass man sie in solchen Situationen unter Aufbieten aller technischen Möglichkeiten nicht sterben lässt.
Es ist nicht einfach, sich mit existenziellen Fragen auseinander zu setzen, die Krankheit, Leiden und auch das Sterben betreffen. Dennoch ist dies notwendig, weil man sich über die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen klar werden muss. Festlegungen in einer Patientenverfügung bedeuten, dass man selbst die Verantwortung für die Folgen übernimmt, wenn eine Ärztin oder ein Arzt diesen Anordnungen entspricht. Dabei sollten Sie bedenken, dass in bestimmten Grenzsituationen des Lebens Voraussagen über das Ergebnis medizinischer Maßnahmen und mögliche Folgeschäden im Einzelfall kaum möglich sind.
Wenn Sie Festlegungen für oder gegen bestimmte Behandlungen treffen wollen, sollten Sie sich bewusst sein, dass Sie durch einen Behandlungsverzicht unter Umständen auf ein Weiterleben verzichten. Umgekehrt sollten Sie sich darüber klar sein, dass Sie für eine Chance, weiterleben zu können, möglicherweise Abhängigkeit und Fremdbestimmung in Kauf nehmen.
Am Ende Ihrer persönlichen Willensbildung kann die Entscheidung stehen, eine Patientenverfügung zu erstellen oder der Entschluss, keine Vorsorge treffen zu wollen. Sie sollten sich deshalb für diese Überlegungen Zeit nehmen und sich nicht unter Druck setzen.

Abschließend riet Rechtsanwalt Hollmayr den Zuhörern, baldmöglichst die Initiative zu ergreifen. „Wer nicht selbst handelt, wird behandelt“.
Gleichzeitig warnte der Referent davor, die Verfügungen aus Broschüren einfach abzuschreiben. Eine Patientenverfügung ist nur dann sinnvoll, wenn sie auf den jeweiligen Verfasser konkret abgestimmt ist.

Anschließend bedankte sich das Publikum mit einem tobenden Applaus bei den beiden „Profis“. Rechtsexperte Helmut Plenk fragte dann noch in die Runde: wer denn schon eine Patientenverfügung hat. Von den vielen Zuhörern konnten nur wenige mit einer Patientenverfügung aufhorchen. Plenk war sichtlich geschockt. Das muss sich ändern, so seine Worte. Herr Heinrich überreichte noch ein kleines Geschenk an die beiden Referenten und bedankte sich sehr für den interessanten Vortrag.

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